Ein Deckel für unangenehme Fragen

von | 21.03.2013

Weil er es leid ist, dass die Medien ausschließlich über Spitzeldienst und Bommeleeër berichten, hat Premier Juncker den letzten CSV-Kongress dazu genutzt, die altbekannte Indexdiskussion erneut anzuheizen. Für einige Tage war die Verwirrung denn auch gelungen, der Koalitionspartner, der sich ähnlich wie die Grünen, anlässlich der letzten Indexmanipulation vor zwei Jahren hatte in die Pflicht nehmen lassen, um etwas Ruhe in die Diskussion zu bringen, musste notgedrungen zu Junckers gedeckelten Index Stellung beziehen. Die Grünen rechnen vor, dass die im Raum stehende Obergrenze von zwei Mindestlöhnen bei den Sektoren, die geringere Löhne auszahlen, keine Abhilfe schaffen werde. Sie plädieren, seit jeher für eine Steuerreform, bei der höhere Einkommen und vor allem Kapitaleinkommen stärker belastet werden können, was ungleich gerechter wäre, als den Mittelverdienern den Inflationsausgleich zu verweigern. Der LSAP-Fraktionschef Lucien Lux winkte ebenfalls ab: Er sieht im gedeckelten Index den Anfang vom Ausstieg aus dem System des automatischen Inflationsausgleichs und fühlt sich in diesem Punkt durch verschiedene Aussagen der Patronatsseite bestätigt. Im RTL-Background warf er Juncker vor, durch sein Engagement im deutschen Wahlkampf an der Seite von Angela Merkel genau zu jenem Sozialabbau beizutragen, gegen den er in Luxemburg so gerne wettert.

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