Polemik: „Fick mich, nicht den Planeten“

Die um zwei Protestschilder herum entstandene Empörung auf Facebook offenbart, was Teile unserer Gesellschaft unter Konsens, Feminismus und legitimen Protestformen verstehen.

Auf der Demo war das „Destroy My Pussy, Not My Planet“-Schild eins von vielen. Auf Facebook bekommt man das Gefühl, dass es nur eins von insgesamt zwei Stück war. (© Joël Adami)

„Die bräuchten mal ein wenig Sex-Positivität, findest du nicht?“ – mit diesem Kommentar versehen schickte mir eine Freundin vergangenen Freitag zwei Fotos zu. Auf dem ersten waren eine, auf dem zweiten drei junge Frauen, bewaffnet mit jeweils einem Protestschild zu sehen: „Fuck Me, Not the Planet“ und „Destroy My Pussy, Not the Planet“. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Leaving Neverland

Dan Reed hat dank zahlreicher Zeug*innenaussagen mit „Leaving Neverland“ einen der bisher vielschichtigsten und wichtigsten Beiträge zur MeToo-Debatte geschaffen.

James Safechuck und Jackson (© HBO)

„Leaving Neverland“ ist nur marginal ein Film über Michael Jackson. In erster Linie geht es um James Safechuck und Wade Robson, die als Kind jahrelang vom Sänger sexuell missbraucht wurden. In der vierstündigen HBO-Doku beschreiben sie detailreich ihr Verhältnis mit Jackson: wie sie sich kennenlernten, anfreundeten und sich eine Dynamik entwickelte, die selbst sie lange Zeit nicht als Missbrauch erkennen oder benennen konnten.

Die mittlerweile Mitte Dreißigjährigen erzählen von der enormen Bewunderung und Liebe, die sie als Kinder und Jugendliche für Jackson empfanden. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Ghosthunter

Eine Doku über einen Geisterjäger entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zum Psychogramm eines Menschen, der selbst von so einigen Gespenstern gejagt wird.

Jason King ist Geisterjäger. Zumindest am Wochenende, denn sein Geld verdient er als Nachtwächter im australischen Sydney. Der Dokumentarfilmer Ben Lawrence meldet sich bei ihm, nachdem er einen Zeitungsartikel über King gelesen hat, der dort eine Begegnung mit dem Geist seines verstorbenen Bruders schilderte. Schnell stellt sich heraus, dass King noch nicht lange wusste, dass er überhaupt einen Bruder hat, denn eigentlich ist er schon länger auf der Suche nach seinem Vater.

King kann sich nämlich kaum an seine Kindheit erinnern, weiß aber, dass er von Seiten seiner Eltern oft Gewalt erfahren hat – die Narben in seinem Gesicht trägt er immer noch. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #038 – Weltfraekampfdag

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem oder zwee Artikelen.

Dës Woch dréint sech passend zum 8. März am Podcast vun der woxx alles ronderëm de Weltfraekampfdag.

D’Tessie Jakobs, d’Isabel Spigarelli an de Joël Adami schwätzen engersäits iwwert déi medial Konsequenze vun der MeToo-Beweegung, déi mëttlerweil och a Serien a Filmer ze spiere sinn. Ee spezielle Genre sinn Dokumentatiounen iwwert sexuelle Mëssbrauch oder sexualiséiert Gewalt. Mä grad wann et ëm Stare wéi zum Beispill de R. Kelly geet, gëtt den Affer dacks net gegleeft.

Een Thema ass awer och d’Fro, wourunner et läit, datt deen Abus dacks net esou einfach ze erkennen ass an ausserdeem och doriwwer, wéisou de sougenannten Alldagssexismus och wéisst, datt den 8. mehr lesen / lire plus

#MeToo: Die Macht der Dokus

Anfang 2019 hat die MeToo-Bewegung einen neuen Höhepunkt erreicht und zeigt unter anderem mit Doku-Serien wie „Surviving R. Kelly“ eindringlich auf, wie Machtdynamiken und kollektives Augenverschließen physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch begünstigen.

