Leitungswasser: Zahl der Konsument*innen in 15 Jahren verdoppelt

Eine Umfrage zum Konsum von Leitungswasser stimmt die Umweltministerin Carole Dieschbourg positiv. Die Wasserversorgung Luxemburgs wird in Zukunft jedoch eine Herausforderung werden.

Foto: com77380/Pixabay

58 Prozent der Befragten einer TNS-Ilres-Umfrage gaben an, dass sie regelmäßig Leitungswasser konsumieren würden. 2006 war dieser Wert bei nur 28 Prozent. Damals gaben sogar 60 Prozent der befragten Einwohner*innen Luxemburgs an, niemals Leitungswasser zu trinken. Der Zuspruch für Wasser aus dem Hahn hat sich also enorm verbessert. Im Grunde gibt es auch nichts, was gegen Leitungswasser spricht: Aufbereitung und Transport ist viel ökologischer als bei Mineralwasser aus Glas- oder Plastikflaschen, außerdem ist die Qualitätskontrolle strenger als bei jedem anderen Lebensmittel. Etwa 30 Wasseranalysen werden in Luxemburg jeden Tag durchgeführt, wie der Direktor der Wasserverwaltung, Jean-Paul Lickes, am Freitagmorgen im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte. 4.400 dieser Kontrollen führt die Wasserverwaltung im Jahr durch, dazu kommen rund 7.500 Kontrollen, die von den Gemeinden und den Wassersyndikaten gemacht werden.

Bei den Gründen, warum Menschen Leitungswasser benutzen, überwiegen ökologische (78 Prozent) und ökonomische (59 Prozent). Auch der Komfort gegenüber Wasserflaschen (51 Prozent) und die gute Qualität (47 Prozent) wurden bei der Umfrage von vielen Befragten als Argumente genannt, die für das Leitungswasser sprechen. Auch der Geschmack des Leitungswasser wird von einer Mehrheit (75 Prozent) als sehr gut bis gut bewertet – zumindest in den eigenen vier Wänden. Auf dem Arbeitsplatz oder in der Schule schmeckt das Leitungswasser scheinbar weniger gut.

Gründe, die gegen Leitungswasser angebracht werden, sind der hohe Kalkgehalt (48 Prozent) und fehlendes Vertrauen in die Qualitätskontrollen (46 Prozent) sowie der schlechte Geschmack (40 Prozent) angegeben. Laut Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng), die die Ergebnisse der Studie vorstellte, hat die Regierung vor, verstärkt zu diesen Ängsten zu sensibilisieren: „Kalkhaltiges Wasser schadet zwar der Kaffeemaschine, aber nicht dem Menschen.“

Die Wasserversorgung Luxemburgs sei aktuell gesichert. Das Trinkwasser stammt hierzulande aus 270 Quellen, 40 Bohrungen und dem Stausee Obersauer. 130 Liter am Tag werden pro Kopf von privaten Haushalten verbraucht – die Industrie ist aus dieser Rechnung ausgeschlossen. „Wir müssen sicherstellen, dass auch zu Spitzenzeiten, im Sommer oder etwa während der Halbzeit eines Fußball-WM-Finales, die Versorgung gewährleistet sein.“, so Dieschbourg auf die Frage der woxx, wie die Trinkwasserversorgung in Zukunft aussehe. Drei Maßnahmen sieht die Regierung vor: Den Schutz von Trinkwasserzonen, die Sensibilisierung zum Wassersparen und den Ausbau der Infrastruktur. So wird aktuell am Stausee Obersauer eine neue Aufbereitungsanlage gebaut, von der der erste Teil im Oktober 2021 in Betrieb gehen soll. 2022 soll die Kapazität mit der neuen Anlage zusätzlich um die Hälfte erhöht / dann auf 150 Prozent erhöht werden. Trotz dieser Aussichten sei es wichtig, verantwortungsbewusst mit dem Trinkwasser umzugehen, so die Umweltministerin abschließend.


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