Öffentlicher Gratistransport für alle gefordert

von | 15.07.2019

Konsumentenschutz und Patientevertriedung fordern, den öffentlichen Transport für alle gratis zugänglich zu machen. Auch für diejenigen, die aufgrund einer Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

© Adapto.lu

Vergangene Woche wurde in der Chamber gegen ein gratis Angebot vom behindertengerechten Transportdienst-Adapto abgestimmt. Organisationen wie der Konsumentenschutz und die Patientevertriedung meldeten sich in den vergangenen Tagen zu Wort, um dieses Urteil anzufechten.

Der CSV-Abgeordnete Marco Schank hatte eine Motion vorgelegt, in welcher er forderte, Adapto ebenso wie den öffentlichen Transport ab März 2020 gratis anzubieten. Seine Begründung: Letzterer sei noch nicht völlig behindertengerecht, weshalb manche Menschen immer noch auf Adapto angewiesen seien. Diesen nicht gratis anzubieten, bedeute demnach eine Diskriminierung.

Die Regierungsmitglieder blieben jedoch bei ihrer Position. Adapto sei eher mit einem Taxi als mit einem Bus vergleichbar, hatte Transportminister François Bausch argumentiert. Statt Alternativoptionen auszubauen, müsse vielmehr der öffentliche Transport möglichst zeitnah barrierefrei werden.

Die Patientevertriedung hat kein Verständnis dafür, die Kostenfreiheit des öffentlichen Transports einzuschränken. Solange die Infrastrukturen auf Luxemburger Bahnhöfen nicht an Menschen mit spezifischen Bedürfnissen angepasst seien, würden Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht auf gleichgestellte und autonome Weise am Sozialleben teilnehmen können, so die Befürchtung der Patientevertriedung, die sie am Freitag in einem Presseschreiben äußerte.

Am Donnerstag hatte bereits die Konsumentenschutzorganisation ULC die Entscheidung der Abgeordnetenkammer kritisiert. Solange die Infrastrukturen des öffentlichen Transports nicht angepasst seien, sei eine behindertengerechte Option unabdingbar. Zurzeit sei keine Gleichbehandlung aller Bürger*innen gewährleistet. Die ULC fordert nicht nur die Kostenfreiheit des Dienstes, sondern auch die Möglichkeit, täglich darauf zurückgreifen zu können. Aktuell darf der Dienst nur 15 Tage im Monat benutzt werden.

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