Expotipp: Mir wëlle bleiwen, wat mir ginn

von | 28.11.2023

(kenschtlerkollektiv.lu)

Von Dubai nach Düdelingen: Fast zwei Jahre nach der Vernissage in Dubai, ist die Ausstellung „Mir wëlle bleiwen, wat mir ginn“ nun im Waassertuerm und im Pomhouse zu sehen. Die Schau bespielte im Januar 2022 den „Pavillon du Luxembourg“ bei der Weltausstellung in den Vereinten Arabischen Emiraten. Zur Vorgeschichte: 2017 beauftragte ein Komitee acht Künstler*innen, ein Kunstprojekt für Luxemburgs Auftritt bei der Weltausstellung auszuarbeiten. Daraus ging das Kënschtler Kollektiv hervor, zu dem seit 2018 unter anderem Julie Conrad (Design), Karolina Markiewicz (visuelle Kunst), Simone Mousset (Tanz) und Renelde Pierlot (Theater) gehören. Das Einbeziehen des Kultursektors sorgte hierzulande für Debatten über die Instrumentalisierung der Kunst für Wirtschaftszwecke. Immerhin finden sich im Lyrikband zur Ausstellung, herausgegeben vom Kollektiv-Mitglied Guy Helminger, kritische Zeilen zu den Menschenrechtsverletzungen in den VAE und Luxemburgs Selbstvermarktung. Wer die politische Dimension ausblendet, den/die erwarten in Düdelingen abwechslungsreiche bis immersive Arbeiten, wie Conrads „Artefacts“. Der Eintritt ist übrigens, anders als eine Reise nach Dubai, frei.

Mir wëlle bleiwen, wat mir ginn, Waassertuerm + Pomhouse (1b, rue du Centenaire , L-3475 Dudelange , Luxembourg),
Mi. – So. 12 – 18 Uhr.
Bis zum 7. Januar.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Spieltipp: Immortality

Das Videospiel „Immortality“ kreist um das mysteriöse Verschwinden der Schauspielerin Marissa Marcel und das Geheimnis um die verschollenen Filme, in denen sie mitspielte. Als Spieler*in hat man Zugriff auf ein bisher unbekanntes Archiv mit Filmmaterial aus diesen unauffindbaren Werken. Ähnlich wie bereits in „Her Story“ nutzt Spieledesigner...

KULTURTIPP

Buchtipp: Für Anna. Eine Belichtung

Simone Scharberts „Für Anna. Eine Belichtung“ ist ein zärtliches literarisches Porträt der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Botanikerin und Fotografin Anna Atkins (1799-1871). Die Wissenschaftlerin lernte Mitte des 19. Jahrhunderts das fotografische Verfahren der Cyanotypie kennen, bei der mithilfe von UV-Licht und Eisensalzen tiefblaue...

FILMKULTURTIPP

Im Stream: After the Hunt

Statt die gängigen Debatten über „Cancel Culture“ zu bedienen, legt Luca Guadagninos „After the Hunt“ offen, wie ein einziger Vorwurf ein fragiles Netzwerk persönlicher und professioneller Beziehungen zum Einsturz bringt. Mit „After the Hunt“ kehrt Luca Guadagnino zu einem seiner vertrautesten Themen zurück, dem Ringen des Menschen mit sich...

KULTURTIPP

Musiktipp: Nested In Tangles

In das neue Album „Nested in Tangles“ der Singer-Songwriterin Hannah Frances muss man sich erst langsam einfinden. Bei den üppig-komplexen Instrumentalpassagen kippen die Melodien immer wieder ins Dissonante, um sich kurz darauf wieder zu fangen. Ihre Gesangparts schmückt Frances mit stimmlichen Richtungswechseln und steilen Aufschwüngen so...