Am 5. März wies R. Kelly in einem Interview auf CBS erneut jede Schuld von sich. (© Screenshot YouTube)

Anderthalb Jahre nach Beginn der MeToo-Bewegung ist ihre Wirksamkeit immer noch nicht abgeflacht. Während anfangs journalistische Texte und Tweets dominierten, wurden die Auswirkungen der aufgeflammten Diskussion rund um sexualisierte Gewalt – Problembewusstsein, Solidarität und öffentliche Anprangerungen – immer wieder in künstlerischen Produktionen aufgegriffen. Fernsehserien wie „The Handmaid’s Tale“, Filme wie „The Wife“, Songs wie „Nameless, Faceless“ von Courtney Barnett, Theaterstücke wie „Bitter Wheat“ von David Mamet oder „Saturday Night Live“-Sketche wie der über Brett Kavanaugh wurden wesentlich von MeToo beeinflusst. mehr lesen / lire plus

Alltagssexismus: Gefährliches Chamäleon

Sexismus wird zu oft mit dem Hinweis auf Humor oder Meinungsfreiheit verharmlost und entschuldigt.

Foto: pxhere

„Est-ce que tu sais twerker?“, fragte der französische DJ Martin Solveig 2018 die Fußballerin Ada Hegerberg während der Preisverleihung des Ballon d’or. Twerken ist eine laszive Tanzbewegung, die sich durch ihre stoßenden Hüftbewegungen und eine tiefe, hockende Haltung auszeichnet. Hegerberg entgegnete ein knappes „Non“. Sie ist die erste Frau, die mit dem Preis für die beste Spielerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Solveig fiel in diesem historischen Moment nichts Besseres ein, als Hegerberg Twerken als Freudentanz vorzuschlagen. Das tat er bei den männlichen Preisträgern nicht. Später hieß es dann, das sei ein Scherz gewesen. mehr lesen / lire plus

Vergewaltigung zur Unterhaltung

Ein Videospiel, mit dem Ziel, Frauen zu vergewaltigen und umzubringen, wird im Netz zurzeit heftig kritisiert. Die Versuche des Entwicklers, die misogynen, gewaltverherrlichenden Inhalte zu verteidigen, scheitern kläglich.

© pxhere.com

Diejenigen, die sich alljährlich den Kopf darüber zerbrechen, ob es überhaupt noch notwendig sei, am 8. März den Weltfrauenkampftag zu begehen, sind möglicherweise noch nicht auf das Videospiel „Rape Day“ aufmerksam gemacht worden, das im April diesen Jahres auf der Spieleplattform Steam veröffentlicht werden soll. Schauplatz des Spiels ist eine Zombie-Apokalypse. Ziel ist es, Frauen zu belästigen, zu vergewaltigen und umzubringen. „The zombies enjoy eating the flesh off humans and brutally raping them, but you are the most dangerous rapist in town“, war bis vor kurzem noch im Beschreibungstext von „Rape Day“ auf Steam zu lesen. mehr lesen / lire plus

Männlichkeit: Zärtliche Männer, bitte!

Dank eines Gillette-Werbespots wird über toxische Männlichkeit geredet. Ein kritischer und reflektierter Diskurs ist längst überfällig.

Foto: Pixabay

Über ein Jahr nach der Popularisierung der #MeToo-Bewegung durch Hollywood greifen ausgerechnet Werbespots eine der wichtigsten, aber auch der am meisten vernachlässigten Facetten der Debatte auf: die Rolle der Männer. Gillette zeigt Situationen, die typisch für das Phänomen der toxischen Männlichkeit sind: Raufende Jungen, die niemand stört, gemobbte Jungen, die mit niemandem darüber reden können und Männer, die Frauen nachpfeifen oder sie gar begrabschen wollen. Der Spot fordert Männer auf, einzugreifen und es besser zu machen. Die streitenden Jungen werden ermahnt, das Mobbingopfer wird gefragt, wie es ihm geht und der Mann, der gerade im Begriff ist, eine Frau zu belästigen, wird von seinem Kumpel zurückgepfiffen. mehr lesen / lire plus

Fernsehserie: Böse sind immer die anderen

Mit ihrem Fokus auf toxische Männlichkeit und moderne Technologien greift die Fernsehserie „You“ sehr aktuelle Debatten auf. Statt ein klares Urteil zu sprechen, lässt sie jedoch zu viel Interpretationsspielraum.

