Wahlvorschläge vom Nohaltegkeetsrot: Konsequent ökologisch, verworren liberal

Wenn es um den ökologischen Fußabdruck Luxemburgs geht, steht der Nohaltegkeetsrot für eine globale Sichtweise. Doch bei den sozialen Fragen hat er den Überblick verloren.

Viele Ideen, wenig Zusammenhänge – eines der Probleme des Nohaltegkeetsrot. (Pixabay; arodsje)

Braucht Luxemburg einen dritten Rat, einen „Conseil écologique et social“, um ein Gleichgewicht zwischen den „drei Säulen der Nachhaltigkeit“ herzustellen? Zumindest bestätigt das jüngste Positionspapier des Nohaltegkeetsrot („Conseil supérieur pour un développement durable“, CSDD), dass sich dieses Gremium zu einem Sprachrohr für die Interessen von Wirtschaft und Umwelt entwickelt hat. Die Gewerkschaften, die paritätisch im „Conseil économique et social“ (CES) vertreten sind, scheinen beim Thema Nachhaltigkeit an den Rand gedrängt worden zu sein. mehr lesen / lire plus

Japan: Das Attentat in Nara

Vorige Woche wurde der ehemalige japanische Ministerpräsident Shinzo Abe während eines Wahlkampfauftritts in der Stadt Nara erschossen. Unter seiner Ägide hat Japan sich weit nach rechts entwickelt.

Mit Donald Trump entwickelte Abe (links) eine enge Beziehung. (Foto: The White House)

Die Nachricht löste in Japan einen Schock aus: Am Freitag vergangener Woche, zwei Tage vor der Oberhauswahl, wurden während eines Wahlkampfauftritts in der Stadt Nara zwei Schüsse auf den ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe abgefeuert. Er starb später im Krankenhaus, der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Die Hintergründe des Attentats sind noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch, dass der mutmaßliche Täter, der 41jährige Tetsuya Yamagami, eine selbstgebaute Schusswaffe benutzte. mehr lesen / lire plus

Kinderrechte: Sorgenvoller Brief an Jean Asselborn

Die Menschenrechtskommission und der Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher kritisieren in einem offenen Brief an Jean Asselborn den Umgang mit unbegleiteten, minderjährigen Asylsuchenden. Das Schreiben offenbart: Was lange währt, wird nicht immer gut.

Wer entscheidet über das Schicksal unbegleiteter, minderjähriger Asylsuchenden? Nicht die richtigen Instanzen, meinen die Menschenrechtskommission und der Okaju. (© Ron Lach/Pexels)

„La Commission consultative des Droits de l’Homme et l’Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher sont depuis de longues années préoccupés par la situation des mineurs non accompagnés.“ Mit diesem Satz beginnt der offene Brief, mit dem sich die Menschenrechtskommission (CCDH) und der Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher (Okaju) diese Woche an Jean Asselborn, Minister für Immigration und Asyl, gerichtet haben. mehr lesen / lire plus

Klimakrise: Lebenswerte Städte trotz Hitze

Die Klimakrise trifft auch Luxemburg. Um die Hitze in den Städten erträglicher zu machen, schlägt der Mouvement écologique eine umfassende Umgestaltung des öffentlichen Raums vor.

Grüner Park statt Parkplatz: So stellt sich der Méco die „Place Stalingrad“ in Esch-Alzette vor. (Screenshot: Mouvement écologique)

Über 40° Celsius sollte es in vielen westeuropäischen Städten werden, das meldeten die Wetterdienste am vergangenen Wochenende. In Luxemburg wurde es nicht ganz so heiß wie erwartet, aber Südeuropa wurde von einer Hitzewelle heimgesucht. Wenn auch die mittelfristige Wetterprognose nicht immer klappt, die langfristige Klimaentwicklung ist klar: Es wird wärmer und Hitzeereignisse wie Rekordtemperaturen und Tropennächte, in denen es nicht kälter als 20 Grad wird, werden häufiger. mehr lesen / lire plus

Pacte national « Entreprises et droits de l’homme » : Absence volontaire ?

Le Luxembourg entend obliger ses acteurs économiques à souscrire aux principes des droits de l’homme. Une évidence dont la mise en œuvre semble quelque peu en panne.

