KRANKENKASSEN: Homöopathische Lösung?

Noch steht ein gesamtpolitischer Grundkonsens hinsichtlich der Finanzierung der Gesundheitskosten aus.

„0,15 Prozent Erhöhung für die ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen“ – das klingt nach fast gar nichts, oder wie es der Fraktionschef der LSAP im RTL-Streitgespräch betitelte: „homöopathisch“. Doch sind dreimal 0,15 Prozentpunkte (denn die Bezuschussung seitens des Staates wächst ja mit) wirklich nicht viel? Tatsächlich wachsen die Beiträge für jeden der Beteiligten um mehr als fünf Prozent. Beispiel: Privat-Angestellte mussten bislang 2,65 Prozent ihres Bruttoeinkommens an die Krankenkassen abführen, ab nächstem Jahr werden es 2,8 Prozent sein. Bei einem Einkommen von 3.000 Euro monatlich sind das mit 84 Euro zwar nur etwa 4,50 Euro mehr im Monat, doch werden so insgesamt schätzungsweise 85 Millionen Euro (Arbeitgeberbetrag und Staatszuschuss inbegriffen) zusammengetragen. mehr lesen / lire plus

BILDUNG: Rot, gelb – und braun

Die Waldorfschule auf dem Limpertsberg platzt aus allen Nähten. Im neuen Oberstufengebäude büffeln Schüler fürs Bac. Zeit für einen Blick hinter die Kulissen.

Eine schmuddelig grüne Blechbaracke, ein Baucontainer, ein betonierter Schulhof – eine anthroposophische Privatschule stellt man sich eigentlich anders vor. Lediglich das neue Oberstufengebäude weist auf die besondere Bedeutung hin, die Luxemburgs einzige „Fräi-Öffentlech Waldorfschoul“ Farben zumisst: Es leuchtet in kräftigem Rot, Gelb und Blau. Wer dann ins Innere der ansonsten tristen Barackenlandschaft vordringt, kann nur neidisch werden: helle Räume mit viel Holz und Licht in den buntesten Farben. Vom anonymen Grau vieler Staatsschulcontainer ist hier nichts zu sehen. mehr lesen / lire plus

JIM JARMUSCH: Jim-Jarmusch-Night

In der Cinémathèque municipale

Kaffee, Zigaretten, gutes Kino und dazu ein bisschen Poesie. Am 16. November lädt die hauptstädtische Cinémathèque ein zur Jim Jarmusch Night. Den Auftakt macht eine Lesung mit Gedichten u.a. von William Blake und Rimbaud. Zu sehen gibt es Jarmuschs „Dead Man“ mit Johnny Depp, gefolgt von Buster Keatons „Go West“. Ein Abend für RebellInnen und QuerdenkerInnen. mehr lesen / lire plus

HAITI: La perle exsangue

Le festival „Un autre regard sur Haïti“ à la Kufa brosse le portrait de la „perle des Antilles“. Coup d’oeil sur un pays à la dérive.

En sortant de l’aéroport Toussaint Louverture de Port-au-Prince, on est immédiatement happé par l’ambiance frénétique qui règne dans les rues de la capitale. Voitures, camionnettes et taptaps attendent en files bigarrées, klaxonnent, essaient de se frayer un chemin à travers les bouchons quotidiens. Les routes endommagées sont difficilement praticables, les vélos et les piétons essaient tant bien que mal de trouver leur chemin sans être frôlés par les véhicules. Les ondes de chaleur torride mêlées aux gaz d’échappement et aux effluves fétides des égouts rendent l’ambiance difficilement supportable. mehr lesen / lire plus

BERND SAHLING: Trau keinem Gucki

Zwei blinde Mädchen träumen vom Popstarruhm. „Die Blindgänger“ ist ein poetischer, aber nicht durchgehend gelungener Jugendfilm.

„Trau keinem Gucki!“ – Marie begegnet der Welt der Sehenden mit Misstrauen, aber auch mit Neugier.

KINO

Die Zusammenfassung im Programmheft klingt eigentlich gar nicht gut: Als KinogängerIn stellt man sich auf eine Mischung aus „Deutschland sucht den Superstar“ und Betroffenheitsdrama ein. Aber gleich die ersten Szenen von Bernd Sahlings Debütfilm überraschen positiv und erinnern an Caroline Links „Jenseits der Stille“.

Marie (ausgezeichnet gespielt von Ricarda Ramünke) marschiert zielstrebig durch den Schnee. Ihren Blindenstock benutzt sie eher als Spielzeug denn als Stütze. Gemeinsam mit anderen Sehbehinderten lebt sie in einem Internat, nur ist das ehemalige Kloster für die Dreizehnjährige gleichzeitig das Zuhause. mehr lesen / lire plus

GYPSY: Déesse gitane

Mitsoura, Just Records, 2004. www.mitsoura.com.

Née Monika Miczura, la chanteuse Rom hongroise Mitsou s’est déjà forgée une certaine renommée en participant dès sa tendre jeunesse dans la formation „Andro Drom“ et occasionnellement chez „Bratsch“. Depuis lors, elle a fondé son propre groupe Mitsoura dont le premier compact au nom original de „Mitsoura“ a été autoproduit. La voix de la très exotique chanteuse paraît déroutante à première ouïe: entre une chanteuse indienne et Mickey! Après ce léger trouble, l’on appréciera toutefois la mise en musique aussi variée qu’audacieuse, où l’on retrouve aussi bien des éléments indiens, tziganes, rock que jazz et classiques. mehr lesen / lire plus

BLUES/JAZZ: Vertrackt emotional

Karate, „Pockets“, Southern Records, 2004.

