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Bei der Fremdplatzierung von Kindern werden in Luxemburg nach wie vor Heime gegenüber Pflegefamilien bevorzugt. Dieser Befund geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Kinderhilfswerks Unicef hervor. Luxemburg, so heißt es weiter, gehöre damit zu den sechs einzigen europäischen Ländern, die einen solchen Ansatz verfolgen. Damit handelt das Großherzogtum der Empfehlung des Comité des droits de l’enfant zuwider, „d’éliminer progressivement les placements en institution et de favoriser la prise en charge des enfants en milieu familial chaque fois que cela est possible, et de développer le système de placement en famille d’accueil pour les enfants qui ne peuvent pas être maintenus dans leur famille, afin de réduire le nombre d’enfants placés en institution“. Die Unicef fordert Luxemburg auf, das Gesetz „portant aide, soutien et protection aux mineurs, aux jeunes et aux familles“ so schnell wie möglich zu verabschieden. Dieses sieht vor, dass Kinder falls möglich in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können. Nicht nur bezüglich Luxemburg schlägt die Unicef Alarm: In Europa und Zentralasien befinden sich zurzeit fast eine halbe Million Kinder in Heimen. Das sind 0,23 Prozent aller Kinder, doppelt so viele wie im Rest der Welt. Die hohe Zahl an platzierten Kindern in Europa wird im Bericht mit der steigenden Anzahl unbegleiteter Minderjähriger, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten, erklärt.

