Der Preis der Gewalt gegen Frauen

Erste Einblicke in eine neue Studie des European Institute for Gender Equality offenbaren: Genderspezfische Gewalt kostet die EU schätzungsweise Milliarden. Auch Luxemburg ist in der Hochrechnung vertreten. Das Gleichstellungsministerium hat sich der woxx gegenüber zu den Zahlen geäußert.

© pxfuel.com

Gewalt gegen Frauen kostet die EU schätzungsweise 289 Milliarden Euro im Jahr. Die Ausgaben für genderspezifische Gewalt im Allgemeinen belaufen sich jährlich auf 366 Milliarden Euro. Das ergeben Recherchen des European Institute for Gender Equality (EIGE). Das Institut veröffentlichte gestern erste Zahlen aus seiner Studie „The costs of gender-based violence in the European Union“. Als Fallbeispiel diente dem EIGE das Vereinte Königreich. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #140 – Wat maache géint Muechtmëssbrauch an de Lëtzebuerger Schoulen?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel.

An deene leschte Wochen ass vill iwwert Muechtmëssbrauch an Lëtzebuerger Schoule geschwat ginn. Do stoung virun allem ee Fall aus dem Diekrecher Lycée Classique am Mëttelpunkt vun den Diskussiounen. D‘Tessie Jakobs ass der Fro nogaangen, wéi d‘Strukturen opgestallt sinn, déi Muechtmëssbrauch – sief et verbal Erniddregungen, sexualiséiert Uspillungen oder esouguer Gewalt – verhënneren a bekämpfe sollen. Op ville Plaze riskéiere Schüler*innen, net eescht geholl ze ginn oder esouguer, datt hir Problemer géint si benotzt ginn. Am Podcast diskutéiert si mam Joël Adami doriwwer, wat bei der Recherche erauskomm ass. mehr lesen / lire plus

Kinderschutz: Wenn Lehrkräfte Grenzen überschreiten

Wird zurzeit ausreichend gegen Machtmissbrauch durch Lehrkräfte getan? Diese Frage stellt sich seit dem Belästigungsfall im LCD umso dringender. Zusätzliche Maßnahmen werden aktuell zwar diskutiert, ihre Umsetzung lässt jedoch auf sich warten.

Grenzüberschreitungen durch Lehrkräfte können von unangenehmen Bemerkungen bis hin zu sexualisierter Gewalt reichen. (Mohamed Hassan/pixabay)

Der Fall um einen Lehrer im Diekircher Gymnasium (LCD), der bereits vor acht Jahren Schüler*innen belästigt haben soll und erst kürzlich suspendiert wurde, wirft Fragen auf: Wie konnte es dazu kommen? Wird zurzeit das Nötige getan, um Missbrauch durch Lehrkräfte vorzubeugen? Gibt es für Betroffene angemessene Anlaufstellen?

Mit solchen und ähnlichen Fragen richteten sich letzte Woche zwei ehemalige LCD-Schülerinnen an das Bildungsministerium sowie die Direktion des LCD. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #129 – De Fall Semedo ënnert der Lupp

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel.

Zanter iwwer enger Woch diskutéiert Lëtzebuerg iwwert de Fall vun der Europadeputéierte Monica Semedo. De Joël Adami schwätzt an eisem Podcast mam Tessie Jakobs doriwwer, wat fir Aspekter an der Diskussioun dacks vergiess ginn, wéi sech d’Argumentatioun vun der Madamm Semedo an hirer Partei am Laf vun der Zäit verännert huet. Ausserdeem kucken d’woxx-Journalist*innen sech un, wat fir Géigenargumenter benotzt ginn, fir si a Schutz ze huelen an erklären, wisou d’DP net verstanen huet, wéi schlëmm Mobbing ass. 

 

 

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Fall Monica Semedo: Fehler, Ablenkung, Schlammschlacht

In den vergangenen Wochen haben sich weder Monica Semedo noch die DP mit Ruhm bekleckert. Die Problematiken, die dadurch zutage befördert wurden, sind vielfältig. Umso wichtiger, sie nicht gegeneinander auszuspielen.

