Schlechtes Zeugnis für EU in puncto Gender Budgeting

von | 27.05.2021

Die EU-Kommission bemüht sich nicht genug um Geschlechtergerechtigkeit – dieses Fazit zog der Europäische Rechnungshof diese Woche in einem Spezialbericht.

Quelle: Cour des comptes

„Die Idee, die der Integration der Dimension ‚Geschlecht‘ zugrunde liegt, ist einfach: Sie muss in allen Phasen und Bereichen der Politikgestaltung und -umsetzung berücksichtigt werden“. Dieser Satz ist in einem Pressestatement zu lesen, das der Europäische Rechnungshof am Mittwoch veröffentlicht hat. Die Implikation: Genau diesen Grundsatz erfüllt die Europäische Kommission zurzeit nicht.

Kritisiert wird vor allem das sogenannte Gender Budgeting. Dabei handele es sich nicht, wie der Rechnungshof präzisiert, um Ausgaben für Initiativen die spezifisch Gendergerechtigkeit fördern sollen. Nötig sei vielmehr ein Verständnis dafür, wie sich haushaltspolitische Entscheidungen auf die Ziele der Geschlechtergleichstellung auswirken. In anderen Worten: Das Budget soll in allen Politikbereichen gezielt eingesetzt werden, um Geschlechterungleichheiten zu beseitigen.

Für seinen Bericht hat der Rechnungshof analysiert, wie die EU seit 2014 die Dimension Geschlecht in ihr Budget integriert hat. Sein Fazit: Die Europäische Kommission habe geschlechtsspezifischen Analysen zu EU-Politiken und -Programmen nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt und nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten und Indikatoren nur in begrenztem Umfang genutzt. Von 58 analysierten Ausgabenprogrammen seien ausschließlich in vier geschlechtsspezifische Ziele verfolgt worden.

Der Rechnungshof stellt fest, dass in der Strategie zur Förderung der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern 2020-2025 zwar die Wichtigkeit diesbezüglicher Bemühungen unterstrichen worden sei, konkrete Maßnahmen jedoch nach wie vor fehlten. „Es ist höchste Zeit, dass die Kommission handelt und damit beginnt, die Gleichstellung der Geschlechter im neuen Haushaltszyklus 2021-2027 und beim Wiederaufbauplan NextGenerationEU durchgängig zu berücksichtigen“, wird die Ökonomin Eva Lindström im Schreiben zitiert.

Der Spezialbericht mit dem Titel „Intégration de la dimension de genre dans le budget de l’UE: il est temps dejoindre l’acte à la parole“ kann hier nachgelesen werden.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #388 – Blutspende: Anhaltende Diskriminierung

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Erst im Mai hat das Luxemburger Rote Kreuz erneut Alarm geschlagen wegen niedriger Blutreserven – und das, obwohl potenzielle Spender hierzulande nach wie vor diskriminiert werden. Schwule und bisexuelle Männer müssen nämlich seither 12 Monate zölibatär leben,...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #387 – KI-Wahn: Wann wird aus einem Etwas ein Jemand?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Et ginn ëmmer méi Berichter iwwer Leit, déi duerch d'Notzung vu KI-Chatbots a Wahnzoustänn geréie sinn. Mä wéi genau geschitt dat? A firwat versoen d'Sécherheetsmecanisme vun dëse Systemer? D'Melanie Czarnik huet mam Psychiater a Psychotherapeut Marc Augustin...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #386 – Frieden à mi-mandat : ensemble, vraiment ?

Chaque semaine, le podcast de la woxx vous offre un regard en coulisses sur notre travail journalistique et explore les enjeux derrière nos articles. Cette fois-ci, retour sur le discours sur l'état de la nation prononcé par le Premier ministre Luc Frieden le 19 mai. Entre appels répétés à la cohésion et au « vivre-ensemble », annonces...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #385 – Flexibel Psychiatrie fir schwéier Fäll

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Et gëtt een neie Pilotprojet an der Psychiatrie zu Lëtzebuerg. De Konzept kënnt aus Holland, nennt sech „Fact“ a geet bei seng Patient*innen – egal, wou dat grad ass. Domadder sollen déi 20 Prozent vu psychesch kranke Mënsche gehollef kréien, déi an normale...