EU will ungefragt sparen

von | 08.12.2023

Kein Thema sollte dem Europaparlament wichtiger sein als die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Das gab eine Mehrheit der Luxemburger*innen (39 Prozent) bei einer Meinungsumfrage für den „Eurobarometer“ sechs Monate vor den Europawahlen an. Sie sind sich bei dieser Priorität mit den restlichen EU-Bürger*innen einig (36 Prozent). Auf Platz zwei rangiert hierzulande die „Zukunft Europas“, die EU-weit nur an sechster Stelle steht. Wie im Rest der EU werden außerdem das öffentliche Gesundheitswesen und die Bekämpfung des Klimawandels als dringliche Aufgaben gesehen. Mit den geplanten Fiskal- und Schuldenregeln, über die am Donnerstag bei Redaktionsschluss dieser Zeitung auf einem Treffen der Eurogruppe verhandelt wurde, werden sich solche Prioritäten nur schlecht vereinbaren lassen. Dort nämlich ist eine Kürzung der Haushalte von 14 EU-Mitgliedsstaaten in Höhe von rund 45 Milliarden Euro für das Jahr 2024 vorgesehen. Die EU-Mitgliedsstaaten hatten vor der Beratung ihre Haushaltsentwürfe vorgelegt, die von der EU-Kommission kommentiert worden sind. Auch Luxemburgs neue Regierung wird aufgefordert, den fiskalpolitischen Empfehlungen zu entsprechen, die vom Rat der Europäischen Union angenommen wurden. Dies sei bislang noch nicht vollständig der Fall; unter anderem wird hier die Begrenzung der Möglichkeit zur Frühverrentung genannt. Der Europäische Gewerkschaftsbund Etuc kritisiert das Vorhaben. „Die Pläne zur Wiedereinführung von Sparmaßnahmen, die derzeit vom Rat erwogen werden, würden es Europa unmöglich machen, den Prioritäten der Bürger gerecht zu werden, und stattdessen mehr Armut und Umweltverschmutzung bedeuten“, so Etuc-Generalsekretärin Esther Lynch.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

Droit du travail dans le monde : de mal en pis

Le droit du travail et les droits syndicaux étaient en recul partout dans le monde en 2025, constate la Confédération syndicale internationale (CSI), dans la treizième édition de son « Indice des droits ». Parmi les indicateurs les plus dégradés, elle pointe une hausse « des violations de la liberté d’expression et de réunion » (dans 50 % des...

NEWS

Lebensmittelpolitik scheitere an politischem Willen

Der 2019 gegründete Verein „Foodsharing“ äußerte diese Woche scharfe Kritik an der Lebensmittelpolitik der Regierung. Konkret ging es um den nationalen Aktionsplan für ein nachhaltiges Ernährungssystem, den das Landwirtschaftsministerium vergangenen April vorgestellt hatte (woxx 1882). Während die Regierung darin den Fokus jedoch auf...

NEWS

Kannerjugendtelefon: „100 Prozent“ menschlich

Angesichts der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung rund um sogenannte künstliche Intelligenz startete das Kanner-Jugendtelefon (KJT) vergangenen Dienstag die Kampagne „100 % menschlich“, um auf den Mehrwert menschlicher Beratung gegenüber KI-gestützten Alternativen aufmerksam zu machen. Urteilfreies Zuhören, menschliche Präsenz...

NEWS

Tripartite : Frieden dégaine le chéquier

La première tripartite de l’ère Frieden s’est ouverte ce mardi 2 juin. Les discussions, apaisées le premier jour, ont pris un tour plus vif dès le lendemain avec l’épineuse question du salaire social minimum, que les syndicats veulent voir davantage revalorisé.