Geschlossen gegen Homophobie

von | 06.12.2018

Eine homophobe parlamentarische Anfrage von Fernand Kartheiser stößt auf Gegenwind.

© Script.lu

Nachdem sich der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser am Montag in einer parlamentarischen Anfrage danach erkundigt hatte, ob es altersgerecht sei, Kindern aus dem Cycle 4.2. ein Theaterstück über Homosexualität zu zeigen, hagelt es nun Kritik.

Die Frage bezieht sich auf das Theaterstück „Ein Känguru wie Du“, das im November im Kasemattentheater aufgeführt wurde. Nachdem, Kartheiser zufolge, besorgte Eltern ihm ihren Unmut über besagtes Theaterstück mitgeteilt hatten, wollte Kartheiser von Bildungsminister Claude Meisch unter anderem wissen, ob der Besuch eines Theaterstücks über Homosexualität im Lehrplan vorgesehen sei, ob dies für Kinder des Cylce 4.2. altersgerecht sei und ob die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung für Schüler*innen obligatorisch sei.

Kartheisers Frage zeige „wie wichtig es ist (oder wäre), möglichst früh in der Erziehung dafür zu sorgen, dass eine offene und tolerante Gesellschaft heranwachsen kann, in der Homosexualität nicht als etwas Abnormales wahrgenommen wird“, kommentierte Simone Molitor gestern im „Lëtzebuerger Journal“. Gerade jemandem wie ihm hätte dies sicherlich gut getan.

Heute Nachmittag folgte eine Stellungnahme von Rosa Lëtzebuerg: Für parlamentarische Anfragen wie die von Kartheiser, sei in unserer Gesellschaft keinen Platz, heißt es in einem auf Facebook veröffentlichten Kommentar. Für den Kampf gegen Diskriminierung sei es unabdinglich, LGBTQ-Themen in den Schulunterricht zu integrieren – und zwar nicht nur in „Vie et société“, sondern fächerübergreifend. Es ist nicht zum ersten Mal, dass Rosa Lëtzebuerg diese Forderung äußert, Kartheisers Anfrage gab jedoch Anlass, sie ein weiteres Mal hervorzuheben.

Auch das Kasemattentheater reagierte auf seiner Facebookseite. Man sei stolz auf die eigene fortschrittliche Tradition von Offenheit, Toleranz und Menschlichkeit. Kultur, allen voran das Theater, gebe dem Publikum die Möglichkeit, unsere Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Dies sei etwas, das der „verstaubte“ Fernand Kartheiser leider nie verstehen werde.

Bleibt abzuwarten wie Claude Meisch, an den die homophobe Frage gerichtet war, reagieren wird.

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