Tierrechte: „We fly, we crawl, we swim“

Die International Animal Rights Conference in der Escher Kulturfabrik verbindet gesellschaftliche Debatten mit dem Leid der Tiere. Manche Tierrechtler*innen üben außerdem feministische Selbstkritik.

Bei der International Animal Rights Conference geht es dieses Jahr unter anderem um Zootiere, Sexismus in der anti-speziesistischen Bewegung und um Klimagerechtigkeit. (Copyright: CC BY Ittmust 2.0)

Massentierhaltung, Tierversuche, Jagdtrophäen: Die Liste der Leiden, die Menschen anderen Tieren antun, ist lang – und so ist auch das Programm der elften International Animal Rights Conference in der Escher Kulturfabrik vielseitig. Die Konferenz, die von luxemburgischen und deutschen Tierrechtsaktivist*innen organisiert wird, schlägt Brücken zwischen den Tierarten ebenso wie zwischen den verschiedenen aktivistischen Bewegungen.

Einige der Redner*innen, die vom 2. bis 5. September in der Kulturfabrik zu Gast sind, beschäftigen sich in erster Linie mit der Ausbeutung und der Misshandlung von Tieren. Alexandra Morette spricht in „Why Are Zoos Outdated and Should Be Closed?“ beispielsweise über die Bedeutung von Zoos. Derweil fragen Jessica Smit und Rowena Vanroy: „Trophy Hunting: What Can You Do?“

Andere nehmen hingegen die anti-speziesistische Szene selbst kritisch unter die Lupe. Die französische anti-speziesistische Aktivistin, Feministin und Sozialarbeiterin Géraldine Franck thematisiert in ihrem Beitrag am Samstag, um 17 Uhr, Sexismus innerhalb der Bewegung. Der Titel ihres Vortrags liest sich wie eine Zusammenfassung: „Notice, Prevent and Deal With Sexism in the Antispeciest Movement“. In der Kurzbeschreibung ihres Vortrags heißt es weiter: „Although women* are a majority in the antispeciesist movement, the movement is not free of sexism.“ Der bestehende Sexismus werde jedoch oft verleugnet oder trivialisiert.

Während Franck Sexismus und Anti-Speziesismus verknüpft, bringt die Aktivistin Maria Martelli Klimagerechtigkeit und Artendiskriminierung zusammen. Die rumänische Tierrechtlerin, die ihr Engagement als feministisch, queer und post-kapitalistisch beschreibt, ist Teil des Kollektivs „just wondering“: Einer Organisation, die politische Kurzessays in kunstvoll animierte Videos verwandelt.

In „We Fly, We Crawl, We Swim. Climate Justice Through an Antispeciest Lens“ betrachten die Filmemacher*innen das Verhältnis zwischen Mensch und anderen Tieren, hinterfragen, was Klimagerechtigkeit hieße, wären Tierarten dem Menschen gleichgestellt. Der Film ist online auf der Website des Kollektivs abrufbar und wird bei der Konferenz am 4. September, um 14 Uhr, diskutiert.

Das gesamte Programm sowie weitere Informationen rund um die Veran-staltungen ist auf ar-conference.org zu finden. Bis auf zwei Workshops („No More Beef. A Workshop on Nonviolent Communications“ und „I Don’t Belong on a Stage“) werden alle Veranstaltungen live auf der Facebook-Seite und dem Youtube-Kanal der Konferenz übertragen. Es ist darüber hinaus möglich, sich gegen Bezahlung ausschließlich für die Online- oder die Veranstaltungen vor Ort zu registrieren. Wer die Konferenzen in der Kulturfabrik besucht, darf sich über vegane Verpflegung und die Möglichkeit, ein T-Shirt zur Konferenz zu erwerben, freuen. Die Registrierung erfolgt in der Kulturfabrik oder online.

International Animal Rights Conference, noch bis zum 5. September in der Escher Kulturfabrik und Online.

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