„You“ regt uns dazu 
an, uns ein Happy End 
für Joe und Beck zu wünschen. (© melty)

Ein sensibler Buchladen-Besitzer namens Joe Goldberg (Penn Badgley) lernt eine angehende Schriftstellerin namens Guinevere Beck (Elizabeth Lail) kennen und fühlt sich umgehend zu ihr hingezogen. In der Absicht, sie besser kennenzulernen, beginnt er sie und ihr Umfeld zu stalken, sowohl off- als auch online. Die Prämisse der Serie „You“, die seit Dezember auf Netflix geschaut werden kann, ist eher ungewöhnlich. mehr lesen / lire plus

Pflichtlektüre: Heldinnen aus Druckerschwärze

In einem offenen Brief an das Bildungsministerium verlangt die „Voix de jeunes femmes“ (VJF) nach mehr Frau auf dem literarischen Lehrplan. Der Philosoph Norbert Campagna schlägt Alarm.

Die Pflichtlektüre für luxemburgische Abschlussklassen braucht Heldinnen und Frauenfiguren, die weder Sexobjekte noch Sündenböcke sind. (Foto: Pixabay)

Norbert Campagna zeigte sich im Dezember 2018 im „Tageblatt“ empört über den Brief der VJF, die er gleich im ersten Absatz mit dem „Conseil national des femmes du Luxembourg“ (CNFL) gleichsetzt. Missverständnis Nummer eins. Weitere folgen. Während die Jugendgruppe des CNFL eine egalitäre Überarbeitung des festgelegten Leseprogramms für die Abschlussklassen des „enseignement secondaire“ fordert, schreit Campagna Zensur und Fanatismus. mehr lesen / lire plus

La France paralysée : L’hiver de toutes les colères

Le mouvement des gilets jaunes gagne en ampleur. Les annonces du gouvernement visant à désamorcer le conflit interviennent trop tard.

Pour revendiquer, ils mouillent la chemise… et le gilet. Des gilets jaunes repoussés par les canons à eau des forces de l’ordre, samedi 1er décembre près de l’Arc de Triomphe à Paris. (Photo : EPA-EFE/Yoan Valat)

Impossible, ces jours-ci, de se déplacer en France sans tomber tôt ou tard sur un rond-point arborant un feu de palettes, des pancartes, un abri de fortune. Au milieu, souvent sous une pluie battante, quelques irréductibles, l’obligatoire gilet jaune sur les épaules. Contrairement aux premiers jours, ils ne bloquent plus les voitures. mehr lesen / lire plus

Gewalt: Hand aufs Herz

Das Gespräch über geschlechts-
spezifische und häusliche Gewalt erregt die Gemüter. Es ist ein Thema zwischen Fakten, Ehrlichkeit und festgefahrenen Denkmustern.

In der Diskussion um männliche Täterschaft, sollten auch Männer verstärkt Farbe bekennen und Fragen stellen. (Foto: Snapwire)

Mit entschuldigenden Gesten bahnt er sich mit einer Ledertasche unterm Arm und in farbigem Strickpullover einen Weg durch die Stuhlreihen, bis zu einem freien Sitzplatz bei der „table ronde“ der Gemeinde Sanem zu „Gewaltopfer, Gewalttäter: Ass Gewaltbereetschaft ofhängeg vu Geschlecht, Alter a sozialem Ëmfeld?“. Immer wieder nickt er Francis Spautz, Psychologe und Leiter der Beratungsstelle „infoMann“, zu. Der spricht über die Gewalt von Männern gegen Männer und andere. mehr lesen / lire plus

Gewalt gegen Frauen im Fokus

Gewalt gegen Frauen stellt auch in Luxemburg ein anhaltendes Problem dar. Um darauf aufmerksam zu machen findet zurzeit bereits zum zweiten Mal die „Orange Week“ statt.

