
The White Stripes, Get Behind Me Satan, XL/Beggars, 2005.
Lustig eigentlich: Während Coldplay vorgeworfen wird, sich mit „X&Y“ nicht wirklich erneuert zu haben, müssen sich die White Stripes den Vorwurf gefallen lassen, ihren erdigen Blues-Rock zu Gunsten schludrig aufgenommen Lo-Fi-Skizzen aufgegeben zu haben. In der Tat erschließt sich Get behind me Satan auch beim x-ten Hören nicht. Selbst ein lauer Aufguss des großartigen Vorgängers „Elephant“ könnte nicht so enttäuschend sein. „Artsy-Fartsy“ nennt es der Brite: Jack und Meg White bieten reichlich Attitüde aber wenig durchdachte Songs – als hätten sich beide lediglich beim Rumprobieren mit einem billigen Kassettenrecorder aufgenommen. Was bei Bands wie Coco Rosie oder Devendra Barnhart authentisch und erfrischend klingt, wirkt bei den White Stripes einfach nur ziellos. Vielleicht hat sich ihr Konzept – skurrile Texte, dynamische Melodien – nach drei Alben einfach ausgereizt.

