Déi Lénk: Gegen die Privatisierung des Postgebäudes

Mit einer Protestaktion vor dem Postgebäude in Luxemburg-Stadt wiesen „déi Lénk“ heute auf die bevorstehende Umnutzung der historischen Immobilie zum Luxushotel hin.

„Dat schéint Postgebai gehéiert eis all! Kee Royal Hamilius II!“ hieß es am frühen Mittwochmorgen auf den Spruchbändern und Plakaten, die Militant*innen von „Déi Lénk“ vor dem ehemaligen Hauptsitz der Luxemburger Post angebracht hatten. Nachdem die umfangreichen Arbeiten zur Errichtung des Centre Hamilius Komplexes begonnen hatten, wurde das Gebäude von seinem Eigentümer, der Luxemburger Post, nicht mehr genutzt. Das Postamt wurde ins Erdgeschoss eines Bürogebäudes auf der gegenüberliegenden Seite des Boulevard Royal verlegt, die Post- und Paketfächer in einer düsteren Geschäftsgalerie untergebracht.

„In einer Zeit, in der unsere Hauptstadt zunehmend zu einem Ghetto für Reiche wird, hat der Eigentümer des Hôtel des Postes, nämlich Post Luxemburg – zu 100 % im Besitz des Staates – angekündigt, dass dieses symbolträchtige Gebäude, das vor mehr als einem Jahrhundert mit Steuergeldern für den öffentlichen Dienst gebaut wurde, in Zukunft zu einem Hotel werden soll“, steht in der Pressemitteilung von „déi Lénk“ zum Anlass.

Diese Aktion zeige einmal mehr den Mangel an strategischer Vision von Stadt und Regierung. Luxemburg brauche keine weitere Fehlentwicklung wie den „Royal Hamilius“, wo öffentliche Grundstücke für „den Bau eines Luxuseinkaufszentrum und Wohnungen für Ultrareiche“ bereitgestellt wurden. Stattdessen fordert die linke politische Bewegung bezahlbare Wohnungen und das Nutzbarmachen des Gebäudes für öffentliche Dienstleistungen, die allen zugute kommen – und dies in zentraler Lage.

Die Post „als öffentliche Einrichtung des luxemburgischen Steuerzahlers“ sei kein Unternehmen wie jedes andere oder gar „ein bloßes Instrument für liberale politische Entscheidungsträger wie Lydie Polfer und Étienne Schneider“. Die Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg und der für die Post zuständige Minister tragen, in den Augen der Demonstrant*innen, die politische Verantwortung für die nun vorgesehene Umnutzung des Gebäudes zum Luxushotel. Sie würden öffentlichen Grundbesitz in den Dienst einiger Privilegierter stellen und sich so an der Gentrifizierung des Stadtzentrums beteiligen. „Déi Lénk“ fordern stattdessen die Einrichtung einer oder mehrerer Kultureinrichtungen; die Schaffung bezahlbarer, öffentlicher Wohnungen oder Projekte, die in diese Richtung gehen.

Der linke Abgeordnete David Wagner richtete parallel zur Aktion heute morgen eine parlamentarische Anfrage an den Postminister, die die Nutzung des Grundbesitzes öffentlicher Unternehmen im Allgemeinen hinterfragt.


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