1,6 Euro pro m2: Die neue katholische Bescheidenheit

von | 06.06.2019

Eine halbe Stunde beschäftigte sich am Montag der Ettelbrücker Gemeinderat mit dem Mietvertrag, den der CSV-LSAP-Schöffenrat mit dem katholischen Pfarrer abschließen will, nachdem ihm das „Paschtoueschhaus“ nicht mehr gratis zur Verfügung gestellt werden soll. Der ausgehandelte Betrag von 400 Euro monatlich ist der grünen Oppositionsfraktion dann doch etwas zu bescheiden. Immerhin umfasst die erst 2009 modernisierte „Junggesellenwohnung“ rund 250 m2. Zum Vergleich: In der gleichen Sitzung wurde einer Familie eine 100 m2 große Wohnung für 1.200 Euro zugesprochen. Die grünen Rät*innen Abbes Jacoby und Marthy Thull schlugen deshalb eine Miete von 1.600 Euro vor. Mit dem Argument, der Pfarrer empfange betroffene Familien, zum Beispiel um Begräbnisfeiern vorzubereiten, wies Bürgermeister Jean-Paul Schaaf das Anliegen der Grünen zurück. Pfarrer würden zwar vom Staat besoldet, aber nicht entsprechend ihrer universitären Ausbildung. Auch der Hinweis, der Pfarrer könne ja in ein bescheideneres Domizil einziehen und das dann frei werdende Haus somit zwei Familien überlassen werden, hielt die Ratsmitglieder der anderen Fraktionen nicht davon ab, einem Mietpreis von 1,6 Euro pro m2 zuzustimmen.

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