Naturparks in der Bilanz

von | 22.06.2015

Auf Antrag der CSV debattierte am Mittwoch das Chamber-Plenum über die Bilanz der Luxemburger Naturparks, deren Idee in den 1980er Jahren lanciert wurde. Anfangs als Indianerreservate verschrien, wie Marco Schank, Mitbegründer des erst im zweiten Anlauf realisierten Naturpark „Uewersauer“ sich erinnerte, dauerte es etliche Jahre, bis sie sich durchsetzen konnten. Zur Vorbereitung auf die Debatte hatte das Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministerium (MDDI) ein Dokument erstellt, das durchaus (selbst-)kritische Elemente bezüglich der eigentlichen Naturparks enthält. Doch der Mouvement écologique, der ebenfalls im Vorfeld der Debatte mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit getreten war, bemängelt das Fehlen einer übergreifenden Analyse seitens des MDDI und einer „Bilanz der Naturparks auf der Grundlage konkreter Indikatoren einer nachhaltigen Regionalentwicklung“. Für die Umweltgewerkschaft stellen sich in diesem Zusammenhang eine Reihe von Kernfragen, zu deren Beantwortung es zusätzlicher Studien bedarf: Werden die Naturparks dem Anspruch, zentrale Instrumente der Regionalentwicklung zu sein, gerecht? Wie weit können in den Naturparks Eigenarten des ländlichen Raumes gewahrt werden, da sich infolge der Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt auch hier der Druck erhöht hat? Wurden die Ziele einer verbesserten Wirtschaftskraft in den betroffenen Regionen – etwa im Bereich Tourismus – erreicht? Hat sich eine Entwicklung zu größerer Nachhaltigkeit im Bereich der Landwirtschaft herausgebildet? Konnten, im Sinne der Biodiversität, wichtige Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume erhalten werden? Wie steht es um den Trinkwasserschutz – insbesondere beim Naturpark „Uewersauer“ -, da das Problem der verseuchten Quellen bekanntlich nicht an den Grenzen der Naturparks Halt macht? Und wie weit ist die Idee der Naturparks inzwischen bei den Verantwortungsträgern, aber auch in der Gesamtbevölkerung, im Bewusstsein verankert? Der Meco sieht die Naturparks vor allem als Instrument einer nachhaltigen Regionalentwicklung  und fordert, ihre Idee weiter zu entwickeln. Das Ziel müsse sein, „unter Wahrung und Entwicklung der natürlichen und kulturellen Ressourcen, wirtschaftliche, soziale und onkologische Interessen auf einen Nenner zu bringen und die Lebensqualität der EinwohnerInnen zu erhalten und zu stärken“. Die Chamber jedenfalls verabschiedete einstimmig eine Motion, die die Prinzipien einer solchen nachhaltigen Entwicklung in den Naturparks realisiert sehen will. Eine Sprachreglung, die diesen Forderungen sicher nicht widerspricht. Wie weit es allerdings zu einer konkreten Umsetzung der detaillierten Vorstellungen des Meco kommen wird, müssen die neuen Naturpark-Vorhaben, etwa im „Mëllerdall“, erst zeigen.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

La CCDH est dans son rôle quand elle critique un parti

La présidente de la Commission consultative des droits de l’homme (CCDH), Noémie Sadler, était parfaitement dans son rôle lorsqu’elle a déclaré qu’il faut « maintenir le pare-feu contre la droite », après le vote du Parlement européen en faveur du nouveau règlement sur les retours des migrant·es et réfugié·es, le 17 juin dernier. Telle est la...

NEWS

HIV-Medikament: Profitstreben tötet

Zwischen dem 26. und 31. Juli fand im brasilianischen Rio de Janeiro die 26. internationale Aidskonferenz statt. Zu diesem Anlass kritisierte die Gesundheits-NGO „Ärzte ohne Grenzen“ (Médecins sans frontieres, MSF) den Pharmahersteller „Gilead“, weil dieser sein HIV-Medikament Lenacapavir nicht als Generika für Länder mit geringem und...

NEWS

Aktion am Flughafen zum Erdüberlastungstag

Der Erdüberlastungstag („Earth Overshoot Day“) fiel dieses Jahr auf den 30. Juli. Dies ist acht Tage später als noch 2025 – was dennoch kein Grund zur Entwarnung ist. Das spätere Datum ergibt sich nämlich aus genaueren Daten, etwa zur CO2-Aufnahmefähigkeit der Ozeane, nicht aus einer nachhaltigeren Lebensweise. Der Luxemburger Overshoot Day...