CO2-Emissionen aus Straßenverkehr: Luxemburg ist Europameister!

Wir sind Europameister! Was beim Sport ein Grund zum Feiern wäre, ist in dieser Disziplin ein Grund zum Schämen. Luxemburg hat europaweit die höchsten Pro-Kopf-Emissionen im Straßenverkehr.

9.275 Kilo CO2 werden in Luxemburg pro Einwohner*in im Jahr alleine durch den Straßenverkehr ausgestoßen. Das ist ein absoluter Rekordwert innerhalb der Europäischen Union. In Slowenien, das an zweiter Stelle in dieser „Hitliste“ kommt, sind es „nur“ 2.775 Kilogramm. Der Durchschnitt in der EU liegt bei 1.740 Kilo, im Großherzogtum wird also über 5-mal so viel des Treibhausgases durch den Straßenverkehr ausgestoßen.

Das hat der Österreichische Verkehrsclub VCÖ in einer Pressemitteilung unter Berufung auf Zahlen der EU-Umweltagentur EEA mitgeteilt. Die hat festgestellt, dass in Luxemburg die CO2-Emissionen von 2016 auf 2017 insgesamt um 1,3 Prozent zugenommen haben. Die EU-Kommission sieht sich „on track“, um die Ziele, die sich die Union im Rahmen des Pariser Abkommens gesteckt hat, zu erreichen. Allerdings sind die Treibhausgas (THG)-Emissionen EU-weit um 0,6 Prozent gestiegen. Die EEA warnt, dass ohne ambitionierte neue Maßnahmen die Ziele jedoch nicht erreicht werden könnten.

Im Fortschrittsbericht zur Klimapolitik der Kommission wird die besondere Stellung des Straßenverkehrs in der luxemburgischen Klimapolitik hervorgehoben: „In Luxemburg stammt etwa die Hälfte der THG-Emissionen aus dem Straßenverkehr. Im Rahmen des Europäischen Semesters wurde hervorgehoben, dass die luxemburgischen Kraftstoffsteuern zu den niedrigsten in der EU zählen und dass die dringlichste Herausforderung darin besteht, die Schieneninfrastruktur zu vervollständigen und modernisieren.“

Grafik: VCÖ

Ein Teil der hohen Pro-Kopf-Emissionen Luxemburgs stammen aus dem sogenannten Tanktourismus. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Großherzogtum nach wie vor ein Autoland ist: Nirgendwo in Europa ist der Motorisierungsgrad so hoch (662 Fahrzeuge auf 1.000 Einwohner*innen) und selbst für kurze Strecken unter fünf Kilometer wird oft auf einen Pkw zurückgegriffen. Das macht neben dem europäischen Vergleich der Emissionen deutlich, dass die nächste Regierung viel Arbeit im Bereich Straßenverkehr hat.


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