Albumtipp Aeonik: Seelenernte vor Mittsommer

von | 29.05.2026

(Copyright: Aeonik)

Die Luxemburger Black-Metaller „Aeonik“ feuern ihr höllisch gutes Album „The Roamer of Heaven and Hell“ mitten in die einsetzende Sommerhitze hinein und treiben damit die Temperaturen weiter in die Höhe. Eine runde Produktion mit wuchtig-warmen Klangfarben trifft auf überzeugendes, dynamisches Songwriting, das mit seinen Tremolo-Gitarrenhetzjagden überwiegend in die Kategorie „Melodic Black Metal“ fällt, aber auch Anleihen bei der symphonischen Spielart des Genres nimmt. Die emotionale Grundhaltung des 50-minütigen Opus ist Verzweiflung, die immer wieder kathartische Erlösung versprechenden melodischen Höhepunkten entgegenstrebt. So zum Beispiel beim zweiten Stück des Albums, „Scars Are What Remains”, ein treffend betitelter Track im Midtempobereich. Doch Aeonik können auch anders: Für Abwechslung sorgen Lieder wie beispielsweise „Soulharvester“, das mit seiner sardonischen Haltung an die norwegischen Finsterlinge „Slagmaur“ erinnert oder auch das überragende „Aeonian Lights“, ein Old School Black/Death Metal-Fetzer, der ordentlich loskesselt und regelrecht räudig daherkäme, wäre die Produktion dafür nicht allzu fett. Sänger Jeff Buchette (der auch Gitarre bei „Scarlet Anger“ spielt) kotzt ranzig drauflos und man freut sich sofort drauf, das alles live zu erleben. Ugh!
Aeonik: The Roamer of Heaven and Hell. Fetzner Death Records.

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