Kritik am Schulobst-Programm: Bananen und Äpfel vergleichen

von | 08.10.2020

Der Mouvement écologique übt weiter Kritik am Schulobst-Programm. Die Ausrede des Landwirtschaftsministerium, ein großer Teil des Obstes sei biologisch angebaut, lässt die Umwelt-NGO nicht gelten.

Hauptsache viel und billig: Das ist das Motto der Schulobst-Ausschreibung des Landwirtschaftsministeriums. (Foto: pxhere.com)

„Will das Landwirtschaftsministerium den Luxemburger Bioaktionsplan mit importierten Bananen erfüllen?“ fragt der Méco in seiner zweiten Pressemitteilung zum Thema Schulobst. Letzte Woche hatte die Umwelt-NGO sich über die öffentliche Ausschreibung für das Schulobstprogramm des Landwirtschaftsministeriums aufgeregt. Die Kernpunkte: Biologischer Anbau und regionale Herkunft sind unwichtige Kriterien, das billigste Angebot gewinnt. Damit würde die Biolandbau-Politik der Regierung konterkariert, so die Umwelt-NGO. Die gleiche Kritik hatte der Méco bereits 2019 geübt.

Genau wie letztes Jahr hat Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) auf die Anschuldigungen reagiert. 2019 waren angeblich die europäischen Regeln für öffentliche Ausschreibungen Schuld – was der Mouvement 2020 antizipiert hatte. Schneider hat nun verlautbart, der Bioobst-Anteil in der Ausschreibung sei doch ziemlich hoch. Tatsächlich sind darin mindestens 32 Prozent Bioobst vorgeschrieben. Hat der Méco sich völlig ungerechtfertigterweise aufgeregt?

Die Lösung ist einfach: 27 Prozent des geforderten Obsts, das in Schulen kostenlos verteilt werden soll, sind Bananen. Die 97,77 Tonnen Bananen müssen laut Ausschreibung alle aus biologischem Anbau stammen und Fairtrade-zertifiziert sein. Die fehlenden fünf Prozent sind der minimal geforderte Bio-Anteil des restlichen Obstes. Der Mouvement findet das skandalös: „Die 27 Prozent Bio-Bananen in der Schulobstausschreibung, welche offensichtlich nicht in Luxemburg produziert werden, nutzen dabei reichlich wenig und die 5-Prozent-Vorschrift der Verwendung von weiterem Bioobst ist geradezu beschämend niedrig!“

Ein weiterer Fakt, der den Méco aufregt: Im Schuljahr 2019/2020 hat ein Lieferant freiwillig fünf Prozent mehr Bioobst als vorgeschrieben angeboten. Trotzdem hat sich an der Ausschreibung im darauffolgenden Jahr nichts geändert – obwohl der Nachweis erbracht war, dass so viel Bioobst beschafft werden kann. Grundsätzlich sieht die Umwelt-NGO bei der Ausschreibung einen starken Kontrast zur angestrebten Biolandbau-Politik der luxemburgischen Regierung.

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