Menschenrechtsverletzung via Luxemburg

von | 03.11.2011

Im Oktober 2009 berichtete Bernard Thomas in der woxx über die wenig empfindsamen Praktiken der in Luxemburg ansässigen Holding Socfinasia („Bolloré chez les Bunong“), die zusammen mit einer ansässigen Baufirma im kambodschanischen Busra in der Provinz Mondulkiri industrielle Kautschukplantagen angelegt hat und dabei die Grundrechte des lokalen Bunong-Volkes missachtete. Jetzt dürften diese bereits 2007 begonnenen Vorhaben endlich auch ein Nachspiel in Luxemburg haben. Die Fédération internationale des Droits de l’Homme (FIDH) hat im Oktober einen ausführlichen Bericht über das Gebaren der Socfinasia, die im Dunstkreis der französischen Gruppe Vincent Bolloré und der belgischen Familien Ribes und Fabri operiert, veröffentlicht. Die FIDH kommt zum Schluss, dass die Bunong-Familien mit unzulässigen Mitteln gezwungen wurden ihr Land zu einem lächerlichen Preis abzutreten und so ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. In einer parlamentarischen Anfrage wollen die Luxemburger Grünen jetzt vom Wirtschaftsminister wissen, ob solche fragwürdigen Vorhaben nicht per Gesetz verhindert werden müssten. Socfinasia ist eine seit 1974 an der Luxemburger Börse notierte Gesellschaft. Um hier gehandelt oder gar in den Kreis der erlauchten Luxx-Mitglieder aufgenommen zu werden – wie es für die Socfinasia der Fall ist – schreibt die Börse eine Reihe von Kriterien in Sachen good governance vor. Bislang schließen diese aber weder Nachhaltigskeits- oder gar Menschenrechtskriterien ein.

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