PARTIZIP 2 – ABSCHLUSSTAGUNG: Staat, Gesellschaft und Demokratisierung

von | 21.11.2014

Das Projekt Partizip 2 erforschte in den vergangenen Jahren Ursachen, Formen und Grenzen gesellschaftlicher Partizipation in Luxemburg und seinen Nachbarregionen von den 1930er Jahren bis zum Ende der 1970er Jahre. Es ging den historischen Wurzeln der Spaltung der luxemburgischen Gegenwartsgesellschaft, aber auch PhÀnomenen nationaler Konsolidierung nach.

Foto: Cayambe / Wikimedia

Die Abschlusstagung des Projekts, das im Januar 2015 endet, wendet unter dem Titel „Staat, Gesellschaft und Demokratisierung“ den Blick auf die KrĂ€fte und Dynamiken, die zur Festigung bzw. ErschĂŒtterung der gesellschaftlichen KohĂ€sion im Luxemburg des „kurzen 20. Jahrhunderts“ beigetragen haben. So hat der britische Historiker Eric Hobsbawm die Epoche bezeichnet, die durch den Ersten Weltkrieg eingelĂ€utet wird und mit dem Fall der Berliner Mauer als Symbol fĂŒr eine abermalige grundlegende Neuordnung der Welt endet.

Globalgeschichtlichen PhĂ€nomenen wie Demokratisierung und Nivellierung der Klassenunterschiede stehen in diesem Zeitraum autoritĂ€re Tendenzen und Ausschließungsmechanismen entgegen. Unter Bezug auf verschiedene Gruppen der Luxemburger Bevölkerung untersucht die Tagung spezifische gesellschaftliche Entwicklungen und bringt diese in einen regionalen, europĂ€ischen und internationalen Zusammenhang ein. Dadurch wird deutlich, inwiefern die Geschichte des Landes spezifisch luxemburgisch war bzw. inwiefern die hiesige Entwicklung im europĂ€ischen Kontext als exemplarisch gelten kann. Die Konferenz untersucht jedoch nicht nur historische Entwicklungen, sondern auch, wie es heute, nach der vermeintlichen Zeitenwende, die das Ende des „kurzen Jahrhunderts“ benennt, um demokratische Partizipation und deren Grundlagen in Luxemburg und Europa bestellt ist. DarĂŒber soll nicht zuletzt eine Diskussionsveranstaltung Auskunft geben.

 

Donnerstag, 27. November 2014

15.00 Panel 1: Herausforderungen der Demokratisierung: Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit

15.10 „Der Kultus der Inkompetenz“ – Parlamentarismuskritik in der Zwischenkriegszeit (Michel Dormal)

15.30 Anarchisme(s) dans l’entre-deux-guerres. Contre le fascisme, le communisme
 et la dĂ©mocratie parlementaire (FrĂ©deric Krier)

15.50 La communaute organique comme rempart. La structure familiale traditionnelle, la modernisation et les crises des années 1930 au Luxembourg (Vincent Artuso)

16.10 FlĂŒchtlingsströme, Antisemitismus und Geselligkeit – JĂŒdisches Leben im Spiegel administrativer Dokumente des Stadtarchivs Luxemburg (Evamarie Bange)

16.30 „Und darin fĂŒhlen totsicher die alteingesessenen luxemburger Juden parallel mit ihren arischen MitbĂŒrgern.“ Die Abwehr jĂŒdischer Einwanderung in den 1930er Jahren als Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus (Marc Gloden)

16.50 La participation politique des Juifs aux Ă©lections (communales) au Luxembourg dans l’entre-deux-guerres (Daniel Thilman)

17.10 Diskutant: Denis Scuto, Uni Luxemburg

19.00 Auftaktveranstaltung

BegrĂŒĂŸung / EinfĂŒhrung: Georg Mein, Dekan, Uni Luxemburg, Marc Schiltz, Fonds national de la recherche, Norbert Franz, Co-Projektleiter Partizip 2

Eröffnungsvortrag: PostsouverĂ€ne Nation und die Gesellschaft Europas: Ulrich Bielefeld, Hamburger Institut fĂŒr Sozialforschung

Freitag, 28. November 2014

09.30 Panel 2: Vom Nationalismus zur Staatengemeinschaft: Krieg, Kolonialismus, Globalisierung, SolidaritÀt

09.30 La position des associations d’anciens rĂ©sistants face au militarisme, impĂ©rialisme et pacifisme de 1945 Ă  nos jours) (Elisabeth Hoffmann)

09.50 La fin de l’époque coloniale au Luxembourg : les relations du Grand-DuchĂ© avec les pays du Tiers-Monde au tournant des annĂ©es 1960 (RĂ©gis Moes)

10.10 Le mouvement de solidaritĂ© avec le Nicaragua sandiniste. A la recherche d’une dĂ©mocratie plus participative (Charel Roemer)

10.30 Du bassin minier au monde financier : le Luxembourg change de profil (Laurent Moyse)

10.50 Luxembourg : La Banque d’un monde qui change. L’essor de la place financiiĂšre dans un contexte de transformation de l’ordre Ă©conomique d’aprĂšs-guerre (Vincent Artuso)

