Schlechte Zeiten für Luxemburgs Vögel

von | 30.04.2018

Nachdem Ende letzten Jahres eine deutsche Studie ein massives Insektensterben festgestellt hatte, wurde – auch in der woxx – vermutet, dass sich dieser Trend negativ auf die Vogelpopulation auswirken würde. Dies bestätigt sich nun.

Vor allem jene Vogelarten, die in offenen Landschaften wie Feldern, Weiden und Feuchtwiesen leben, sind stark zurückgegangen, teilte das Umweltministerium heute in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten Lex Delles und Gusty Graas mit. Das Verschwinden der Vögel erklärt die Umweltministerin vor allem mit der Zerstörung ihrer Biotope. 28 Prozent der Vogelarten im Großherzogtum sind im Rückgang begriffen. Gerade bei jenen Arten, die offene Landschaften bewohnen, ist der Rückgang oft dramatisch. So zum Beispiel beim Nördlichen Raubwürger, von dem 2006 noch 96 Brutreviere gezählt wurden – 2018 konnten lediglich noch sechs Brutpaare ermittelt werden.

Es ist jedoch nicht nur das Umweltministerium, das sich um die Vögel Luxemburgs sorgt. Die Umweltschutzorganisation „natur an ëmwelt“ vermutet, dass das Haselhuhn in Luxemburg ausgestorben ist. Der kleine Hühnervogel kam in Luxemburg in den sogenannten „Louhecken“, also den Eichenniederwäldern des Öslings, vor. Diese Wälder wurden regelmäßig verjüngt, da die Eichenrinde zur Ledergerbung verwendet wurde.

Dies passiert heute jedoch nur noch in sehr geringem Maße, etwa beim „Loufest“ zu touristischen Zwecken. Mit den Lohhecken verschwindet auch der Lebensraum des Haselhuhns. „natur an ëmwelt“ berichtet, dass schon seit einigen Jahren keine gesicherten Nachweise für den Vogel mehr erbracht wurden. Laut der NGO hat ein deutscher Experte zwei Wochen lang nach dem Haselhuhn in Luxemburg gesucht und nichts gefunden. Einzeltiere könnten noch vorkommen, Brutpaare gibt es jedoch keine mehr. Allerdings: Auf manchen Speisekarten ist das Haselhuhn – auf Französisch bekannt als Petite Gélinotte  – noch zu finden.

Seit den 1990er-Jahren werden in Luxemburg – um den Bestimmungen der EU-Vogelrichtlinie zu genügen – systematisch Inventare der hier lebenden Vögel erstellt. Nächstes Jahr sollen die Daten zu einem ausführlichen Bericht an die Europäische Kommission zusammengefasst werden. Dieses Verfahren steht alle sechs Jahre an.

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