© CNFL

Die „Orange Week“ ist in vollem Gange. Jedes Jahr dient sie dazu, für die Problematik von Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. Neben der Veranstaltung „Lët’z Say No to Violence against Women“ am heutigen Mittwoch um 19 Uhr in der Chambre de Commerce, findet am 23. November ab 15.30 Uhr das Forum „Violence against Women“ im Luxembourg Learning Centre in Belval statt. Im Rahmen der „Orange Week“ werden zudem zahlreiche Filme gezeigt. mehr lesen / lire plus

Kongo
: „Das Land ist ein rechtsfreier Raum“

Mit über zwei Jahren Verspätung sind für Ende Dezember nun Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo angekündigt, doch es bleibt fraglich, ob sie tatsächlich stattfinden werden. Ein Gespräch mit der Menschenrechts-Aktivistin Passy Mubalama.

Wünscht sich, dass die internationale Gemeinschaft mehr Druck auf die kongolesische Regierung ausübt: die Menschenrechtlerin Passy Mubalama. (Bild: Twitter)

woxx: Die Amtszeit von Präsident Joseph Kabila hätte bereits 2016 enden sollen. Er darf nicht noch einmal zur Wahl antreten, ist aber immer noch im Amt; Wahlen wurden wiederholt verschoben. Wie ist die Lage der Opposition?


Passy Mubalama: Das politische Klima stimmt derzeit nicht hoffnungsvoll, dass freie und faire Wahlen so stattfinden werden, wie sie Ende 2016 im Silvesterabkommen vereinbart wurden. mehr lesen / lire plus

Besserer Schutz von Mädchen und Frauen

Sieben Jahre nach ihrer Unterzeichnung ist die Istanbul-Konvention diese Woche endlich vom Parlament ratifiziert worden. Bei dieser Konvention handelt es sich um ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie häuslicher Gewalt. Das entsprechende Gesetz sieht eine engere Fassung der Rechtsnormen, eine Verschärfung der Strafen sowie die Erweiterung der Präventionsmaßnahmen und des Opferschutzes vor. Fortan gilt die Devise: „Wer schlägt, der geht“. Die Verjährungsfrist wird auf zehn Jahre ab der Volljährigkeit der Opfer verlängert, weibliche Genitalverstümmelungen sollen künftig als eigenständiges Verbrechen gelten. Obwohl der Text am Dienstag in der Chamber viel Lob erfuhr und fast einstimmig angenommen wurde, wurden auch einige Kritikpunkte genannt. mehr lesen / lire plus

Gewalt gegen Frauen: CCDH fordert weitere Bemühungen

Im Kampf gegen Gewalt gegen Mädchen und Frauen wurde hierzulande bereits viel getan, es bleibt aber noch Luft nach oben, so die Vertreter*innen der konsultativen Menschenrechtskommission (CCDH) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Anlass war die Vorstellung ihres Gutachtens zum Gesetzesprojekt 7167, das die Umsetzung der Istanbul-Konvention vorsieht. Auf ebendiese beruft sich die CCDH, wenn sie im Gesetzesentwurf fehlende Definitionen der Konzepte „weibliche Genitalverstümmelung“ und „häusliche Gewalt“ kritisiert. Im aktuellen Text liege der Fokus zudem ausschließlich auf der physischen Gewalt. Diese Beschränkung entspreche nicht den Forderungen der Istanbul-Konvention und müsse erweitert werden, so die Juristin Deidre Du Bois. Außerdem beanstandet die CCDH, dass die Bedürfnisse von Frauen, die sich aufgrund eines Handicaps oder eines Migrationshintergrundes in einer besonders verletzlichen Lage befinden, zu wenig bedacht wurden. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Better Call Saul

„Breaking Bad“ gilt als eine der besten Fernsehserien aller Zeiten. Ein Spin-off davon konnte nur ein Flop werden? „Better Call Saul“ zeigt, dass es auch anders geht.