Von positiver Presse wie nach den Europawahlen 2019 kann die DP aktuell nur träumen. 
Ihre Fehler in der Affäre 
Monica Semedo wird sie jetzt erst mal wieder ausbügeln müssen. (Fotos © DP)

In den knapp zwei Wochen seit der Sanktionierung der EU-Abgeordneten Monica Semedo war die Kommunikation der Demokratischen Partei (DP), um es gelinde auszudrücken, chaotisch. Innerhalb weniger Tage wurde der Fall für beendet erklärt, eine eingehende Analyse angekündigt, zur Ruhe aufgerufen und ein Gutachten des „Comité des sages“ bezüglich der Mitgliedschaft Semedos in der DP angefragt. mehr lesen / lire plus

Fall Monica Semedo: Gewalt und Machtmissbrauch

Auf die Sanktionierung der EU-Parlamentarierin Monica Semedo haben manche Medien und Politiker*innen mit verharmlosenden Kommentaren reagiert. Damit füttern sie verbreitete Fehldarstellungen psychologischer Gewalt.

Foto : dp.lu

Am Montag wurde die luxemburgische EU-Abgeordnete Monica Semedo für 15 Tage suspendiert. Sie darf in dieser Zeit zwar noch an Abstimmungen teilnehmen, nicht aber an Sitzungen des Plenums sowie an Ausschüssen. Zudem erhält sie kein Tagesgeld. Der Vorwurf: psychologische Belästigung gegenüber ihren früheren Assistent*innen. Die drei – zwei Frauen und ein Mann – hatten Anfang 2020 gekündigt, sechs Monate nach ihrer Einstellung. Die anschließende Untersuchung eines hausinternen Anti-Belästigungs-Gremiums sowie eine Anhörung der Beschuldigten dienten dem Präsidenten des EU-Parlaments, David Sassoli, als Basis für seine am Montag verkündigte Entscheidung. mehr lesen / lire plus

„Nein“ zu Gewalt gegen Frauen

Laut Weltgesundheitsorganisation wird weltweit rund ein Drittel aller Frauen im Laufe ihres Lebens Opfer körperlicher, ökonomischer, sexualisierter und/oder psychischer Gewalt. Dies etwa in Form häuslicher Gewalt, Vergewaltigungen, Genitalmutilationen, Menschenhandel oder Zwangsheirat. Um für diesen Missstand zu sensibilisieren, haben die Vereinten Nationen 2008 die jährlich vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindende „Orange Week“ ausgerufen. In diesem Jahr sind Opfer häuslicher Gewalt aufgrund von Ausgangsbeschränkungen in einer besonders schwierigen Lage – auch in Luxemburg. Wie das Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern mitteilt, wird die Entwicklung der Fälle von Gewalt gegen Frauen zurzeit täglich analysiert. Mit Notfallstrukturen, die die zurzeit bestehenden entlasten sollen, einem steten Ausbau der Informationsseite violence.lu mehr lesen / lire plus

Gewalt in der Medizin: Drahtseilakt Gynäkologie und Geburtshilfe

Gewalt in der Gynäkologie und bei der Geburtshilfe erfolgt sowohl psychisch als auch physisch. Die Betroffenen neigen zu Selbstzweifeln, während der Sektor auf die erschwerenden Umstände hinweist.

Wo liegen die Grenzen zwischen Small Talk, gut gemeinten Ratschlägen und der Missachtung des Entscheidungsrechts der Patient*innen? Die Meinungen der Gynäkolog*innen und der Patient*innen weichen oft voneinander ab. (Copyright: Internet Archive Book Images/Jentzer, A Bourcart, Maurice)

„Ich habe schon so viel von Ihnen gehört“, begrüßt ein Gynäkologe seine neue Patientin. „Ich freue mich, Sie endlich kennenzulernen. Ich kannte Ihren Vater.“ Er blättert durch ihre Akte. „Da wohnen Sie? Ein guter Freund wohnt gleich um die Ecke.“ mehr lesen / lire plus

Radikalisierung: Verlockende Versprechen

Seit zwei Jahren geht die Initiative respect.lu hierzulande gegen Radikalisierung vor. Wir haben mit Leiterin und Psychologin Karin Weyer über Risikogruppen, Bekämpfungsstrategien und eine nächste Woche zum Thema stattfindende Fachtagung gesprochen.

Seit zwei Jahren geht respect.lu gegen Radikalisierung vor. (© publicdomainfiles.com)

woxx: Was ist unter Radikalisierung zu verstehen?


Karin Weyer: Es ist wichtig zu betonen, dass Radikalisierung per se nicht problematisch ist oder eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Bewegungen mit radikalen Ideen und Forderungen – etwa die Frauenbewegung, Gewerkschaften, die Umweltbewegung. Sie haben unsere Gesellschaft weitergebracht. In unserer Arbeit befassen wir uns dagegen einerseits mit politischer und religiöser Radikalisierung, die auf physische oder psychische Gewalt zurückgreift, um ihre Ziele zu erreichen. mehr lesen / lire plus

Mobbing im Internet: Alle wiederholen, bitte!

