Toxische Stummel

Der Abgeordnete Marc Goergen (Piraten) hakte in einer parlamentarischen Anfrage an die Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi Gréng) nach, was die Regierung gegen die Umweltverschmutzung durch Zigarettenstummel unternehme. Neben Sensibilisierungskampagnen gegen Littering sieht das Umweltministerium zwei konkrete Maßnahmen vor. Zum einen werden Zigarettenstummel als gefährlicher Abfall klassifiziert, was besondere Abfallverordnungen mit sich bringt. Zum anderen will das Ministerium bis 2023 ein Verantwortungssystem für Tabakwaren produzierende Firmen mit Filtern aufbauen. Die Produzent*innen sollen dann für die Säuberung, die Entsorgung der Stummel und das Aufstellen von Sammelbehältern im öffentlichen Raum aufkommen. Weitere Verpflichtungen seien denkbar, schreibt Dieschbourg. In Luxemburg wurden letztes Jahr drei Milliarden Zigaretten verkauft, wovon lediglich 20 Prozent in Luxemburg verglühten. mehr lesen / lire plus

Abfall am Stausee: Kontraproduktive Reflexe

An manchen rezenten Reaktionen auf liegen gelassene Abfälle am Stausee werden fragwürdige Haltungen bezüglich Umweltschutz deutlich.

Viele Menschen stören sich vor allem an Umweltverschmutzung, die sie mit bloßem Auge sehen. (Foto: elverc117/pixabay.com)

Sommerzeit ist Stauseezeit. Das sehen jedenfalls nicht wenige in Luxemburg lebende Menschen so. Wo sich aber viele Menschen stundenlang in freier Natur aufhalten, ist Abfall zu erwarten.

Und genau dieser veranlasste die Gemeinde Esch-Sauer am 1. Juli zu einem Facebook-Post. „E schéinen an erhuelsamen Dag um Stausee!“ steht dort nur sarkastisch. Die Fotos sollen für sich sprechen: aufeinandergestapelte leere Verpackungen, Tüten, Becher, Flaschen, Dosen und benutzte Einweg-Grillbleche mitten auf einer Wiese und neben einem Abfallcontainer. mehr lesen / lire plus

Plastikmüll-Reduzierung: Die EU-Richtlinien sind Luxemburg nicht genug

Die luxemburgische Regierung sieht eine Reihe Maßnahmen vor, um den Plastikmüll zu reduzieren. Sie sollen schärfer werden als die Direktiven der EU.

Foto: Ben Mierement, NOAA NOS

In Remich strandet am letzten April-Wochenende das Plastikmonster von Greenpeace. Auf den Europawahlplakaten der Grünen schwimmt eine Plastiktüte durch den Ozean. Im Koalitionsvertrag (2018 – 2023) der luxemburgischen Regierung, aber auch auf europäischem Niveau, nimmt der Kampf gegen den Plastikmüll eine zentrale Rolle ein. Umweltverschmutzung durch Plastikmüll ist in der politischen und gesellschaftlichen Realität präsent und seine Vermeidung ein großes Anliegen. In Luxemburg laufen derzeit gleich mehrere Arbeitsprozesse parallel, um europäische Direktiven umzusetzen – und sie auf nationaler Ebene zu erweitern. mehr lesen / lire plus

Zero Waste: Konferenz gegen Plastikmüll

Das Oekozenter Paffendall und der Mouvement Ecologique laden zusammen mit OUNI und der SuperDreckskëscht am 30. Januar zur Konferenz „Eine Zukunft ohne Plastik. Auf dem Weg zu einer „ZERO WASTE“-Gesellschaft?!“.

Mikroplastik, Plastikmüll, zugemüllte Ozeane – Begriffe und Bilder, die der breiten Öffentlichkeit zunehmend vertraut sind. Eine traurige Popularität, denn sie stehen für die massive Umweltverschmutzung und die Zerstörung und Gefährdung von Lebensräumen, die unaufhörlich wächst. Der Mouvement nutzt seinen 50. Geburtstag deshalb nicht nur, um Kerzen auszublasen, sondern auch um gemeinsam mit OUNI und Superdreckskëscht auf Lösungsansätze im Kampf gegen den Plastikmüll aufmerksam zu machen – und das mit Vorträgen internationaler Expert*innen aus dem Bereich der Kreislaufwirtschaft und der Abfallvermeidung. mehr lesen / lire plus

Abfallpolitik: Life in plastic, not so fantastic


Das Europaparlament hat Ende Oktober ein Verbot für Einweg-Plastikprodukte beschlossen. Mit dem größten Problem für die Ozeane hat das jedoch wenig zu tun.

