Podcast-Empfehlungen: Es gibt was auf die Ohren

Die eigene Playlist hängt euch zum Halse heraus? Wie wäre es hiermit: Die woxx präsentiert eine feine Auswahl an Podcasts. Diese Woche gibt es Synapsensalat, Realität, Pop und Psyche, ein bisschen Amerika und mehr.


Synapsen – der neue Wissenschaftspodcast von NDR Info

(tj) – Wie lassen sich Korallenriffe retten? Hilft LSD bei Depressionen? Wie können Straßen für Fußgänger*innen, Radler*innen und Autofahrer*innen sicherer gemacht werden? Wieso hält die Ideologie menschlicher „Rassen“ sich so hartnäckig? Anders als es der Titel vermuten lässt, geht es im Podcast „Synapsen“ nicht in erster Linie um Naturwissenschaften: Soziologische, philosophische und ethische Perspektiven auf aktuelle Forschungsfragen werden ebenso beleuchtet. Wenig überraschend wird sich in zahlreichen Folgen auch der Forschung rund um die Covid-19-Pandemie gewidmet. Hier geht es etwa um Theorien zur Herkunft des Virus, ums Impfen, um das Konzept der Solidarität und um Antikörpertests. Moderiert wird der Podcast von den Journalistinnen Maja Bahtijarevic und Lucie Kluth, die mit Gesprächspartner*innen aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen diskutieren.


Realitäter*innen

(tj) – Bevor die Pandemie ausbrach, organisierten sie Partys, die sich gezielt an Frauen und queere People of Color richteten. Seit März kann man dem deutschen DJ-Duo Gizem Adiyaman und Lúcia Luciano nun auch beim Diskutieren zuhören. Ihr Podcast „Realitäter*innen“ stellt, wie sie selbst beschreiben, „Themen und Identitäten abseits der Mehrheitsgesellschaft“ ins Zentrum. Die Themen sind vielfältig und reichen von Pornos, über sexualisierte Gewalt bis hin zu Obdachlosigkeit. Wie schwer ist sozialer Aufstieg in Deutschland? Warum ist es okay, keine Kinder zu wollen? Inwiefern sind Künstler*innen systemrelevant? Diese und viele weitere Fragen besprechen Adiyaman und Luciano mit wechselnden Gäst*innen. Begriffserklärungen und Kontextualisierungen ermöglichen es, den Gesprächen zu folgen, auch ohne Vorwissen zu den jeweiligen Themen.


Danke, gut. Der Podcast über Pop und Psyche

(is) – Im WDR-Podcast „Danke gut. Der Podcast über Pop und Psyche“ trifft die Musikjournalistin Miriam Davoudvandi Personen des öffentlichen Lebens, um mit ihnen über psychische Gesundheit zu sprechen. Der Austausch basiert auf Eigenerfahrungen. Mit dem Rapper Mauli spricht Davoudvandi über Kleptomanie, mit dem Sänger Henning May (AnnenMayKantereit) über Ruhm und toxische Männlichkeit. In der Folge zu Bipolarität sitzt sie mit Autor*in und Journalist*in Hengameh Yaghoobifarah und in der zu Burn Out mit Sahra Wagenknecht (Die Linke) zusammen. In anderen Folgen geht es um Arbeitssucht, Borderline und die Pornoindustrie, Flucht und Trauma. Unter jeder Folge werden Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige angegeben und Begrifflichkeiten erklärt. Der Podcast läuft in der WDR-Mediathek, auf Spotify, Itunes und Google Podcasts.

Throughline

(ja) – Viele aktuelle politische Geschehnisse lassen sich besser verstehen, wenn die historischen Ereignisse, die an ihrem Anfang stehen, bekannt sind. Nach diesem Motto funktioniert der Podcast Throughline des öffentlichen US-amerikanischen Senders NPR. Jede Folge widmet sich einem bestimmten historischen Thema, das meistens eine Verbindung mit der Aktualität hat. Kurz nach den US-Wahlen im November gab es zum Beispiel eine Folge zu den Wahlen von 2000, als die Frage, ob Bush oder Gore Präsident werden würde, an der Nachzählung in Florida hing. Eine andere erklärte, welche historischen Wurzeln das komplizierte System des „Electoral College“ hat. Throughline beschäftigt sich jedoch nicht nur mit Politik und Wahlen: Eine rezente Episode stellte den Fleckenkauz in den Mittelpunkt. Diese geschützte Eulenart verhinderte das Abholzen großer Wälder und war deswegen in den 1980er- und 1990er-Jahren Thema vieler Kontroversen. Throughline bringt diese historischen Geschehnisse stets lebendig rüber, oft auch mit Archivmaterial des Senders. Die Parallelen zur Aktualität machen die Nachrichten aus den USA verständlicher.


Alles ist Film – 
der Podcast des DFF

(is) – Die Museen in Deutschland sind geschlossen, doch hinter den Kulissen tut sich was: Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) in Frankfurt am Main liefert im Podcast „Alles ist Film“ in kurzen Folgen Einblicke in die Filmgeschichte, präsentiert in längeren Episoden aber auch Hintergründe zu eigenen Ausstellungen. So wird beispielsweise über unterschiedliche Aspekte der aktuellen Sonderausstellung zu Disney diskutiert: Disney und Diversität, deutsche Disney-Songs oder die Person Walt Disney. Darüber hinaus gibt es Interviews mit Regisseur*innen oder Mitarbeiter*innen des Filmmuseums, mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Zu hören auf allen gängigen Podcast-Plattformen und auf der Website des DFF.


Transition Days Podcast

(is) – „How to live together in a one planet world?”, dieser Frage geht Cell – the transition hub Luxembourg dieses Jahr während der Transition Days und in seinem gleichnamigen Videopodcast nach. Der Schriftsteller Luc Spada tauscht einmal im Monat mit Persönlichkeiten der Transition-Bewegung Gedanken rund um Nachhaltigkeit aus. Spada macht keinen Hehl daraus, dass er weniger von dem Thema versteht als seine Gäste, wie etwa Johny Diderich, Selbstversorger und Mitglied der luxemburgischen Transition-Bewegung, oder Sebastian Dietz, Präsident der Energiekooperative EnerCoop Uelzechtdall. Für Menschen, die schon länger in der Transition-Bewegung aktiv sind, liefert der Videopodcast vermutlich keine neuen Erkenntnisse. Für alle, die in das Thema reinschnuppern wollen, lohnt es sich reinzuschauen. Auf Youtube.


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