Im Lycée Aline Mayrisch (LAML) startete am 9. Januar nach massivem Cybermobbing eine schulinterne Kampagne gegen Schikane aus dem Netz.

Bei der Table ronde im LAML wurde die Schüler*innenschaft über die rechtlichen und psychologischen Folgen von Cybermobbing aufgeklärt. (© Lycée Aline Mayrisch)

„Als Schuldirektorin will ich wissen, was mit den Jugendlichen an meiner Schule geschieht“, sagt Carole Chaine, Direktorin des LAML, und greift nach ihrer dampfenden Tasse Schwarztee. „Ich bin im Sommer 2018 zufällig bei Instagram auf die Seite ‚Notte fir Proffen‘ gestoßen – und habe mein eigenes Foto entdeckt.“ Es war ein Screenshot eines Privatfotos von Chaine, darunter stand ihre Bewertung: ungenügend. mehr lesen / lire plus

Gewalt: Hand aufs Herz

Das Gespräch über geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt erregt die Gemüter. Es ist ein Thema zwischen Fakten, Ehrlichkeit und festgefahrenen Denkmustern.

In der Diskussion um männliche Täterschaft, sollten auch Männer verstärkt Farbe bekennen und Fragen stellen. (Foto: Snapwire)

Mit entschuldigenden Gesten bahnt er sich mit einer Ledertasche unterm Arm und in farbigem Strickpullover einen Weg durch die Stuhlreihen, bis zu einem freien Sitzplatz bei der „table ronde“ der Gemeinde Sanem zu „Gewaltopfer, Gewalttäter: Ass Gewaltbereetschaft ofhängeg vu Geschlecht, Alter a sozialem Ëmfeld?“. Immer wieder nickt er Francis Spautz, Psychologe und Leiter der Beratungsstelle „infoMann“, zu. Der spricht über die Gewalt von Männern gegen Männer und andere. mehr lesen / lire plus

Gewalt gegen Frauen im Fokus

Gewalt gegen Frauen stellt auch in Luxemburg ein anhaltendes Problem dar. Um darauf aufmerksam zu machen findet zurzeit bereits zum zweiten Mal die „Orange Week“ statt.

© CNFL

Die „Orange Week“ ist in vollem Gange. Jedes Jahr dient sie dazu, für die Problematik von Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. Neben der Veranstaltung „Lët’z Say No to Violence against Women“ am heutigen Mittwoch um 19 Uhr in der Chambre de Commerce, findet am 23. November ab 15.30 Uhr das Forum „Violence against Women“ im Luxembourg Learning Centre in Belval statt. Im Rahmen der „Orange Week“ werden zudem zahlreiche Filme gezeigt. mehr lesen / lire plus

Sexismus in den Parlamenten

Psychische und sexualisierte Gewalt sind auch in den europäischen Parlamenten keine Ausnahme. Stellen, um die Vorfälle zu melden, gibt es meist keine.

© EPA

85 Prozent Frauen, die in Parlamenten arbeiten, sind bereits Opfer psychischer Gewalt geworden, so der erschreckende Befund einer kürzlich von Interparlamentarischer Union (UIP) und der parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) publizierten Studie. Befragt wurden dafür 123 Frauen aus insgesamt 45 Ländern, darunter 81 Parlamentarierinnen und 42 Parlamentsangestellte.

Unter 40-Jährige und Angestellte sind einem höheren Risiko ausgesetzt, Opfer psychischer Gewalt zu werden als ältere Frauen und Parlamentarierinnen. Bei letzteren sind vor allem diejenigen gefährdet, die sich gegen Geschlechterungerechtigkeiten und Gewalt gegen Frauen einsetzen. mehr lesen / lire plus

CYBER-MOBBING: Am Pranger

Soziale Netzwerke erleichtern das Mobben. Gerade bei Jugendlichen gibt es einen Trend zur Einschüchterung über Social Media.

Wenn die hämischen Kommentare der KollegInnen einen auch nach Feierabend noch quälen, man zur Zielscheibe von verbalen Attacken und psychologischen Machtspielchen wird, dann kann man wohl von Mobbing sprechen. In Zeiten, in denen der Verlust des Arbeitsplatzes immer drohender wird, wächst der Druck und mit ihm das Ellenbogenverhalten. Durchaus plausibel, dass die Konjunktur des Themas durch die tatsächlichen Verhältnisse am Arbeitsplatz bedingt ist. Andererseits ist das Phänomen nicht neu. Unbarmherzige Machtspiele gehören zum Schulalltag. Menschen, die eher kleiner, dicker oder sonst wie „anders“ sind, wurden schon früher „geschnitten“. mehr lesen / lire plus