Ettelbrück: Schöffenrat gegen Schließung des CFL-Schalters

von | 30.07.2019

Der Schöffenrat der Nordgemeinde protestiert in einer Pressemitteilung gegen die Schließung des Fahrkartenschalters ab dem 1. März 2020. Mit Beginn des Gratistransports soll es im Norden Luxemburgs keinen solchen Schalter mehr geben.

Foto: CC-BY-SA -wuppertaler/Wikimedia Commons

Ab dem 1. März 2020 wird der öffentliche Transport in Luxemburg kostenlos sein. Außer für die erste Klasse und internationale Ziele wird es dann nicht mehr nötig sein, einen Fahrschein zu kaufen. Das ist der Grund, weshalb die CFL beschlossen hat, die meisten Fahrkartenschalter zu schließen: die in Petingen, Rodange, Mersch, Clerf, Ulflingen (Troisvierges), Wasserbillig und Ettelbrück. Lediglich in den Bahnhöfen Luxemburg-Stadt und Belval-Université wird es dann noch möglich sein, das gesamte Angebot an nationalen und internationalen Tickets an einem Schalter zu erwerben, während in Esch an einem Schalter des regionalen Transportdienstleisters TICE nur Fahrkarten für die 1. Klasse und für den grenzüberschreitenden Busverkehr gekauft werden können.

In Ettelbrück sorgt das für Unmut: Der dortige Bahnhof sei einer der meistgenutzten im Land, außerdem werde er gerade umgebaut, sodass auch der Verkéiersverbond und die Mobilitéitszentral ihren Sitz dort erhalten würrden. Auch die Fusionsgespräche im Rahmen der Nordstad dienen dem Schöffenrat als Argument, dass die CFL weiterhin einen Fahrkartenschalter in Ettelbruck betreiben soll. Die Lokalpolitiker*innen sind ebenfalls erbost über die Tatsache, dass weder die CFL noch Transportminister François Bausch mit ihnen geredet haben.

Auch déi Lénk haben sich zum Thema zu Wort gemeldet und bedauern die Schließung der acht Schalter und meinen zu den angekündigten Sicherheitsmaßnahmen an Bahnhöfen: „Die Zahl der Geisterbahnhöfe wird also in Zukunft nicht weniger. Daran ändern Kameras und Notrufsäulen eher wenig.“ Die Partei betont aber, dass sie den kostenlosen öffentlichen Transport „als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge“ begrüßt.

Auf der gestrigen gemeinsamen Pressekonferenz der Eisenbahngesellschaft und des Transportministeriums wurden die Alternativen zum Schalter beschrieben: Über die Website, die App und das Callcenter der CFL können internationale Tickets gekauft werden. Außerdem würden an allen Bahnhöfen Automaten installiert, mit denen Fahrkarten für Reisen in die Großregion gekauft werden können.

In Ettelbrück meint man dazu: „Eine Maschine, eine App können niemals einen Schalter ersetzen.“ Der Bahnhof ist einer von zwei Standorten, an dem das neue Konzept „Empfangsschalter“ getestet werden soll. Fahrkarten werden dort dennoch nicht verkauft werden. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob die gewieften Schalterbeamt*innen, die oft einen sehr tiefen Einblick in den Preisdschungel von DB, SNFC und anderen internationalen Bahngesellschaften haben, sich wirklich so einfach ersetzen lassen. Im Zweifelsfall müssen die Kund*innen aus dem Norden und Osten des Landes künftig nach Luxemburg-Stadt fahren, um dort ihr internationales Ticket zu erstehen – immerhin wird die Fahrt dahin dann kostenlos sein.

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