Digitalisierung: Genial, grün oder grauenhaft?

von | 04.11.2019

Technik löst viele Probleme, schafft aber auch neue. Am Mittwochabend beleuchtet der Techniksoziologe Felix Sühlmann-Faul auf Einladung des Mouvement die hellen und dunklen Seiten der Digitalisierung.

Technikbegeisterung und Sorge um ökologische sowie soziale Fehlentwicklung scheinen gut zusammenzupassen: Die Digitalisierung wird’s schon richten, das versichern uns manche Expert*innen und Politiker*innen. Sie sind im Einladungstext des Mouvement gemeint, wenn es heißt: „Die einen [sehen die Digitalisierung] schon fast von vornherein als Allheilmittel zur Bekämpfung der ökologischen Krise, andere hingegen sind weitaus skeptischer.“

Gründe zur Skepsis sind zum Beispiel der voraussichtlich hohe Energie- und Ressourcenverbrauch der dritten industriellen Revolution und die drohende Überwachung durch private und staatliche Akteure. Der Titel des Vortrags von Mittwochabend, „Digitalisierung: Fluch oder Segen?“ verspricht Antworten auf die Frage, wie sich diese Entwicklungen im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten lassen.

Nachhaltigkeit – dank oder trotz Technik?

Felix Sühlmann-Faul
(c) Roman Brodel

Der Referent Felix Sühlmann-Faul ist freier Techniksoziologe und bekannt als Koautor des vor einem Jahr erschienenen Buchs „Der blinde Fleck der Digitalisierung“. Im Auftrag des WWF Deutschland und der Robert-Bosch-Stiftung hat er die Studie „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ verfasst. Sein Vortrag soll unter anderem verdeutlichen, „welche negativen Folgen mit der Digitalisierung verbunden sein können, wenn sie nicht gesteuert wird“. Für Sühlmann-Faul muss die Politik eingreifen, damit der technische Fortschritt in den Dienst des Gemeinwohls und des ökologischen und sozialen Umbaus der Gesellschaft gestellt wird. Schließlich wird er „Anregungen geben, wie auch der Einzelne eine ‚nachhaltige‘ Digitalisierung angehen kann“.

Am Nachmittag wird Sühlmann-Faul gemeinsam mit dem Web-Entwickler Niklas Jordan ein Seminar zum gleichen Thema mitgestalten. Zielpublikum sind hier in erster Linie Personen, die auf kommunaler Ebene aktiv sind. Dabei werden Themen angeschnitten wie der ökologische Fußabdruck des Internets, die Nutzungsdauer der digitalen Geräte, ihre Entsorgung und die Möglichkeiten der Circular Economy.

Der Umgang mit der Digitalisierung beschäftigt auch die Gewerkschaftsbewegung. Am 6. und 7. November organisiert die Chambre des salariés einen Vortrag und ein Seminar insbesondere zu den rechtlichen Aspekten der „neuen Arbeitwelt“ (siehe online-woxx Beitrag; direkter Link zur Veranstaltung).

 

Vortrag „Digitalisierung: Fluch oder Segen?“ von Felix Sühlmann-Faul

Mittwoch 6. November 20.00
im Hôtel Parc Belle-Vue
5, av. Marie-Thérèse, Luxemburg
Partnerorganisationen:
Adhoc, Attac, Caritas, Eis Epicerie, Erwuessebiildung, Gemeinwohlökonomie, „iD“, Life, MTK und Oekozenter Pafendall.
Eine mündliche Direktübersetzung ins Französische ist vorgesehen.

Seminar „Digitalisatioun méi nohalteg gestalten

Mittwoch 6. November 9:00-14.30
im Drescherhaus
26A, rue du Château, Dommeldange
organisiert von Caritas-Dienst „eReUse“ und der Emweltberodung Lëtzebuerg (Ebl)

 

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