Einsatz für mehr Nachtzüge

von | 13.06.2019

Innerhalb Europas sind Flugreisen oft die günstigste Option. Nachtzüge könnten eine Alternative sein – Aktivist*innen hoffen auf eine Renaissance. Auch in Luxemburg gibt es eine wenig beachtete Petition.

Ein Nightjet der ÖBB in Zürich. (Foto: Wikimedia)

In Luxemburg-Stadt schlafengehen, an der Côte d’Azur aufwachen? Bis Juli 2016 war das möglich, ein Nachtzug fuhr bis nach Nice. Der erlitt jedoch das gleiche Schicksal wie so viele Nachtzüge in Europa – er wurde eingestellt. Seit Dezember 2016 hat zum Beispiel die Deutsche Bahn (DB) sämtliche Nachtreisezüge eingestellt. Zu alte Züge, zu viel Wettbewerb, zu wenig Qualität waren die Gründe. Die Konkurrenz der Billigflüge und Reisebusse macht dem Bahnverkehr insgesamt zu schaffen.

Die österreichische ÖBB hat mit ihrem „Nightjet“-Programm die Argumente ihrer deutschen Kolleg*innen erfolgreich entkräftet: Sie hat Nachtzüge der DB übernommen, renoviert und ihnen ein neues Image verpasst. Die Passagierzahlen stiegen an und mittlerweile werden immer mehr Verbindungen angeboten. Mit Steckdosen und Frühstück im Abteil ist die Übernachtung im Nachtzug nicht weniger komfortabel als eine Nacht im 16-Bett-Hostelzimmer.

Die Vorteile von Nachtzug-Reisen liegen auf der Hand: Man kommt (hoffentlich) ausgeschlafen an, ist, anders als mit dem Flugzeug sofort im Zentrum der Reisedestination und verbraucht vor allem um Größenordnungen weniger CO2. Die Organisation „Back on Track“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Nachtzüge in Europa wieder auf die Schienen zu bringen und den Zugverkehr insgesamt zu fördern. Zu diesem Zweck machen die Aktivist*innen Lobbyarbeit, schreiben Forderungspapiere und organisieren Petitionen.

So auch in Luxemburg – bisher wenig beachtet läuft seit dem 7. Juni eine Petition auf der Website der Chamber, die die Regierung dazu auffordert, dafür zu sorgen, dass auch die CFL ins Nachtzuggeschäft einsteigt. Entweder mit eigenen Nachtzügen oder aber in Zusammenarbeit mit der ÖBB oder der französischen SNCF, die noch einige wenige Nachtzüge unterhält. Die Petitionär*innen sehen dieses Anliegen natürlich auch in Zusammenhang mit der Klimakrise als notwendigen Schritt und fordern eine Renaissance des Nachtzugs, wie sie auch die Tram und das Fahrrad erfahren.

Wie reist es sich mit dem Nachtzug? Renée Wagener ist letzten Sommer bis nach Lissabon gereist und hat ihre Eindrücke in einer vierteiligen online-woxx-Serie verarbeitet.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #375 – Wéi hëtze mir an der Zukunft?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel. Gas a Masutt ginn de Moment erëm méi deier, well Krich am noen Osten ass. Dat wier nieft dem Klimaschutz e weidere Grond, fir esou séier wéi méiglech op aner Methode fir ze Hëtzen ëmzeklammen. Bis 2050 wëll Lëtzebuerg...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #373 – Geschlechtersensibel behandelen

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel. Laang Zäit gouf de männleche Kierper als medezinesche Standart ugesinn – an dat mat konkrete Konsequenzen: Frae ginn heefeg méi spéit diagnostizéiert, leiden dacks ënner méi staarken Niewewierkunge vu Medikamenter a...