Suchtprävention: Clean werden per App

von | 31.03.2021

Suchtberodung online erweitert ihr Angebot und bietet künftig ebenfalls Rat und Informationen rund um Verhaltenssüchte.

www.suchtberodungonline.lu

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass mit „Suchtberodung online“, die erste luxemburgische App für Suchtgefährdete und -kranke erschien. Ins Leben gerufen wurde sie von drei Organisationen: der Stiftung Jugend- an Drogenhëllef, dem Centre de prévention des toxicomanies (CePT) und dem Jugenddienst Impuls. Mit der kostenlosen App erhoffte man sich, Menschen erreichen zu können, die vor analogen Angeboten zurückschrecken.

Wie die Initiator*innen von „Suchtberodung Online“ am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilten, wird ab sofort zudem die Vereinigung Anonym Glécksspiller ihre Expertise in puncto Verhaltenssüchte einbringen. „Betreffend Glücksspiele ist in den letzten Jahren die Gefährdung durch leicht zugängliche Angebote im Internet, aber auch durch illegale Automaten in Cafés erheblich gestiegen“, erklärte Thomas König von Anonym Glécksspiller. Die Nutzung digitaler Spiele habe im Zuge der Pandemie „besorgniserregend zugenommen“.

Die App verspricht „kompetente und anonyme Hilfe, Orientierung und Informationen zum Thema Sucht. Immer und überall!“. Neben Erklärungen rund um die Themen Sucht und Substanzen bietet sie auch die Möglichkeit, in der Rubrik „Tagebuch“ die eigenen Gewohnheiten zu dokumentieren. Eine Chatfunktion bietet Nutzer*innen die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Suchtexpert*innen.

Zudem werden zwei Selbsttests angeboten: einer zu „Gambling addiction“ und einer zu „Gaming disorder“. Bei den Tests handelt sich, laut Informationen der App, um eine Kurzversion des Berliner Inventars zum Glückspielverhalten. Zu Fragen wie „Ich spiele oft häufiger und länger, als ich es geplant oder mit meinen Eltern vereinbart habe“, werden die Nutzer*innen gebeten, die auf sie zutreffende Antwortoption anzuklicken. Nach Beantwortung der 13 beziehungsweise 10 Fragen, erhält man eine Einschätzung, ob das eigene Verhalten noch im grünen oder schon im roten Bereich liegt, und man „fachlichen Rat und Hilfe in Anspruch“ nehmen sollte.

Weitere Informationen unter onlinesuchtberodung.lu.

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