Die luxemburgische Datenschutzbehörde CNPD hat eine regulatorische „Sandkiste“ für sogenannte künstliche Intelligenz online gestellt. Das teilte die CNPD am Donnerstag mit. Als Sandkiste oder „Sandbox“ werden in der Informatik Systeme genannt, auf denen neuer Code aus- probiert werden kann, ohne Einfluss auf andere Programme zu haben. So ähnlich soll auch die regulatorische Sandkiste der CNPD funktionieren: In einem isolierten digitalen Umfeld können KI-Systeme für einen begrenzten Zeitraum getestet werden, ehe sie auf den Markt kommen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz gelegt, da die Systeme mit den europäischen Datenschutzrichtlinien der DSGVO kompatibel sein müssen. Die CNPD will mit ihrem Sandkisten-Programm Akteur*innen aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammenbringen, um gemeinsam Lösungen für Datenschutzprobleme zu erarbeiten. Sogenannte KI-Systeme werfen oft Bedenken auf, was den Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten angeht. Viele der heute ein- gesetzten großen Sprachmodelle wie etwa ChatGPT basieren auf statistischen Wahrscheinlichkeiten, die aus großen Datenmengen berechnet werden. Dadurch kommt es häufig zu Fehlern, wenn ein sogenanntes KI-System Aussagen über Personen macht. Durch die Funktionsweise dieser Systeme gibt es meist keine Möglichkeit, nachzuvollziehen, wie diese Falschinformation genau entstanden ist. Die CNPD nimmt ab 14. Juni Anmeldungen für ihre Sandkiste entgegen.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

