„Sicherheit ist nun mein Job“

von | 31.01.2018

Von der Guerilla zum Bodyguard: Einstige Farc-Mitglieder sollen künftig linke Politiker, Journalisten und Gewerkschafter schützen. Ein Besuch im Ausbildungs-Camp, wo auch viele Frauen die Kurse durchlaufen.

In ihrem neuen Job als Personenschützerin nicht weniger fokussiert als während ihrer Zeit bei der Guerilla Farc: die ehemalige Guerillera Erika Tovar López. (Foto: Knut Henkel)

Fast 20 Jahre lang war Erika Tovar López als Guerillera der Farc in den Bergen Kolumbiens im Einsatz. Nach dem Friedensabkommen mit der Regierung drückt sie nun wieder die Schulbank: „Hier durchlaufen wir eine Ausbildung, um unsere Schutzperson zu verteidigen. Beim Farc-Training in den Bergen absolvierten wir hingegen eine Kampfausbildung. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, erklärt López, weshalb sie als kampferprobte Frau die Kurse des „Centro Internacional de Escoltas“ des „Internationalen Zentrums für Begleitschutz“ besuchen muss.

Zusammen mit derzeit 350 weiteren ex-Gueriller@s wird López in einem unweit von Bogotá gelegenen Ausbildungscamp darauf vorbereitet, ehemalige Farc-Kommandanten, linke Politiker, Journalisten und Gewerkschafter zu schützen. Wie ihre Freundin Diulis García gehört López zu den zwanzig Prozent Frauen, die die Ausbildung in einer Männerdomäne auf sich nehmen. Unser Lateinamerika-Korrespondent Knut Henkel hat das Camp besucht und neben anderen auch mit López gesprochen.

„Wir engagieren uns nun für den Frieden. Dazu gehört es, die Sicherheit unserer Comandantes zu garantieren. Das ist nun mein Job“, sagt die Frau von Mitte Dreißig. Ihr Enthusiasmus wird von den anderen geteilt. „Ich bin jetzt ganz offiziell ein staatlicher Mitarbeiter“, erklärt auch der Ex-Guerillero Juri stolz.

Angeleitet werden die angehenden Bodyguards von Polizisten, Ex-Militärs und ehemaligen Mitarbeitern des kolumbianischen Geheimdienstes „DAS“ (Departamento Administrativo de Seguridad), den einstigen Gegnern also. Ausbilder und Azubis haben eines gemeinsam: sie sehen sich als Beispiel dafür, dass Versöhnung möglich ist.

Die ganze Reportage über das Ausbildungsprogramm und das Zusammenleben im Camp finden Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der woxx.

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