Europäische Bürger*inneninitative fordert Verbot von synthetischen Pestiziden

von | 01.04.2021

Eine „bienenfreundliche Landwirtschaft für eine gesunde Umwelt“ fordert eine Petition auf EU-Niveau, die in Luxemburg von der Umweltschutzorganisation Natur & Ëmwelt unterstützt wird.

Foto: Eric Ward / Unsplash

„Bienen und Bauern retten“ ist das Motto einer europäischen Bürger*inneninitative, die eine grundlegende Reform der europäischen Agrarpolitik fordert. Einerseits soll die Landwirtschaft so angepasst werden, dass sie naturnaher arbeitet und keine synthetischen Pestizide mehr verwendet, andererseits soll der politische Rahmen geschaffen werden, damit auch kleine landwirtschaftliche Betriebe überleben können.

„In der Sackgasse“ befinde sich die europäische Landwirtschaft, so Natur & Ëmwelt in ihrer Pressemitteilung zur Bürger*inneninitiative. Die EU-Agrarpolitik sei einseitig auf Ertragssteigerung ausgerichtet und habe das Ökosystem an den Rand des Kollapses geführt. „Mit der aktuellen europäischen Agrarpolitik ist die Zukunft unserer Lebensmittelversorgung, unserer Gesundheit und unserer Umwelt ernsthaft gefährdet“, heißt es weiter.

Biodiversität und Bienenschutz

Die Petition fordert deswegen von der EU-Kommission, schrittweise aus synthetischen Pestiziden auszusteigen. Bis 2030 soll ihr Einsatz um 80 Prozent reduziert werden, bis 2035 soll der Ausstieg komplett sein. Eine weitere Forderung sind Maßnahmen zur Wiederherstellung der Biodiversität. Natur & Ëmwelt dazu: „Auch in Luxemburg schreitet der Artenverlust trotz zahlreicher seitens der Politik ergriffener Maßnahmen weiter fort. Der zukünftige Maßnahmenkatalog soll also nicht nur gut klingen, sondern auch auf wissenschaftlich fundierten Erfahrungen und Fakten basieren, damit die Biodiversität endgültig effektiv gefördert wird.“

In den letzten Jahren standen Bienen oft im Fokus der Öffentlichkeit, wenn es um den Einsatz synthetischer Pestizide ging. In Luxemburg hat das zum Verbot des Herbizids Glyphosat geführt, das seit Ende 2020 gültig ist – obwohl die Gefährlichkeit nicht endgültig erwiesen ist. Seit 2018 gibt es in der EU außerdem einen Beschluss für das Verbot von drei Neonicotinoiden. Honigbienen sind als Haustiere vermutlich jene Insektenart, die am wenigsten in Gefahr ist, auszusterben, da ihr über Probleme mit Giftstoffen hinweggeholfen werden kann – als bekannte und beliebte Art wird sie von Umwelt-NGOs dennoch gerne als Sympathieträger für Kampagnen genutzt. Auch viele Wildbienen und andere Bestäuberinsekten sind bedroht. In Luxemburg besteht seit Ende 2019 ein Aktionsplan zum Schutz der Bestäuberinsekten.

Am 31. März 2021 hatte die Bürger*inneninitiative etwas mehr als 472.000 Unterschriften – damit sie als erfolgreich gilt, muss mindestens eine Million Unterschriften gesammelt werden. Zusätzlich gibt es MIndestquoten für die einzelnen Ländern: In Luxemburg fehlen noch rund 2.500 Unterschriften, um die Quote zu erreichen. Die Petition kann auf dieser Website unterschrieben werden, mehr Informationen erhält man auf der offiziellen Kampagnenwebsite.

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