„Meng Landwirtschaft“ demonstrierte für eine ökologischere Landwirtschaft

Am 23. Juli standen Vertreter*innen der Plattform „Meng Landschaftwirtschaft“ schon frühmorgens vor dem Landwirtschaftsministerium,um Minister Romain Schneider (LSAP) dazu aufzufordern, sich für eine nachhaltigere Landwirtschaft einzusetzen.

Foto: Meng Landwirtschaft

Bis Ende des Jahres muss jeder EU-Mitgliedsstaat im Rahmen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) einen Strategieplan an die EU-Kommission abliefern. In diesem Dokument müssen die agrarpolitischen Maßnahmen für die nächsten Jahre skizziert werden (Wie die neue GAP aussieht, hat die woxx in „Reform der EU-Agrarpolitik: Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus?“ Beschrieben.)

„Meng Landwirtschaft“ will, dass Umwelt- und Klimaschutz in diesem Dokument eine wichtige Rolle spielen. Sie fordert Schneider auf, sich an die Empfehlungen der EU-Kommission zu halten und besonders die Reduktion der Stickstoff- und Phosphateinträge und des Pestizideinsatzes, die Verbesserung der Gewässerqualität, die Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen und die Verbesserung der Biodiversität in der Agrarlandschaft zu forcieren.

Damit der Plan den hohen Ambitionen gerecht werden kann, schlägt die Plattform vor, dass sich Schneider mit allen Akteur*innen an einen Tisch setzt und den Strategieplan gemeinsam ausarbeitet: Mit landwirtschaftlichen Organisationen, Natur- und Umweltverbänden und Konsument*innenschutzorganisationen. Ein Unterfangen, das vermutlich schwierig wird: Die Bauernzentrale (Centrale Paysanne) hatte bereits verkündet, Schneider dürfe sich bei der Formulierung des nationalen Strategieplans nicht „von rein ideologischen Einwänden irrleiten [sic!]“ lassen.“(siehe dazu auch „Reform der EU-Agrarpolitik: Gemischte Reaktionen).

„Meng Landwirtschaft“ fordert weiter, dass Schneider die Maßnahmen, die in der Biodiversitätsstudie, die das Observatoire de l’Environnement Naturel in Auftrag gegeben hatte (siehe „84 Prozent der Grünlandhabitate Luxemburgs in einem schlechten Zustand“), umgesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel eine verbindliche Nährstofferfassung für landwirtschaftliche Betriebe, einen verpflichtenden Anteil an nicht-produktiven Landschaftselementen und Reduzierung der Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung. Auch die biologische Landwirtschaft soll stärker gefördert werden: Die Plattform wünscht sich, dass das Ministerium stärker mit Bio-Landwirt*innen zusammenarbeitet.

Foto: Meng Landwirtschaft

Die vermutlich umstrittenste Forderung betrifft die Milchwirtschaft: Viele Probleme der Luxemburger Landwirtschaft hätten ihren Ursprung in der zu hohen Viehdichte und intensiven Milchproduktion, so „Meng Landwirtschaft“. Die Plattform fordert deswegen, die Milchproduktion zu reduzieren, große Milchvieh- und Mastställe nicht mehr zu subventionieren und den betroffenen Betrieben gezielte Hilfsprogramme zur Verfügung zu stellen. „Ohne diese einschneidenden Veränderungen in der Tierhaltung sehen wir keine Möglichkeit, dass die Landwirtschaft sich mittelfristig in eine positive Richtung entwickelt.“, heißt es in der Pressemitteilung, die die Plattform im Anschluss an ihre Demonstration verfasste.

Die Plattform, die aus 19 Nichtregierungsorganisationen besteht, betont jedoch, dass sie das Einkommen der Landwirt*innen gesichert sehen will, „dies einerseits mit bodengebundener Rinderhaltung und artenreichem Grünland, mehr Ackerbau für menschliche Ernährung, Obst- und Gemüsebau, innovative Produktionen und Produkten, und andererseits durch die Entgeltung öffentlicher Leistungen, wie Klima-, Natur- und Wasserschutz, als zusätzlichen Erlös zur Produktion vom Hof.“


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