ABSCHIED: Das verlorene Wir
In einer schmalen Sammlung von Prosastücken tastet der polnische Autor Andrzej Stasiuk nach Worten für den Verlust, der sprachlos macht.
In einer schmalen Sammlung von Prosastücken tastet der polnische Autor Andrzej Stasiuk nach Worten für den Verlust, der sprachlos macht.
Ronald M. Schernikaus szenische Erzählung "so schön" ist der Utopie einer anderen Form von Subjektivität gewidmet - ohne Angst, Eifersucht und Neid. Ein Frühlingsreigen in 48 Episoden.
Robert Seethaler hat mit "Der Trafikant" einen Bildungsroman geschrieben, dessen Handlung sich vor dem Hintergrund des österreichischen Anschlusses an Nazi-Deutschland entspinnt. Er erzählt auch von der widerständigen Kraft des Denkens.
Aus der Perspektive eines jüdischen Re-Emigranten beschreibt Ursula Krechels preisgekrönter Roman "Landgericht" eindringlich die vergiftete Atmosphäre im bundesrepublikanischen "Wirtschaftswunder" nach der militärischen Niederwerfung der deutschen Volksgemeinschaft.
Wer von Afrika nach Europa flüchtet, wird zwar nicht freundlich begrüßt, dafür aber mit Klischees beladen. Der neuseeländische Autor Lloyd Jones versucht mit seinem neuen Roman, gängige Bilder zu irritieren.
Mario Desiati erzählt die Geschichte der italienischen Arbeitsmigration aus der Perspektive der Nachkommen. Sie handelt von skrupelloser Ausbeutung - und ist trotz des historisierenden Blicks erschütternd aktuell. Ein Treffen mit dem Autor.
Paul Auster zeichnet in seinem neuen Roman "Sunset Park" ein düsteres Bild von den USA - mit einem Körnchen Hoffnung und einem neuen Schreibstil.
Mit "Montedidio" wurde nun ein früher Roman des italienischen Autors Erri De Luca wieder auf Deutsch zugänglich gemacht. Der Übersetzerin ist es gelungen, die berückende Sinnlichkeit von Sprache und Erzählstil des Ausgangstextes zu bewahren.
In seinem neuen Erzählband "Kolja" widerlegt Chaim Noll das Stereotyp vom einheitlichen Judenstaat.
Peter Kurzeck kultiviert ein literarisches Genre: den mündlichen Roman. Auch in dem eben erschienenen Mitschnitt "Unerwartet Marseille" weckt er die Sehnsüchte seiner Zuhörer.
Antonio Pennacchis Roman "Canale Mussolini" ist ein Dokument des zeitgenössischen italienischen Revisionismus. Im deutschsprachigen Feuilleton wird seine Aufwertung des Faschismus als literarisches Ereignis gefeiert.
Ein Snob ist ein Frosch, der versucht, sich zur Größe eines Ochsen aufzublähen. - Diese giftige Charakterisierung hat im 19. Jahrhundert der Autor William Thackeray formuliert. Vor dem Hintergrund der beginnenden Industriegesellschaft beschreiben seine satirischen Charakterporträts den Egoismus der englischen Oberschicht.
Salvatore Scibona hat einen beeindruckenden Debütroman vorgelegt. Er beschreibt darin nicht nur die innere Zerrissenheit der italienischen Einwanderer in die USA und ihrer Nachfahren. Scibonas Figuren sind Individuen, denen in einer brüchig gewordenen Moderne die Identitätsbildung problematisch geworden ist.
In seinem Romandebüt zerlegt der Schauspieler Josef Bierbichler sprachgewaltig die Geschichte einer Familie und rechnet dabei mit bayerischem Heimatkitsch ab.
In ihrem Roman "Sturz der Tage in die Nacht" liefert Antje Rávic Strubel eine Variation des Ödipus-Themas und verbindet diese mit einer atmosphärisch dichten Naturbeschreibung.
"Menschenliebe und Vogel, schrei" ist das Erstlingswerk der jungen Autorin Nora Wagener, die trotz handfester Beweise für ihr Talent noch nicht die Aufmerksamkeit erlangt hat, die sie eigentlich verdient.