Il aura fallu une vingtaine de réunions du groupe de travail « Entreprises et droits de l’homme » et presque autant du groupe interministériel des droits de l’homme sous les auspices du ministère des Affaires étrangères et européennes (MAEE) pour qu’ait lieu la mise en place du pacte national « Entreprises et droits de l’homme ».

En mars 2018 le MAEE avait convoqué une première fois le groupe de travail, au sein duquel se retrouvent des représentant-es du patronat, des syndicats, de la société civile, du monde académique et de l’État pour participer à l’élaboration du plan d’action national sur la mise en œuvre des Principes directeurs des Nations unies (NU) relatifs aux entreprises et aux droits de l’homme (PAN). mehr lesen / lire plus

Mehr Kritik am Pensionsfonds

Action solidarité tiers monde (ASTM) und Greenpeace kritisieren in einem gemeinsamen Brief den Fonds de compensation (FDC), der die luxemburgischen Rentenreserven verwaltet. Wie schon zuvor die Arbeiternehmer*innenkammer bemängeln die beiden NGOs, dass der FDC nicht klimagerecht investiere. Der gesamte Fonds müsse im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel investieren und es reiche nicht aus, dies nur bei einem Bruchteil der angelegten Gelder zu tun. Aktuell seien lediglich 500 Millionen Euro in „Paris-aligned“ Fonds angelegt, was angesichts des gesamten Vermögens von 24,6 Milliarden verschwindend gering ist. Die Kritik richtet sich allerdings nicht nur auf die Klimaverträglichkeit des FDC: Im Jahresbericht des Pensionsfonds seien soziale Kriterien ignoriert worden, monieren ASTM und Greenpeace. mehr lesen / lire plus

Crowdfunding für Zebrastreifen

Das Zentrum fir urban Gerechtegkeet (ZUG) will gegen die Stadt Luxemburg vor Gericht ziehen und Transparenz einklagen. Die Stadtverwaltung weigert sich konsequent, eine interne Analyse über illegale Zebrastreifen zu veröffentlichen. 475 nicht mit dem Code de la Route konforme und damit potenziell gefährliche Zebrastreifen hatten die Aktivist*innen gefunden. Es seien nur 37, behauptete Verkehrsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) – und weigert sich seither, dies zu beweisen. Das ZUG versuchte, über das Informationsfreiheitsgesetz an das Dokument zu kommen – ohne Erfolg. Nachdem das ZUG die Commission d’accès aux documents einschaltete, verpflichtete diese die Stadt im März zur Herausgabe. Bisher ist nichts passiert, weswegen das ZUG jetzt klagt. mehr lesen / lire plus

Forum 426: Medienlandschaft

Dass der sehr einfühlsame Nachruf auf den Forum-Mitarbeiter der ersten Stunde, Charel Staudt, am Anfang einer Ausgabe steht, die sich der Luxemburger Medienlandschaft widmet, hat fast etwas Schicksalhaftes an sich. Wer die Entwicklung von Forum seit den Anfangsjahren verfolgen konnte, weiß, welche Rolle Charel Staudt dabei zukam. War es doch die „Wort-Analyse“ von 1974, die er koordinierte, die sozusagen den Grundstein für Forum legte. Der kritische Umgang mit (Mainstream-)Medien blieb in der Folge ein wichtiger Bestandteil der Zeitschrift. Doch 2022 heißt der Monopolist nicht mehr Wort, sondern RTL. Und so versucht das Forum-Dossier etwas Ordnung in die „neue Unübersichtlichkeit“ zu bringen, seit die Tagespresse sich nicht mehr streng bestimmten Parteien zuordnen lässt. mehr lesen / lire plus

Que reste-t-il de nos amours ? (3/10) : Un Chicago bon enfant

Si vous passez dans la rue de Reims, votre attention sera captée par les vitrines bigarrées de la galerie Painture Calon, un établissement où Philippe et Christel Calon fabriquent et vendent du pain (bio)logique, où sont exposés des dessins du jeune Jeremy, leur petit-fils, où l’on peut découvrir le travail de peintres cubains, feuilleter des livres d’art en espagnol ou regarder des photos de Cuba, des portraits de Fidel Castro et de Jean-Paul Belmondo, ce dernier avec à ses côtés Philippe Calon !

