BLUES: Das Klavier ist besoffen …

von | 08.10.2004

Tom Waits, „Real Gone“, Anti, 2004.

… deshalb lässt es Tom Waits auf seiner neuesten Platte „Real Gone“ lieber gleich zu Hause. Dafür ist sein Sohn Casey mit von der Partie und der darf hier die Plattenteller bedienen. Nachdem Waits auf seinen drei letzten Alben eher dem schwelgerischen Schönklang frönte, ist das vorliegende Album eine Rückkehr zum sprödem Blues von „Bone Machine“. Tom Waits hustet seine Beats durch einen Verzerrer, Brain scheint mit Fußtritten etwas zu Brei zu hauen (das Klavier?) und darüber serviert der Meister die alten Geschichten: von netten Mädchen, die zerstückelt in Mooren aufgefunden werden und unheimlichen Scheunen in denen die Krähen hausen. Waits-Fans werden die 15 Songs genießen, alle jene, denen der verschrobene Amerikaner schon immer gleichgültig war, wird’s wahrscheinlich auch diesmal nicht kümmern.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen

KULTURTIPP

Buchtipp: Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Wenn man den Klappentext von Dita Zipfels „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ liest, erwartet man einen Roman über Kinderwünsche und Urlaub unter Freund*innen. Doch die Geschichte um Felix und Matze, die seit der Schulzeit befreundet sind, und ihre Partnerinnen Eva und Linn entpuppt sich als vielschichtiger und komplexer.

KULTURTIPP

Comic-Tipp: Wald ohne Bäume

Der 25. April ist der internationale „Tag des Waldes“ – ideal also, um sich näher mit jenen Lebensräumen zu beschäftigen, die rund ein Drittel der Erdoberfläche bedecken. Mit „Wald ohne Bäume“ präsentiert Zeichnerin Hanna Harms einen Sachcomic, der so poetisch ist, dass er auch als Lyrikband durchgehen könnte.