11.10 Diskutant: Claude Wey, MusĂ©e national d‘histoire naturelle

14.00 Panel 3: Trauma, Wandel und Erinnerung

14.00 Die Erinnerung an den Fall Gelb im Luxemburger Wort (Benno Schulz)

14.20 Der Umgang mit der Shoah im Nachkriegs-Luxemburg (Renée Wagener)

14.40 Mal Blumenstrauß, mal Handschellen. Determinanten fĂŒr gesellschaftliche Teilhabe und Nichtteilhabe luxemburgischer und ostbelgischer Wehrmachtsoldaten im Spiegel ihrer Heimkehrerschicksale (Peter Quadflieg)

15.00 Politische Teilhabe durch Geschichtspolitik „von unten“? Die Organisationen ehemaliger „Zwangsrekrutierter“ in Luxemburg und Ostbelgien (Eva Klos)

15.20 „Meng Boma war Hausfra, wĂ©i dat eben deemools war“ − Vergangenheitsvorstellungen von weiblichen LebenslĂ€ufen (Sophie Neuenkirch)

15.40 Diskutantin: Elisabeth Boesen, Uni Luxemburg

17.30 RundtischgesprÀch: Gesellschaftliche Partizipation und die Realisierung der Demokratie heute

GÀste: Laura Zuccoli, PrÀsidentin der Asti; Alex Bodry, PrÀsident der Verfassungskommission; Jean-Paul Lehners, Co-Projektleiter Partizip 2; Michel Dormal, Politologe, Uni Trier; Luc Heuschling, Rechtswissenschaftler, Uni Luxemburg.

Moderation: Renée Wagener, Uni Luxemburg (Die Veranstaltung findet auf Luxemburgisch statt.)

 

Samstag, 29. November 2014

10.00 Panel 4: Konsolidierung, Krise, Nationalismus

10.00 Nation und Biopolitik. AnnÀherungen an die Problematisierung der Prostitution wÀhrend der Zwischenkriegszeit (Heike Mauer)

10.20 Die Schule der Nation. IdentitÀt und Schulgeschichte in Luxemburg zwischen 1944 und 1979 (Thomas Lenz)

10.40 (Trans-)Nationale Inklusion durch Schule von Kindern portugiesischer Arbeitsmigranten in Luxemburg in den 1970er Jahren (Thierry Hinger)

11.00 Nationalsprache und nationale IdentitÀt. Die Debatten im Vorfeld des Sprachengesetzes (1974-1984) (Fernand Fehlen)

11.20 EuropÀische Zusammenarbeit und demokratische Emanzipation in Luxemburg (Ben Fayot)

11.40 Diskutant: Ulrich Bielefeld, Hamburger Institut fĂŒr Sozialforschung

12.00 Diskussion Praktische Hinweise

 

Interessierte werden gebeten, sich bis zum 21. November 2014 anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Konferenzsprachen sind Französisch und Deutsch.

Veranstaltungsort: Centre culturel de rencontre NeumĂŒnster (CCRN), Luxembourg. 28, rue MĂŒnster, L-2160 Luxembourg  www.ccrn.lu

Veranstalter: FNR-Projekt „Gesellschaftliche Partizipation und IdentitĂ€tsbildung. Der Kampf um politische, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe in Luxemburg im europĂ€ischen Zusammenhang von den 1930er Jahren bis 1980.“

(Partizip 2) der UniversitÀt Luxemburg.

Kontakt und Anmeldung:

colloque@uni.lu

Thorsten Fuchshuber Coordinateur du Projet Partizip 2,

partizip.uni.lu

 

Dat kéint Iech och interesséieren

CITIZENEKONOMIE

Économie et dĂ©veloppement durable
 : Une responsabilitĂ© au-delĂ  de ses frontiĂšres


Trois collectifs reprĂ©sentant une centaine d’associations et d’ONG demandent au futur gouvernement de joindre le geste Ă  la parole en mettant en Ɠuvre une politique Ă©conomique qui ne soit pas en contradiction avec ses engagements sur le dĂ©veloppement durable, les droits humains, l’aide au dĂ©veloppement et la lutte contre le changement...

CITIZENËMWELTNEWS

Petition: Eine Chance fĂŒr den Wolf

Der Widerstand gegen den Wolf wĂ€chst in vielen Gegenden Europas, hĂ€lt die NGO Feral Luxembourg in ihrer BegrĂŒndung fĂŒr eine Unterschriftensammlung auf der Plattform openpetition.eu fest. Unter dem Titel „Eine Chance fĂŒr den Wolf und die natĂŒrlichen Ökosysteme!“ wird Luxemburgs Regierung aufgefordert, fĂŒr das Thema zu sensibilisieren und...

CITIZENËMWELTNEWS

Repression in Frankreich: Plattmachen?

Die französische Regierung versucht, mit juristischen Prozeduren und polizeilicher BrutalitĂ€t der Zivilgesellschaft zu Leibe zu rĂŒcken. Was das fĂŒr die fortschrittlichen KrĂ€fte im Nachbarland bedeutet – und in Luxemburg. Brutale Niederschlagung von Demos, EinschĂŒchterung von Journa- list*innen, Auflösung von NGOs, Massenverhaftungen – nein,...

CITIZENEDITOKLIMA

Crise climatique : Rage ou désespoir ?

Des actions qui choquent, une approche polarisante – la radicalisation du mouvement climatique est controversĂ©e. Elle tire aussi les consĂ©quences des Ă©checs antĂ©rieurs. Parlons climat. Il y a la sĂ©cheresse de ce printemps en Europe de l’Ouest, trĂšs probablement liĂ©e Ă  la montĂ©e de la tempĂ©rature moyenne. Un dĂ©fi pour l’agriculture au...