Seenotrettung: „Jetzt Verantwortung übernehmen“

von | 06.08.2020

„Die humanitäre Lage im zentralen Mittelmeer hat sich dramatisch zugespitzt“ – so die Einschätzung der Organisationen Sea-Eye, Sea-Watch und SOS Mediterranée Deutschland. In einem gemeinsamen Statement gehen sie auf den Grund dafür ein: Sämtliche zivile Seenotrettungsschiffe würden mittlerweile aus vorgeschobenen Gründen von Italien am Einsatz gehindert. Das, obwohl in den letzten Wochen wieder mehr Menschen versuchten auf seeuntauglichen Booten aus Libyen zu fliehen. Laut den NGOs wurden in den letzten acht Wochen über 2.000 Menschen in Seenot im zentralen Mittelmeer dokumentiert; viele von ihnen seien von der sogenannten libyschen Küstenwache wieder nach Libyen zurückgebracht worden, was völkerrechtswidrig sei. „Die europäischen Rettungsleitstellen sind ihrer Verpflichtung, Seenotfälle zu koordinieren und den Überlebenden einen sicheren Hafen zuzuweisen, wiederholt nicht nachgekommen”, so der Vorwurf. Zu verhindern, dass Menschen nach Europa gebracht werden können, „um die Ankünfte in den Sommermonaten zu reduzieren”, sei zynisch und menschenverachtend. Die drei Organisationen rufen die europäischen Behörden dazu auf, die Rettungsschiffe wieder zum Einsatz freizugeben. „Die europäischen Behörden müssen jetzt Verantwortung übernehmen.”

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