Endgültige Fassung des Klimaplans: Kohlenstoffsenken (4/5)

von | 11.06.2020

Die woxx hat alle Änderungen der Regierung am Klimaplan analysiert: Im vierten Teil unserer Analyse stehen Kohlenstoffsenken im Mittelpunkt.

Humus im Waldboden. (Foto: CC-BY-SA wikimedia/CWALTER)

Der nationale Energie- und Klimaplan (NECP) soll alle Möglichkeiten, mit denen CO2 gespart werden kann, aufzeigen. Neben dem einfachen Vermeiden wird immer wieder darüber diskutiert, wie das Treibhausgas der Atmosphäre auch wieder entzogen werden kann. Neben umstrittenen Techniken wie die Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid (Carbon capture and storage – CCS) gibt es hier auch natürliche Methoden, die als Kohlenstoffsenken bezeichnet werden.

Kohlenstoffsenken – im NECP stets als „Karbonsenken“ betitelt – sind Bereiche, in denen CO2 als Kohlenstoff gebunden wird und somit für mehrere Jahre nicht mehr in die Atmosphäre entweichen kann. Das passiert zum Beispiel beim Wachstum von Bäumen. Im Kapitel über Landwirtschaft sind im NECP einige Maßnahmen präsentiert, die dort Kohlenstoffsenken fördern sollen. In der Endfassung ist ein Satz hinzugekommen: „Um den Humusaufbau als Karbonsenke gezielter zu fördern, werden über ein Forschungsprojekt die notwendigen Leitlinien ausgearbeitet.“

Auch in einer neu eingefügten Fußnote werden die Kohlenstoffsenken aus Land- und Forstwirtschaft erwähnt. Die betrifft die Passage, in der die luxemburgische Regierung weiterhin darauf beharrt, dass die Energiepolitik der EU auf Atomkraft, Kohle, Fracking, die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid verzichten sollte. Die neue Fußnote hängt an „Speicherung von Kohlendioxid“ und besagt: „Die Kohlenstoffbindung in forst- und landwirtschaftlichen Senken fällt nicht unter diesen Verzicht.“ Im Bericht über die Konsultation heißt es nüchtern „Die Bauernverbände wollen technischen Lösungen Vorrang zum Abbau des Produktionspotentials geben.“ Man kann also davon ausgehen, dass deswegen einige „technische Lösungen“ weiter im endgültigen NECP zu lesen sind.

Allerdings wurde auch ein Satz hinzugefügt, der auf die Risiken großangelegter landgestützter Lösungsoptionen im Bereich der Landwirtschaft eingeht: Hier könnte der Druck auf Landnutzungskonflike und Ernährungssicherheit erhöht werden. Die Passage bezieht sich auf den Spezialbericht des IPCCs zum Zusammenhang von Landnutzung und Klimakrise (siehe woxx-Artikel Die Kühe, der Wald und das Klima). Der Weltklimarat schlug darin unter anderem vor, den „urban sprawl“, also das ungehinderte und ziellose Wachsen von Städten – wie es auch in Luxemburg zu beobachten ist – zu bannen, da sich hier viele Landnutzungskonflikte und die Klimakrise verschärfen. Im NECP ist dazu wenig zu lesen, einzig die Errichtung nachhaltiger Stadtviertel und die Nachverdichtung sind als Maßnahmen angekündigt.

Im letzten Teil unserer Analyse dreht sich alles um den Wasserstoff-Plan.

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