Ratko Mladić wegen Völkermord verurteilt

von | 22.11.2017

Der ehemalige Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee muss lebenslänglich ins Gefängnis.

Zu lebenslanger Haft verurteilt: Ratko Mladic, der ehemalige Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee. (Foto: ICTY)

Lebenslange Haft – so lautet das Urteil gegen Ratko Mladić, das heute am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag ergangen ist. Der mittlerweile 75-jährige Mladić war einst Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er in dieser Funktion zahlreiche Kriegsverbrechen zu verantworten hat, die zwischen 1992 und 1995 im jugoslawischen Bürgerkrieg unter seinem Befehl begangen worden sind. So trage er die unmittelbare Verantwortung für das Massaker an Tausenden gefangenen bosnischen Muslimen in Srebrenica, den Terror gegen das belagerte Sarajevo und die „ethnische Säuberung“ serbisch besiedelter Teile Bosniens. Die Anklage hatte die Vorwürfe des Völkermordes, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in insgesamt elf Fällen aufgelistet. Mladić hatte die Urteilsverkündung zunächst gestört, die Richter der Lüge bezichtigt und wurde daraufhin des Gerichtssaales verwiesen.

In der Ausgabe der woxx von kommendem Freitag wird Tobias Müller, unser Korrespondent für die Niederlande, in einer ausführlichen Reportage über das Ende des seit 2011 andauernden Prozesses berichten und die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe beleuchten.

Dat kéint Iech och interesséieren

INTERGLOBAL

Wandel im kolumbischen Medellin: Treppen, Touristen, Traumata

Einst beherrschten staatliche Gewalt und paramilitärische Gruppen das Viertel, nun sprühen Graffiti-Künstler bunte Motive und Tourist*innen füllen die Gassen und Souvenirläden: Der Wandel des Stadtteils Comuna 13 in Medellín ist offensichtlich. Hinter der bunten Fassade wird die Frage nach Gerechtigkeit, verschwundenen Menschen und der Rolle des Staats aufgeworfen.