Selten wusste eine Musikgruppe bereits beim ersten Anhören so zu beeindrucken wie Karate. Mit Pockets ihrer sechsten und neuen Veröffentlichung auf Southern Records, knüpfen diese drei amerikanische Musiker an ihre Vorgängeralben „Unsolved“ und „Some Boots“ an. Die wundervolle Platte, die sich irgendwo zwischen Blues/Jazz und Post-Rock ansiedeln lässt, beweist erneut die musikalische Qualität dieser Musikformation, der kaum genügend Beachtung geschenkt wird. Geoff Farina, Sänger und Gitarrist, überzeugt mit vertrackten Parts, die von schönen Melodien und Solos abgelöst werden; aber auch sein Gesang überzeugt durch melodische Vielfalt und kraftvolle Emotionalität. Hier wird mit den verschiedensten Musikrichtungen experimentiert, sich in acht Stücken musikalisch ausgelebt und dies in einer durchaus strukturierten und gefälligen Art, die nun wirklich jeden Musikliebhaber zu fesseln weiß. mehr lesen / lire plus

INDIE-ROCK: Nachtschwärmerei

Razorlight, Up All Night, Mercury/Universal Music 2004

Ihr Debüt Up All Night ist kaum veröffentlicht – da streiten bereits die KritikerInnen. Klingen die Londoner Razorlights um Frontmann Johnny Borrell nun nach den, ebenfalls aus UK kommenden Libertines, bei denen Borrell einen kurzen Gastauftritt als Bassist hatte? Oder doch eher nach den New Yorker Strokes? Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. An die Libertines erinnert die klare Stimme Borrells – bei den ersten Liedern „Leave Me Alone“ und „Rock’n’Roll Lies“-, süchtig machende Gitarren und raffinierte Wendungen zwischen sanft-verführerisch und intensiv-rockend („In The City“). Wie die Strokes hingegen klingen rauere Stücke wie „Which Way Is Out“, „Rip It Up“ oder Don’t Go Up To Dalston“, übrigens ein verzweifelter Gruß an Ex-Kumpel und Junkie Pete Doherty. mehr lesen / lire plus

PEINTURES ABORIGENES: A la découverte d’un peuple

Jusqu’au 31 décembre.

Une fois les portes de la maison de la culture de Mersch franchies, les visiteurs sont happés par une ambiance far-west, étrangement peuplée. Les représentations murales semblent discuter de l’intrusion dont elles viennent d’être victimes. Mais Lex Gillen est là pour servir de guide à travers l’exposition. Il vous explique avec passion l’histoire des peintures aborigènes australiennes qu’il a collectionnées au cours de nombreux voyages sur le continent „down under“. L’intéressé-e apprend comment la peinture aborigène met en scène des histoires qui remontent à la création du monde, que l’histoire aborigène n’a pas de langage écrit et que le „Dreamtime“ (tâche ou chemin d’apprentissage attribué à chacun lors de sa naissance) est transmis oralement de génération en génération par le biais de peintures, chants, danses et autres pratiques culturelles. mehr lesen / lire plus

www.michaelmoore.com: Mike’s Message

Durant la campagne électorale américaine, le site de Michael Moore était devenu un point de ralliement des anti-Bush. Désormais s’y retrouvent ceux et celles qui ont du mal à accepter que George W. est installé à la Maison blanche pour les quatre ans à venir. Sur le site, on trouve de tout: un article intitulé „No surrender“ de l’économiste Paul Krugman, appelant les démocrates à affirmer leur identité, des contributions expliquant que les élections auraient été truquées ainsi qu’un link vers „The League of Pissed Off Voters“ qui espère faire annuler les résultats en Ohio. Si tout cela vous semble désespéré, rabattez vous sur les „17 raisons de ne pas s’ouvrir les veines“, par Michael Moore en personne. mehr lesen / lire plus

Karl-Markus Gauß, Die Hundeesser von Svinia. Zsolnay Verlag, Wien 2004, 120 Seiten, 12,90 € Karl-Markus Gauß: Die Ärmsten Europas

Karl-Markus Gauß, Die Hundeesser von Svinia. Zsolnay Verlag, Wien 2004, 120 Seiten, 12,90 €

Auf eine Reise in die Ostslowakei nimmt der Österreicher Karl-Markus Gauß die LeserInnen in seinem jüngsten Buch Die Hundeesser von Svinia mit. Dort, am äußersten Rand der EU, leben die ärmsten EuropäerInnen: die Roma. Gauß zeichnet ein präzises Bild dieser Region, in der Roma schon zu sozialistischen Zeiten in Wohnkolonien zusammengepfercht und von der übrigen Bevölkerung isoliert wurden. So erfährt der/die LeserIn Wesentliches über die slowakischen Roma, ihre Geschichte, ihre Lebensweisen. Gauß zeigt die Spuren einer rassistischen Kommunalpolitik, die lange Zeit alle Roma-Kultur zu tilgen versucht hat, und benennt zugleich die Schwierigkeiten eines Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen. mehr lesen / lire plus