Photo : Paulo Lobo

Né le 21 décembre 1942 à Tourcoing, d’une mère eschoise, Philippe Calon est arrivé au Luxembourg en 1957. mehr lesen / lire plus

Die Death Metal Band Castrator: „Im Modus des Zorns”

Sie liefern technisch versierten Death Metal, gnadenlos brutal und mit hoher Präzision: Ende des Monats veröffentlicht die Band Castrator das neue Album „Defiled in Oblivion“. Mit ihrer für manche provokativen feministischen Haltung kommen die vier Frauen der in New York basierten Gruppe nicht überall gut an und haben jüngst sogar Morddrohungen erhalten. Die woxx hat mit Schlag-
zeugerin Carolina Perez gesprochen.

Old School Death Metal nach allen Regeln der Kunst: Kimberly Orellana, Robin Mazen, Carolina Perez und Clarissa Badini (v.l.n.r.) sind Castrator aus New York City. (Foto: Stephanie Gentry)

woxx: Am Tag vor unserem Gespräch hat der Oberste Gerichtshof das verfassungsmäßige Recht auf Abtreibung in den USA abgeschafft. mehr lesen / lire plus

Mothering Sunday: Ein schöner Tag

„Mothering Sunday“ von Eva Husson ist ein Film, den man gefühlt so schon ein paar Mal gesehen hat. Doch eine ganz eigene Bildersprache und ein hervorragendes Darsteller*innenensemble lohnen den Kinobesuch.

Die australische Darstellerin Odessa Young (hier mit Josh O’Connor), brilliert in der Rolle der Hausangestellten, die durch wiederholte Schicksalsschläge zur Schriftstellerin wird. (© norskfilmdistribution)

„Once upon a time“, mit diesen Worten beginnt „Mothering Sunday“, als sei es ein Märchen. Schauplatz ist das ländliche England mit seinen Herrenhäusern, an einem außergewöhnlich warmen Sonntag im März 1924, am Muttertag. Drei wohlhabende Familien haben sich zu ihrem alljährlichen Lunch verabredet, die Hausangestellte Jane Fairchild (Odessa Young) hat frei. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: Juli 2022

Von West bis Ost

Das 2009 gegründete Ensemble Meïkhâneh ist eine musikalisch grenzüberschreitende Formation, die einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Das Trio besteht aus Maria Laurent, die singt und unter anderem die mongolische Tovshuur-Laute und das Banjo bedient, dem iranischstämmigen Milad Pasta, der persisch geprägte Perkussion einbringt, und dem Bretonen Johanni Curtet, der die Gitarre, die Pferdekopfgeige Morin Khuur und die Dombra-Laute spielt. Curtet ist Musikwissenschaftler und ein ausgewiesener Experte des mongolischen Kehlkopf- und Obertongesangs, den man in vielen Stücken hören kann. Die Gruppe hat nun ihr drittes Album Chants du dedans, chants du dehors herausgebracht, das wieder den ganz ausgefallenen Stil dieser Formation dokumentiert. mehr lesen / lire plus

Expotipp: Plume de fiel, images de haine. Esquisse d’une collection insolite

L’exposition « Plume de fiel, images de haine. Esquisse d’une collection insolite » à l’abbaye de Neumünster est basée sur la collection d’Arthur Langerman : le diamantaire, traducteur et collectionneur belge est le détenteur d’une des plus grandes collections privées d’images antisémites du monde, qui constitue le fonds de l’« Arthur Langerman Archive for the Study of Visual Antisemitism Foundation ». Neimënster présente une sélection de ces images, depuis l’antijudaïsme religieux jusqu’à l’antisémitisme social et politique. Sur le site, le but de l’expo est décrit comme suit : « Il s’agit d’affronter la représentation du Juif du Moyen Âge à nos jours, pour tenter de mieux comprendre comment cette iconographie s’est profilée et transmise au fil des siècles en Europe, du nord au sud, d’ouest en est, aux États-Unis d’Amérique et ailleurs.  mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Il buco

Si vous êtes allergique aux films contemplatifs, passez votre chemin. Quoique, ici, pas de grandes envolées métaphysiques absconses qu’un Terrence Malick pourrait servir : Michelangelo Frammartino reste au plus près de l’exploration d’une grotte, presque sans paroles distinctes, avec en parallèle la vie simple d’un pâtre en fin de vie. Étrange et beau à la fois.

L’évaluation du woxx : XX
Tous les horaires sur le site. mehr lesen / lire plus