Altes Parlament

Das neue luxemburgische Parlament ist nicht nur sehr männlich, sondern auch ziemlich alt. Obwohl einige Parteien, allen voran die CSV, von „Erneuerung“ und „Verjüngung“ redeten, haben sich die Wähler*innen davon eher nicht beeindrucken lassen. Das Durchschnittsalter jener 60 Politiker*innen, die es in die Chamber geschafft haben, liegt bei etwas mehr als 52 Jahren. Die angetretenen Kandidat*innen waren im Durchschnitt sieben Jahre jünger, also 45. Der Median liegt bei den Gewählten bei 54 Jahren: Die Hälfte der Gewählten ist jünger als 54, die andere Hälfte ist älter. Die jüngste Liste mit im Durchschnitt 37 Jahren stellt auch den jüngsten Abgeordneten: Piratenkapitän Sven Clement mit 29 Jahren. Der älteste Gewählte ist der bisherige Außenminister Jean Asselborn. Eigentlich würde ihm damit die Leitung der ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode zukommen. Vermutlich wird Asselborn als Minister jedoch nicht antreten. So wird der zweitälteste Abgeordnete Gast Gibéryen (ADR) gemeinsam mit Clement und dem mit 33 Jahren zweitjüngsten François Benoy (Déi Gréng) als Alterspräsident die konstituierende Sitzung der neuen Legislaturperiode leiten. Wie viele junge Menschen gewählt wurden, hängt vor allem davon ab, bis zu welchem Alter man sie als „jung“ betrachtet. Bis 35 gibt es nur fünf Abgeordnete: Sven Clement, François Benoy, Marc Georgen, Lex Delles und Serge Wilmes. Wer etwas großzügiger ist und Menschen bis 40 jung nennt, kann nochmal vier hinzuzählen: Dan Biancalana (LSAP), David Wagner (Déi Lénk), Marc Baum (Déi Lénk) und Max Hahn (DP). Die größte „Fraktion“ stellen übrigens die Gewählten in ihren 50ern: 19 der Politiker*innen, die letzten Sonntag ein Mandat errungen haben, sind zwischen 50 und 59 Jahre alt. Die Gruppe jener, die zwischen 60 und 69 Jahre alt sind, ist mit 18 Gewählten jedoch beinahe genauso groß. Im Zuge der Regierungsbildung werden natürlich einige der Gewählten zugunsten eines Minister*innenpostens auf ihr Abgeordnetenmandat verzichten, was bedeutet, dass weitere junge Politiker*innen nachrücken könnten. Ein Problem haben allerdings alle Abgeordneten: Bei der nächsten Wahl werden auch sie fünf Jahre älter sein.


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