Umgang mit Geflüchteten: Die Menschenrechtskommission kontert

von | 20.12.2018

Zwischen der konsultativen Menschenrechtskommission und dem Außenministerium findet zurzeit ein hitziger Schlagabtausch statt. Dieser ist leider weniger spannend als vielmehr tragisch, geht es doch um den Umgang mit Asylbewerber*innen und anerkannten Geflüchteten in Luxemburg.

© Wikimedia Commons

Am 28. November hatte die CCDH in einem Bericht darauf hingewiesen, dass bezüglich Aufnahme- und Lebensbedingungen von Asylbewerber*innen und anerkannten Geflüchteten aufgrund heruntergekommener Unterkünfte, unzureichender Betreuung und nicht zuletzt menschenunwürdiger Tests dringend nachgebessert werden müsse. Minister Jean Asselborn hatte darauf am 13. Dezember mit einer Klarstellung reagiert.

Die CCDH will die Aussagen des Ministers jedoch nicht gelten lassen. Manche seien unzutreffend und ungenau, heißt es in einem Schreiben, das die Kommission heute veröffentlicht hat. Anders als von Asselborn behauptet, würden die verschiedenen ärztlichen Untersuchungen zur Feststellung des Alters Minderjähriger sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene immer wieder kritisiert. Auch die Zuverlässigkeit solcher Tests, wie etwa der Begutachtung der Genitalien, sei bereits von luxemburgischen Gerichten in Frage gestellt worden.

Laut CCDH bestehe ein allgemeines Bewusstsein dafür, dass solche Praktiken das Risiko bergen, besonders verletzliche Personen zu (re-)traumatisieren. Zwar sei es, wie Asselborn betont hatte, in der Tat wichtig, dafür zu sorgen, Erwachsene und unbegleitete Minderjährige nicht in denselben Unterkünften unterzubringen, dies jedoch nicht auf Kosten einer angemessenen Behandlung und Betreuung.

In seiner Richtigstellung hatte der Minister darauf hingewiesen, dass Asylbewerber*innen eine Begutachtung ihrer Genitalien ablehnen können. Die CCDH weist darauf hin, dass eine solche Ablehnung sich negativ auf den Asylantrag auswirken könne. In Anbetracht dessen könne wohl kaum von einer freiwilligen Zustimmung die Rede sein.

Anders als vom Minister behauptet sei man nach der Begutachtung der Genitalien durchaus in einem Fall zu der Konklusion gekommen, dass es sich bei dem Untersuchten um einen Minderjährigen handele. Damit widerspricht die CCDH der Aussage Asselborns, dass eine solche Begutachtung noch nie an minderjährigen Asylbewerber*innen durchgeführt worden sei.

Im weiteren Verlauf des Schreibens weist die CCDH darauf hin, dass der Minister die Bedenken bezüglich unter anderem Unterkünften und Feststellung auf Verletzlichkeiten teilweise missverstanden habe. Die Kommission hofft, mit ihren Auskünften auf konstruktive Weise zu einer Verbesserung der Aufnahme- und Integrationsbedingungen der betroffenen Personen beitragen zu können.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #380 – Ungarn vor dem Systemwechsel?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. De Sonnde sinn an Ungarn Parlamentswale: No 16 Joer Fidesz-Herrschaft vum Viktor Orbán gëtt et eng reell Chance op e Regierungswiessel. De Géigekandidat Péter Magyar an seng Tisza-Partei leien a ville Ëmfroe vir. Mä och wann den Orbán verléiert: Säi System...

NEWS

« Recul historique » des droits des réfugié·es

Dans un avis publié le 7 avril, le Collectif réfugiés Luxembourg (LFR) dénonce « avec la plus grande fermeté » un nouveau projet de loi, déposé à la mi-janvier. Le texte transpose en loi nationale plusieurs règlements de l’UE englobant le Pacte européen sur la migration et l’asile, un accord vivement condamné à maintes fois par les ONG de...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #379 – Loftqualitéit: Op Käschte vun der Gesondheet

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Zu Lëtzebuerg ass d'Loftqualitéit gutt. Op mannst steet dat meeschtens esou an der offizieller App an op offizielle Websäiten. Just ganz seele gëtt viru schlechter Loft gewarnt. Mä dat läit virun allem dorun, datt sech dobäi op al Grenzwäerter vun der EU bezu...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #378 – Pestiziden: Geféierleche Fréijoerscocktail?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Pestizidréckstänn bei Lëtzebuerger Äppel hu viru kuerzem fir hefteg Diskussioune gesuergt, mä  de Problem limitéiert sech net just op Äppel. Och wann d’Réckstänn ënner de gesetzleche Grenzwäerter vun der EU leien, stellt sech d’Fro, wéi Pestiziden an der...