Verärgert sind sie, die Biog-Leute. Da haben sie vor über zwei Jahren der Luxlait den Rücken gekehrt, um nicht Opfer der fallenden Preise für gewöhnliche Milch zu werden. Und nun will die flämische Partnerfirma, die die Überschussproduktion zum Biomilch-Tarif abnahm, den Vertrag nicht erneuern. „In den Nachbarländern agiert der Milchmarkt mittlerweile stark protektionistisch“, kommentiert die Biog in ihrem Pressekommuniqué. Sie sieht sich als Opfer von „Protektionismus“. Ein bisschen ist sie wohl auch Opfer des Erfolgs der Biolandwirtschaft: In der Milchkrise haben viele Betriebe umgestellt, und die Konkurrenz ist härter geworden – mittlerweile gibt es auch von Luxlait Biomilch „made in Luxembourg“. Ob der Export der überschüssigen Bio-Rohmilch nach Flandern wirklich im Sinne der Nachhaltigkeit war, konnte man sich schon vor zwei Jahren fragen. Jetzt bleibt der Biog nichts anderes übrig, als aus der Not eine Tugend zu machen und zu versuchen, ihren Anteil am heimischen Markt zu vergrößern. Ob sie das mit der „Blo Kou“-Kampagne hinbekommt, wird sich zeigen. Dass die Biog-Genossenschaft dabei nur die Qualität ihrer Produkte hervorhebt und nicht ihre Zugehörigkeit zur Sozialwirtschaft, findet die „société coopérative“ woxx allerdings schade.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

