Veranstaltungsreihe: Intersex zwischen Kultur und Debatten

„Intersex? Variationen der Geschlechtsmerkmale? Eine Woche zum Lernen und Lehren“ ist eine Veranstaltungsreihe, die Ende Oktober mit Rundtischgesprächen, auf Bühnen und in einem Trickfilm das Thema Intersex in den Vordergrund rückt.

Bei der Reihe „Intersex? Variationen der Geschlechtsmerkmale? Eine Woche zum Lernen und Lehren“ tritt unter anderem das Kollektiv Frl. Wunder AG auf: Die Performer*innen präsentieren eine szenische Lesung zum Thema. (Copyright: Frl. Wunder AG/Yoshiko Kusano)

„Wie würde dein Leben aussehen, wenn du zwischen den Geschlechtern geboren worden wärst?”, fragt das Kollektiv Frl. Wunder AG im Einladungstext zu seiner szenischen Lesung „INTER – Leben zwischen den Geschlechtern“. Eine Frage, der sich die Reihe „Intersex? Variationen der Geschlechtsmerkmale?“ von Intersex & Transgender Luxembourg (ITGL) sowie Kooperationspartner*innen noch bis zum 12. November verschreibt. Es gibt Kunst, Debatten und Weiterbildungsangebote.

Die Reihe beginnt mit einer Premiere: „Jill ist anders – ein Kinderbuch zur Intergeschlechtlichkeit“ wurde von Luan Lamberty zum Trickfilm animiert. Ursula Rosen hat das Buch 2018 veröffentlicht und stellt es auf kinderbuch-intersexualitaet.de kostenfrei zur Verfügung – auch eine luxemburgische Version davon. Rosen ist selbst Mutter eines intersex Menschen und Biologin, die sich dementsprechend mit Intersex beschäftigt.

Luan Lamberty setzt sich in seinen Arbeiten ebenfalls regelmäßig mit Gender, aber auch mit sexuellem Missbrauch auseinander. Er stellte bereits mehrfach in Deutschland, bei der „Tehran Art Book Fair“ im Iran und in Galerien Luxemburgs aus. Seine Arbeiten, die sowohl Comics als auch Animationsfilme und Gemälde umfassen, sind auf luanlamberty.com einzusehen. Sein achtminütiger Trickfilm wird am 26. Oktober – am Internationalen Tag der Intersex-Sichtbarkeit – im Theatersaal des Lycée technique pour professions éducatives et sociales (LTPES) in Mersch gezeigt. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr.

Neben Grußworten von Claudine Muller, Direktorin des LTPES, Sam Tanson, Kultur- und Justizministerin, und Michel Malherbe, Bürgermeister der Gemeinde Mersch, gibt es am Abend der Filmpremiere eine Diskussionsrunde zum Thema. Geladen sind Ea Denkinger (SHG Interfamilien), Caroline Pull (Familljen-Center), Ursula Rosen (Intergeschlechtliche Menschen e.V.) und Charel Schmit (Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher, OKaJu). Durch den Abend führt Erik Schneider von ITGL.

Weiterer kultureller Höhepunkt: Die bereits erwähnte szenische Lesung der Frl. Wunder AG, basierend auf dem Theaterstück „Adam, Eva & Ich“, das 2016 mit dem Publikumspreis des Hamburger Festivals „Hauptsache Frei“ ausgezeichnet wurde. In dem Stück untersucht das Kollektiv, wie die Gesellschaft mit Menschen umgeht, „die nicht ins Raster passen“. In der Lesung berichten die Performer*innen von ihren Erfahrungen mit Ärzt*innen, sprechen über Geschlechtszuweisung und Hormone. Dabei bleiben Geschichten über Identitätskrisen, Kindheitserinnerungen und Hoffnung nicht aus. Die öffentliche Lesung findet am Donnerstag, dem 11. November um 19:30 Uhr, im Theatersaal des LTPES statt.

Das Programm hält darüber hinaus mehrere Rundtischgespräche und Konferenzen bereit. Am 25. Oktober diskutieren beispielsweise Alioune Touré (Menschenrechtskommission) und Charel Schmit (OKaJu) zusammen mit Vertreter*innen des Vereins Intergeschlechtliche Menschen, Oll Europe und des Familljen-Centers per Zoom über „Körperliche Integrität und deren gesetzlichen Schutz bei Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale“. Für ausgebildete und angehende Hebammen gibt es einen Workshop zum Umgang mit dem Thema Intersex; genauso wie Bildungs- und Weiterbildungsangebote für künftige Erzieher*innen und Lehrkräfte. Die Anmeldungen zu den öffentlichen Veranstaltungen erfolgen per Mail an itgl.contact@gmail.com. Ein vollständiges, aktuelles Programm ist online derzeit leider nicht verfügbar.

„Intersex? Variationen der Geschlechts-
merkmale? Eine Woche zum Lernen 
und Lehren“. 
Noch bis zum 12. November an verschiedenen Standorten.

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