Vor der Abstimmung sammelte eine Gruppe von Europa-Abgeordneten vor dem Parlament Müll. Im Bild Angélique Delahaye von der EVP. (Foto: Marc Dossmann / © European Union 2018 – Source : EP)

„Die Verschmutzung der Ozeane mit Plastik ist irreversibel und ein globales Phänomen“, schreibt die Wissenschaftlerin Patricia Villarrubia-Gómez in einem Artikel in der Fachzeitschrift „Marine Policy“. Damit seien zwei der drei Kriterien für einen „planetary boundary threat“ gegeben. Dieser Begriff bezeichnet die Belastungsgrenzen der Erde. Bisher wurden darunter Bedrohungen wie das Ozonloch, der Klimawandel, das Artensterben, die Versauerung der Ozeane oder auch Veränderungen in biogeochemischen Kreisläufen durch die Einbringung von Phosphor- und Stickstoffdünger verstanden. mehr lesen / lire plus

Umweltpolitik
: Wie die Erde retten?

Was muss die nächste Regierung tun, um die Umwelt zu schützen, vielleicht sogar den Planeten zu retten? Ein Überblick über die großen umweltpolitischen Baustellen.

Sollten noch öfter Badesaisons ins Wasser fallen, weil der Stausee mit Blaualgen belastet ist, muss das Umweltministerium härter in Sachen Gewässerschutz durchgreifen. (Foto: CC BY Alexikarp/Wikimedia)

Die stärkere grüne Handschrift, die das Regierungsprogramm der wahrscheinlichen künftigen Koalition aus DP, LSAP und Déi Gréng tragen soll, ist seit der Wahl zum geflügelten Wort in Politik und Medien geworden. Welche Maßnahmen sollte eine Regierung, die sich selbst das Label ökologisch geben will, ergreifen? Um den Planeten vor den schlimmsten Konsequenzen der vielen drohenden ökologischen Katastrophen zu bewahren, sind große Anstrengungen in so einigen Bereichen vonnöten: Klimaschutz, Energiesektor, Landesplanung, Mobilität, Landwirtschaft, Artenschutz, Abfallwirtschaft. mehr lesen / lire plus

Abfallwirtschaftsplan vorgestellt

Am Montag präsentierte Umweltministerin Carole Dieschbourg den neuen Abfallwirtschaftsplan. Der vorige – aus dem Jahr 2010 – führte zwar viele Maßnahmen auf, benannte jedoch keine konkreten Ziele. Im neuen Plan sind nun Reduktionsziele vorgesehen – auf der Pressekonferenz wurde dies ausdrücklich als Novum hervorgehoben. Die Realität ist allerdings komplexer: Luxemburg hatte sich mit einem großherzoglichen Reglement schon 2003 Ziele gesetzt, von denen die meisten auch erreicht worden sind. Die Reduktionsziele im neuen Plan weisen einen entscheidenden Mangel auf: Es ist bei vielen nicht klar, auf welches Jahr sie sich beziehen, wo also die Messbasis sein soll. Obwohl in den letzten Jahren gerade im Bereich der Abfallvermeidung einige Fortschritte gemacht werden konnten, gibt es bei gewissen Abfallfraktionen immer noch Probleme. mehr lesen / lire plus

Neuer Abfallwirtschaftsplan

Hat Luxemburg ein Abfallproblem? 2014 fielen im Großherzogtum laut Eurostat etwa 0,44 Tonnen Müll pro EinwohnerIn an. Damit liegt das Land etwas über dem europäischen Durchschnitt, produziert aber nicht wesentlich mehr oder weniger Abfall als seine Nachbarn. Nach dem Regierungsrat am letzten Freitag präsentierte Premierminister Xavier Bettel den neuen Abfallwirtschaftsplan – oder auch nicht. Bettel kündigte zwar an, dass der Bericht, der eigentlich schon letztes Jahr hätte fertig sein sollen, den Regierungsrat passiert hat, konnte aber nur wenige Details nennen. Die Abfallvermeidung soll stärker gefördert werden, ebenso wie der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Um letztere soll sich eine interministerielle Taskforce kümmern, die sich in einer ersten Phase auf die staatlichen Kantinen konzentrieren wird. mehr lesen / lire plus