(© thenerdrecites.com)

Fast neun Jahre ist es mittlerweile her, dass die erste Staffel von „Breaking Bad” die ZuschauerInnen in Begeisterung versetzte. Im Zentrum dieser AMC-Serie steht der 50-jährige Chemielehrer Walter White (Brian Cranston), bei dem eines Tages Lungenkrebs im vierten Stadium diagnostiziert wird. Seine größte Sorge in dem Moment: Seine Familie – Frau (Anna Gunn), Sohn (RJ Mitte), neugeborene Tochter – für den Fall seines Todes finanziell abzusichern. In seiner Verzweifelung entscheidet er sich ins Crystal-Meth-Geschäft einzusteigen. mehr lesen / lire plus

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

2011 wurde sie unterzeichnet, nun soll die Istanbul-Konvention in Luxemburg endlich ratifiziert werden. Am vergangenen Freitag stellten Chancengleichheitsministerin Lydia Mutsch und Justizminister Felix Braz der Presse den entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Bei der Istanbul-Konvention handelt es sich um ein Übereinkommen des Europarats zur Vorbeugung und Bekämpfung von gegen Frauen gerichteter und häuslicher Gewalt. Sie hat zum Ziel, europaweit einheitliche Richtlinien für Prävention, Opferschutz und Strafverfolgung in Geltung zu bringen. In 81 Artikeln sind die rechtlichen und politischen Maßnahmen definiert, die Staaten hierzu ergreifen sollten. Der nun vorgestellte Gesetzestext sieht eine engere Fassung der Rechtsnormen und eine Verschärfung der Strafen sowie die Erweiterung der Präventionsmaßnahmen und des Opferschutzes vor. mehr lesen / lire plus

Häusliche Gewalt

Das Chancengleichheitsministerium will den Kampf gegen häusliche Gewalt intensivieren. Dies verkündete Lydia Mutsch diese Woche bei der Vorstellung des Jahresberichts des Comité de la lutte contre la violence. Im Laufe des letzten Jahres wurde die Polizei 789 Mal wegen häuslicher Gewalt gerufen – also im Schnitt zweimal pro Tag. 68,1 Prozent der Täter waren männlichen, 62,4 Prozent der Opfer weiblichen Geschlechts. Damit entsprechen die Zahlen in etwa denen des Vorjahres. Da nicht alle TäterInnen angezeigt werden, kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, so die Ministerin. Bei den 256 Personen, die in Folge einer polizeilichen Intervention weggewiesen wurden, handelte es sich bei 91,4 Prozent um Männer. mehr lesen / lire plus

Prostitutionsgesetz
: Zu viele Kompromisse

Am gegenwärtigen Gesetzesentwurf zur Prostitution wird vieles bemängelt. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Regierung der Kritik gerecht werden kann, ohne sich klar für ein Modell zu entscheiden.

Das „Luxemburgische Modell“: ein Kompromiss zwischem „nordischem“ und „deutschem Modell“. (Foto: ©Wikipedia)

Dass Luxemburg immer den „goldenen Mittelweg“ sucht, ist mittlerweile keine Überraschung mehr. Auch im Umgang mit dem Problem der Prostitution besteht auf Seiten der Regierung das Bedürfnis, ein landeseigenes Modell von ebendieser Art durchzusetzen. Nur damit, so offenbar die Überzegung, könne der spezifischen Situation des Großherzogtums Rechnung getragen werden. Diese Haltung stößt jedoch auf Kritik.

Auf den Entwurf zum neuen Prostitutionsgesetz, der im Juni 2016 vorgestellt wurde, reagierten zahlreiche Organisationen mit Gutachten. mehr lesen / lire plus