Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals einen „Health Equity Status Report“ veröffentlicht. Dieser legt offen, dass die Unterschiede in puncto Gesundheit in den 53 untersuchten Ländern gleich geblieben sind oder sich sogar verschlimmert haben. Als Faktoren, die die Gesundheit negativ beeinflussen, hat die WHO Einkommenssicherheit und soziale Absicherung, Lebensbedingungen, Sozial- und Humankapital, Qualität und Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung sowie Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen identifiziert. In der Gruppe der sozial schwächsten Menschen ist die Lebenserwartung von Frauen 7 und die von Männern 15 Jahre niedriger als in wohlhabenderen Kontexten. In der ersten Kategorie klagen doppelt so viele Menschen über Krankheiten, die ihre Fähigkeit, Alltagsaktivitäten nachzugehen, einschränken als in der zweiten. Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass bei Schulabbrecher*innen das Risiko größer ist, psychisch krank zu werden. Mit zunehmendem Alter steigen die Ungleichheiten zwischen den sozioökonomischen Gruppen: In armen Haushalten sind sechs Prozent mehr Mädchen und fünf Prozent mehr Jungen schlechter Gesundheit als in wohlhabenderen. Die Ungleichheit steigt auf 19 Prozent bei Frauen und 17 Prozent bei Männern während des arbeitsfähigen Alters. Der Bericht legt offen, dass viele Länder nicht genug tun, um kritische Faktoren wie prekäre Lebensverhältnisse zu bekämpfen.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

