Wenn aus Schreiber*innen Häftlinge werden

von | 12.11.2020

Sie sitzen hinter Gittern, weil sie schreiben, was Diktatoren, religiöse Gruppierungen und andere Mächte nicht lesen wollen: 2019 waren 100 Journalist*innen in Haft, 67 Schreiber*innen kämpften vor Gericht um ihre Freiheit. Zahlen, die der Autor*innenverband PEN International kürzlich in einer Fallliste veröffentlichte. Der irakische Autor Alaa Mashthob Abboud und die irische Journalistin Lyra McKee wurden im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit ermordet. Am Sonntag, dem 15. November, gedenkt der Verband den Autor*innen. Der Gedenktag wurde 1980 durch das „Writers in Prison“-Komitee des PEN International ins Leben gerufen, um auf die Repression der Meinungsfreiheit aufmerksam zu machen. Dieses Jahr hebt der Verband unter anderem die Verleumdungsklage gegen die peruanische Investigativjournalistin Paola Ugaz hervor: Sie enthüllte 2015 in ihrem Buch „Half Monks, Half Soldiers“ die Machenschaften der konservativ-katholischen Gruppierung „Sodalitium Christianae Vitae“, die von Gehirnwäsche bis hin zu Vergewaltigung reichen. Privatpersonen, die der Gruppe nahestehen, haben Straf- und Zivilklagen gegen sie eingereicht. Im Oktober 2020 eröffnete der Neunte Gerichtshof in Lima den Prozess.

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