Tom Hillenbrand: Qube

von | 06.03.2020

In seinem neuesten Science-Fiction Wälzer „Qube“ spinnt Bestseller-Autor Tom Hillenbrand die Saga, die er mit dem Vorgängerroman „Hologrammatica“ begonnen hatte, weiter.

(©Kiwi)

Im Jahr 2091 hat die Menschheit so einiges hinter sich: Nachdem in den 2040ern versucht wurde, den Klimawandel mit einer künstlichen Intelligenz (KI) zu stoppen, was fast in der kompletten Auslöschung des Lebens auf dem Planeten geführt hätte, werden die KIs von der UNO streng überwacht. Doch immer wieder gibt es Bösewichte, die doch noch eine KI ans Netz lassen wollen. Des weiteren ist nicht ganz sicher ob die erste KI, die auf den vielsagenden Namen Aether hört, nicht doch irgendwo im World Wide Web schlummert.

Hillenbrands Held*in „Qube“ ist die*der Agent*in Fran Bittner, ein Quant – also ein Mensch, der sein Gehirn in eine Maschine überspielt hat, und der sich nun von Klon zu Klon bewegen kann (ohne dabei unsterblich zu werden). Die Figur hat den großen Vorteil der äußeren Versatilität – innerlich bleibt Bittner aber menschlich, auch weil die ständigen Körperwechsel schlauchen. Die Welt, die der ehemalige Tech-Redakteur und Nerd für seinen Roman entworfen hat, ist genau so komplex wie plausibel. Auf vielen Niveaus und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, gelingt es ihm doch die Spannung über die 545 Seiten durchgehend zu halten. Sicher, Hillenbrands Sprache hat nicht die fast schon teuflische Suggestionskraft eines Philip K. Dick und einige Detailfragen hätten gestrichen werden können – aber alles in allem ist „Qube“ ein Buch, das man nicht so schnell weglegen kann.

Und für die Fans der Luxemburg-Romane des Autors gibt es Grund zur Freude: Auch in „Qube“ sind wir wieder mit dabei, wenn auch als Weltraumaristokrat*innen, die mit Space-Mining die Finanzwelt beherrschen …

Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

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