KINO: Der Preis der Kunst

Hoffman glänzt in „Capote“, dem faszinierenden Porträt eines Künstlers, der sein Werk über alles stellt.

Von der hohen Kunst der Selbstzelebration, bis in die Abgründe des Alkoholikerdaseins. Philipp Seymour Hoffmann in „Capote“.

Truman Capote ist bereits als Autor von „Breakfast at Tiffany’s“ bekannt, als ein einspaltiger Artikel in der New York Times seine Aufmerksamkeit zurückhält: In einer Kleinstadt in Kansas wurde eine vierköpfige Familie von unbekannten Einbrechern regelrecht hingerichtet. Die Mörder entkamen mit ihrer Beute – um die fünfzig Dollar. Fasziniert von der Sinnlosigkeit des Massakers reist Capote nach Kansas. Seinem literarischen Ansehen und der geschickten Vermittlung seiner langjährigen Freundin Harper Lee (Catherine Keener) verdankt das exzentrische Genie, das mit seinem tuntigen Auftreten im ländlichen Kansas zunächst auf Ablehnung stößt, seine Kontakte zur einheimischen Bevölkerung. mehr lesen / lire plus

20 JAHRE TSCHERNOBYL: Atomkraft ist immer noch attraktiv

20 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl wird über ein Comeback der Atomenergie diskutiert. Doch als autonomer global player auf dem liberalisierten Energiemarkt eignet sich Atomstrom bislang nicht.

April 1986: Ein Radiologe in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl bei der Arbeit. Bleiplatten sollen vor weiterer Kontaminierung von radioaktiven Strahlen schützen.

Es war zwar kein Supergau, und doch wirkt die durch die Notabschaltung ausgelöste ºnukleare Leistungsexkursionº in Block 3 mit anschließenden Explosionen und Zusammenstürzen des 1000-Tonnen schweren Reaktordeckels im Kernkraftwerk Tschernobyl bis heute nach. Am kommenden Mittwoch jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl, die nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa 4.000 strahlenbedingte Krebstodesfälle verursachte, zum zwanzigsten Mal. mehr lesen / lire plus

OBDACHLOSE: Pannenhilfe im Foyer Ulysse?

Obdachlose schlucken eben nicht alles. Die Initiativen einiger Bewohner des Foyer Ulysse haben in letzter Zeit für ziemlichen Rummel bei „Caritas Accueil et Solidarité“ sowie im Familienministerium gesorgt.

„Wir würden Herrn H. auch eine Wohnung und Arbeit organisieren, damit er aus dem Centre Ulysse und den Umständen der Obdachlosigkeit herauskommt“, so André Manderscheid, Commissaire de Gouvernement im Familienministerium. Was muss passiert sein, dass man sich auf ministerieller Ebene so engagiert um ein Einzelschicksal sorgt?

Eigentlich war es ein alltäglicher Vorgang: H., seit Jahresbeginn „sans domicile fixe“, war entsprechend der Luxemburger Gesetzgebung verpflichtet, eine „Domiciliation“ zu beantragen, auch um soziale Ansprüche geltend machen zu können. mehr lesen / lire plus

TELECHARGEMENT: Toile sociale

A l’occasion de la journée mondiale de la propriété intellectuelle, le 26 avril, il est temps de considérer les nouvelles alternatives aux droits d’auteurs anciens et rigides.

Ne détâche que rarement les yeux de l’écran. Laurent Kratz est un des chefs de la plateforme Jamendo.

Ne détâche que rarement les yeux de l’écran. Laurent Kratz est un des chefs de la plateforme Jamendo.

„Plus les répressions contre ceux qui téléchargent illégalement sont radicales et draconiennes, mieux c’est pour nous“, ironise Laurent Kratz, le CEO de Jamendo. Cette petite start-up luxembourgeoise mais gérée par des français, a installé ses bureaux dans les couloirs du Technoport „Schlassgoart“ à Esch-sur-Alzette, véritable ruche d’abeilles „néolibérales“, si l’on veut. mehr lesen / lire plus

GREGOR SCHNITZLER: Die Wolke

Die Verfilmung des Jugendbuchs von Gudrun Pausewang hätte auch einen Fernsehabend füllen können. Die Vorlage wurde weitgehend respektiert, nur hat man eine Liebesgeschichte eingesponnen um die SoapliebhaberInnen nicht zu vergrätzen. Die vielen „gut“ platzierten Anti-Atom-Slogans beweisen leider, dass deutsches Kino schlecht ohne Moralkeule auskommt. Der Gedanke, dass Cattenom nur wenige Kilometer von Luxemburg entfernt liegt, bleibt trotzdem bedrückend. mehr lesen / lire plus

TRIPARTITE: D’Fanger ewech vum Index?

Das Luxemburger Modell sei gerettet, heißt es von Gewerkschaftsseite. Die Zeche zahlen allerdings vor allem die unteren Einkommensgruppen.

Vor zwei Wochen standen noch nicht einmal die Sitzungstermine der Tripartite-Verhandlungen fest, nun wurde vor zwei Tagen nach einem fast 13-stündigen Verhandlungsmarathon im Einvernehmen aller beteiligten Parteien ein Maßnahmenpaket beschlossen. Dies soll in den nächsten Jahren „mehr Beschäftigung, mehr Kompetitivität, mehr Lebenschancen und mehr Solidarität“ ermöglichen, gepaart mit „weniger Inflation und konsolidierten Staatsfinanzen“ – dixit Juncker.

Einzelheiten des Paketes will der Premier erst bei seiner Rede im Parlament am 2. Mai bekannt geben, und tatsächlich scheint es noch einigen Deutungsspielraum zu geben. Es ist also zunächst einmal weniger das Resultat, denn die Methode, die aufhorchen lässt. mehr lesen / lire plus