Prix Servais 2021: Die Short-List liegt vor

von | 29.03.2021

Corona hin oder her: Auch dieses Jahr hat die Jury des Servais-Preises eine Short-List zusammen gestellt, um die luxemburgische Literaturproduktion ins Rampenlicht zu stellen.

Wenn es einen Sektor der Kulturbranche gibt, der von der Pandemie wenigstens teilweise verschont wurde, dann ist es die Literaturbranche. Zwar fallen Lesungen und Buchmessen regelmäßig aus oder werden verschoben, doch der Lockdown hat sicherlich dazu beigetragen, dass einerseits mehr gelesen und andererseits mehr geschrieben wurde.

Dankenswerterweise hat die Jury für die 2021er Vergabe des Preises auf Lockdown-Literatur von gelangweilten alten, weißen Männern, die sich sehr wichtig nehmen, verzichtet. Geschlechterparität herrscht trotzdem nicht. Mit Ulrike Bail und „wie viele faden tief“ (erschienen beim saarländischen Conte-Verlag) hat es nur eine  Frau in die engere Auswahl geschafft. Die Lyrikerin stellte schon im Gespräch mit der woxx letztes Jahr fest, dass noch Luft nach oben ist, was die Geschlechterverhältnisse angeht: Seit der Entstehung des Servais-Preises 1992 wurden nur sechs Frauen ausgezeichnet – davon zwei in den letzten drei Jahren. In dem Sinne kann die Jury, die sich in der Pressemitteilung dafür lobt mit ihrer Auswahl auf die „Diversität und die Qualität der Literaturproduktion in Luxemburg“ hinzuweisen, noch an sich arbeiten.

Die weiteren Nominierten sind: Guy Helminger mit „Die Lombardi-Affäre“ (capybarabooks) – eine semi-autobiografische Abrechnung mit der DP-Kulturpolitik und RTL – Robert Schofield mit „The Treasury of Tales“ (Black Fountain Press), Jemp Schuster mit „Bluttsëffer – All Frau dréit hire Päckelchen“ (Editions Imprimerie Centrale) und „La Guerre du temps“ (Hydre Editions) von Jean Sorrente.

Anfang Mai wird bekanntgegeben, wer die Gewinner*in des mit 6.000 Euro (das entspricht übrigens weniger als dem Monatsgehalt eines Kulturfunktionärs) dotierten Preises wird.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Lyrik: Sonné d’Amérique

C’est en sortant des sources thermales, lors de son périple au nord de l’Amérique, que Florent Toniello a une idée, « il est vrai, un peu folle » : raconter ce voyage en sonnets. Des sonnets pas très orthodoxes, comme le poète le reconnaît lui-même, mais authentiques. Les quatrains et tercets recueillis dans « Sonné d’Amérique » contiennent...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #400 – Wéi vill Rechenzentre kommen op Lëtzebuerg?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Den „Data Center“ vu Google zu Bissen ass vill an der Kritik. Et ass warscheinlech de gréisste Rechenzenter, deen zu Lëtzebuerg gebaut gëtt. Wisou „warscheinlech“? Ma well et net kloer ass, wat alles geplangt ass. De Stroumnetzbedreiwer Creos huet zwar...

KULTURTIPP

Willis Tipps: September 2026

Pizzica und mehr Die Musik aus dem Salento im Süden Italiens wird schon seit 1975 von der Gruppe Canzoniere Grecanico Salentino um die Welt getragen. Eine weitere bemerkenswerte Gruppe aus dem Salento ist Officina Zoè, die 1993 gegründet wurde und jetzt ihr neues, elftes Album Mari e Marenne veröffentlicht hat. Drei der Gründungsmitglieder...

KULTURTIPP

Event: Poesie Plus Festival

Das brandneue, von der Kulturfabrik ins Leben gerufene Poesie Plus Festival verwandelt Esch vom 25. bis 27. September in einen Ort, der die Literatur feiert – mehrsprachig, pluridisziplinär und experimentierfreudig. Das geschriebene und das gesprochene Wort treten dabei mit Musik, Performances und bildender Kunst in einen Dialog. Mit über 40...