Suizid : Endlich ein kohärenter Aktionsplan

von | 03.08.2015

„Luxembourg is really a beautiful town – so many bridges you can jump off“, meinte vor Jahren ein Moderator der englischsprachigen Morgenshow auf Radio Ara. Hinter dem schwarzen britischen Humor versteckt sich eine bittere Realität. Zwar liegt die – offizielle – Zahl der Selbstmorde in Luxemburg unter dem europäischen Durchschnitt, mit 85 dokumentierten Fällen im Jahr 2014. Doch das Thema galt lange Zeit als Tabu. Wie die Gesundheitsministerin zusammenfasste: Die Regierungen arbeiteten schon seit 2006 an dem Thema, doch erst die aktuelle Koalition hat einen kohärenten Aktionsplan auf die Beine gesetzt. Inspiriert von ähnlichen Programmen aus Australien und Neuseeland, basiert der großherzogliche Plan vor allem auf Prävention bei Risikogruppen (Jugendliche und ältere Menschen), Hilfe zur Selbsthilfe, besserer Erkennung von psychischen Krankheiten und einer vertieften Aufklärung im Schulbereich. Hervorzuheben ist auch die Existenz einer Arbeitsgruppe zur Suizidprävention im beruflichen Umfeld. Damit wurde ein weiteres Tabu gebrochen, ist die Zahl der Selbstmorde am Arbeitsplatz durch zu viel Druck oder Mobbing doch mit der Krise erheblich angestiegen.

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