Podcast-Empfehlungen: Es gibt was auf die Ohren

von | 17.12.2020

Die eigene Playlist hÀngt euch zum Halse heraus? Wie wÀre es hiermit: Die woxx prÀsentiert eine feine Auswahl an Podcasts. Diese Woche gibt es Synapsensalat, RealitÀt, Pop und Psyche, ein bisschen Amerika und mehr.


Synapsen – der neue Wissenschaftspodcast von NDR Info

(tj) – Wie lassen sich Korallenriffe retten? Hilft LSD bei Depressionen? Wie können Straßen fĂŒr FußgĂ€nger*innen, Radler*innen und Autofahrer*innen sicherer gemacht werden? Wieso hĂ€lt die Ideologie menschlicher „Rassen“ sich so hartnĂ€ckig? Anders als es der Titel vermuten lĂ€sst, geht es im Podcast „Synapsen“ nicht in erster Linie um Naturwissenschaften: Soziologische, philosophische und ethische Perspektiven auf aktuelle Forschungsfragen werden ebenso beleuchtet. Wenig ĂŒberraschend wird sich in zahlreichen Folgen auch der Forschung rund um die Covid-19-Pandemie gewidmet. Hier geht es etwa um Theorien zur Herkunft des Virus, ums Impfen, um das Konzept der SolidaritĂ€t und um Antikörpertests. Moderiert wird der Podcast von den Journalistinnen Maja Bahtijarevic und Lucie Kluth, die mit GesprĂ€chspartner*innen aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen diskutieren.


RealitÀter*innen

(tj) – Bevor die Pandemie ausbrach, organisierten sie Partys, die sich gezielt an Frauen und queere People of Color richteten. Seit MĂ€rz kann man dem deutschen DJ-Duo Gizem Adiyaman und LĂșcia Luciano nun auch beim Diskutieren zuhören. Ihr Podcast „RealitĂ€ter*innen“ stellt, wie sie selbst beschreiben, „Themen und IdentitĂ€ten abseits der Mehrheitsgesellschaft“ ins Zentrum. Die Themen sind vielfĂ€ltig und reichen von Pornos, ĂŒber sexualisierte Gewalt bis hin zu Obdachlosigkeit. Wie schwer ist sozialer Aufstieg in Deutschland? Warum ist es okay, keine Kinder zu wollen? Inwiefern sind KĂŒnstler*innen systemrelevant? Diese und viele weitere Fragen besprechen Adiyaman und Luciano mit wechselnden GĂ€st*innen. BegriffserklĂ€rungen und Kontextualisierungen ermöglichen es, den GesprĂ€chen zu folgen, auch ohne Vorwissen zu den jeweiligen Themen.


Danke, gut. Der Podcast ĂŒber Pop und Psyche

(is) – Im WDR-Podcast „Danke gut. Der Podcast ĂŒber Pop und Psyche“ trifft die Musikjournalistin Miriam Davoudvandi Personen des öffentlichen Lebens, um mit ihnen ĂŒber psychische Gesundheit zu sprechen. Der Austausch basiert auf Eigenerfahrungen. Mit dem Rapper Mauli spricht Davoudvandi ĂŒber Kleptomanie, mit dem SĂ€nger Henning May (AnnenMayKantereit) ĂŒber Ruhm und toxische MĂ€nnlichkeit. In der Folge zu BipolaritĂ€t sitzt sie mit Autor*in und Journalist*in Hengameh Yaghoobifarah und in der zu Burn Out mit Sahra Wagenknecht (Die Linke) zusammen. In anderen Folgen geht es um Arbeitssucht, Borderline und die Pornoindustrie, Flucht und Trauma. Unter jeder Folge werden Hilfsangebote fĂŒr Betroffene und Angehörige angegeben und Begrifflichkeiten erklĂ€rt. Der Podcast lĂ€uft in der WDR-Mediathek, auf Spotify, Itunes und Google Podcasts.

Throughline

(ja) – Viele aktuelle politische Geschehnisse lassen sich besser verstehen, wenn die historischen Ereignisse, die an ihrem Anfang stehen, bekannt sind. Nach diesem Motto funktioniert der Podcast Throughline des öffentlichen US-amerikanischen Senders NPR. Jede Folge widmet sich einem bestimmten historischen Thema, das meistens eine Verbindung mit der AktualitĂ€t hat. Kurz nach den US-Wahlen im November gab es zum Beispiel eine Folge zu den Wahlen von 2000, als die Frage, ob Bush oder Gore PrĂ€sident werden wĂŒrde, an der NachzĂ€hlung in Florida hing. Eine andere erklĂ€rte, welche historischen Wurzeln das komplizierte System des „Electoral College“ hat. Throughline beschĂ€ftigt sich jedoch nicht nur mit Politik und Wahlen: Eine rezente Episode stellte den Fleckenkauz in den Mittelpunkt. Diese geschĂŒtzte Eulenart verhinderte das Abholzen großer WĂ€lder und war deswegen in den 1980er- und 1990er-Jahren Thema vieler Kontroversen. Throughline bringt diese historischen Geschehnisse stets lebendig rĂŒber, oft auch mit Archivmaterial des Senders. Die Parallelen zur AktualitĂ€t machen die Nachrichten aus den USA verstĂ€ndlicher.


Alles ist Film – ‹der Podcast des DFF

(is) – Die Museen in Deutschland sind geschlossen, doch hinter den Kulissen tut sich was: Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) in Frankfurt am Main liefert im Podcast „Alles ist Film“ in kurzen Folgen Einblicke in die Filmgeschichte, prĂ€sentiert in lĂ€ngeren Episoden aber auch HintergrĂŒnde zu eigenen Ausstellungen. So wird beispielsweise ĂŒber unterschiedliche Aspekte der aktuellen Sonderausstellung zu Disney diskutiert: Disney und DiversitĂ€t, deutsche Disney-Songs oder die Person Walt Disney. DarĂŒber hinaus gibt es Interviews mit Regisseur*innen oder Mitarbeiter*innen des Filmmuseums, mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Zu hören auf allen gĂ€ngigen Podcast-Plattformen und auf der Website des DFF.


Transition Days Podcast

(is) – „How to live together in a one planet world?”, dieser Frage geht Cell – the transition hub Luxembourg dieses Jahr wĂ€hrend der Transition Days und in seinem gleichnamigen Videopodcast nach. Der Schriftsteller Luc Spada tauscht einmal im Monat mit Persönlichkeiten der Transition-Bewegung Gedanken rund um Nachhaltigkeit aus. Spada macht keinen Hehl daraus, dass er weniger von dem Thema versteht als seine GĂ€ste, wie etwa Johny Diderich, Selbstversorger und Mitglied der luxemburgischen Transition-Bewegung, oder Sebastian Dietz, PrĂ€sident der Energiekooperative EnerCoop Uelzechtdall. FĂŒr Menschen, die schon lĂ€nger in der Transition-Bewegung aktiv sind, liefert der Videopodcast vermutlich keine neuen Erkenntnisse. FĂŒr alle, die in das Thema reinschnuppern wollen, lohnt es sich reinzuschauen. Auf Youtube.

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