Am Montag präsentierte Umweltministerin Carole Dieschbourg den neuen Abfallwirtschaftsplan. Der vorige – aus dem Jahr 2010 – führte zwar viele Maßnahmen auf, benannte jedoch keine konkreten Ziele. Im neuen Plan sind nun Reduktionsziele vorgesehen – auf der Pressekonferenz wurde dies ausdrücklich als Novum hervorgehoben. Die Realität ist allerdings komplexer: Luxemburg hatte sich mit einem großherzoglichen Reglement schon 2003 Ziele gesetzt, von denen die meisten auch erreicht worden sind. Die Reduktionsziele im neuen Plan weisen einen entscheidenden Mangel auf: Es ist bei vielen nicht klar, auf welches Jahr sie sich beziehen, wo also die Messbasis sein soll. Obwohl in den letzten Jahren gerade im Bereich der Abfallvermeidung einige Fortschritte gemacht werden konnten, gibt es bei gewissen Abfallfraktionen immer noch Probleme. Im Restmüll finden sich weiterhin erhebliche Mengen Papier, Plastikverpackungen, Lebensmittel und Hygieneartikel wie z.B. Feuchttücher. Die Recyclingquote ist in der Hauptstadt mit den anliegenden Gemeinden sowie in der „Nordstad“ besonders niedrig. Künftig soll eine App ratlosen BürgerInnen helfen, Recyclingcontainer zu finden oder allfällige Fragen zu beantworten. Plastiktüten werden – anders als Premierminister Bettel es ankündigt hatte – nun doch verboten. Der ganze Plan ist auf emwelt.lu zu finden und kann bis Ende des Jahres kommentiert werden.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

