Reportage aus Litauen: Dreck vom Hafen

In Litauens Hafenstadt Klaipeda kämpfen Bürgerinnen und Bürger seit Jahren für saubere Luft. Dabei feiern sie kleine Erfolge, der Krieg in der Ukraine bringt jedoch viele neue Probleme.

Riecht nicht gut. 
Klaipedas Erdölterminal. (Fotos: Lukas Latz)

Touristen fühlen sich wohl in Klaipeda. Wer mit dem Zug oder dem Kreuzfahrtschiff in der über 160.000 Einwohner zählenden Stadt an Litauens Ostseeküste ankommt, dem kommt sie zunächst idyllisch vor. Klaipeda hieß früher Memel. Es gehörte bis 1920 zum Deutschen Reich und wurde von 1939 bis 1945 erneut von ihm annektiert. Die vielen Häuser aus rotem Backstein, das Kopfsteinpflaster, die Pappelalleen und die evangelischen Kirchen erinnern noch an die preußische Vergangenheit. mehr lesen / lire plus

Transnistrien und der Ukraine-Krieg: Landstrich der Probleme

Unterstützt von Russland besteht im Osten der Republik Moldau die nicht als Staat anerkannte Republik Transnistrien. Der russische Krieg gegen die Ukraine gefährdet den komplizierten Status Quo.

Ungemütliches außenpolitisches Klima für Transnistriens Präsident Wadim Krasnoselskij: Seine Regierung ist auf gute Beziehungen zu Russland und der Ukraine angewiesen. (Foto: EPA-EFE/Dumitru Doru)

Am ersten Tag des Ukraine-Kriegs erlebte der transnistrische Präsident Wadim Krasnoselskij ein emotionales Auf und Ab. Seinen Seelenzuständen verlieh er in seinem Telegram-Kanal öffentlich Ausdruck. Er schrieb von „Helden“ und sah einen „spannenden Kampf“ geboten. Um Russlands Krieg gegen die Ukraine ging es dabei allerdings nicht. „Sheriff Tiraspol“, der Hauptstadtclub des quasi­staatlichen Gebildes Transnistrien, spielte am 24.  mehr lesen / lire plus

Reportage von der polnisch-ukrainischen Grenze: Auf der Flucht ins Ungewisse

Hunderttausende Menschen aus der Ukraine fliehen nach Polen vor dem Krieg in ihrem Land, vor allem über den Bahnhof Przemyśl. Die Reise ist beschwerlich, die polnische Hilfsbereitschaft hoch. Doch es gibt auch Angriffe rechter Hooligans auf nichtweiße Geflüchtete.

Beschwerliche Weiterreise: Die aus Przemyśl abfahrenden Züge sind völlig überfüllt. (Foto: Lukas Latz)

In Friedenszeiten ist der Bahnhof im polnischen Przemyśl an der Grenze zur Ukraine eine beliebte Filmkulisse. Der Gründerzeitbau der Stadt mit 60.000 Einwohnern hat eine liebevoll restaurierte Bahnhofshalle. Wände und Decke sind mit Stuck verziert; vergoldete Kronleuchter hängen von der Decke. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben polnische Filmproduzenten Dutzende historischer Filme am Bahnhof und in der Altstadt von Przemyśl gedreht. mehr lesen / lire plus

Russische Föderation: Wasser, Brot und Folter

Erneut sind Fälle von Folter in russischen Gefängnissen und Strafkolonien bekannt geworden. Zwar arbeiten russische Behörden diese mittlerweile auf – dass sich an der grassierenden Korruption und der Rechtlosigkeit in den Gefängnissen etwas ändert, ist aber unwahrscheinlich.

Ließen sich die Stimmung durch schwierige Themen nicht vermiesen: Premierminister Xavier Bettel und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew vergangene Woche bei dessen Staatsbesuch in Luxemburg. (Foto: EPA-EFE/Julien Warnand)

Die Bilder sind schockierend. Am Montag veröffentlichte die russische Zeitung „Nowaja Gaseta“ im Internet Videos, die zeigen, wie Gefangene in der Strafkolonie in der Stadt Jaroslawl gefoltert werden. Die Videos habe die NGO „Public Verdict“ der Zeitung zugespielt und sie seien von Häftlingen im Oktober 2016 und Anfang 2017 aufgenommen worden. mehr lesen / lire plus

Aufstand in Roben

In Polen löst die von der Regierung angestrebte Justizreform Wider­stand bei vielen Richtern und in der Bevölkerung aus. Auch die EU setzt die rechte Regierung unter Druck.

Kritische Richter: Michał Laskowski bei der Generalversammlung der Mitglieder des Obersten Gerichts, die sich im Juli 2017 mit der Bedrohung ihrer Unabhängigkeit auseinandersetzten. (Foto: EPA/Jakub Kaminksi Poland Out)

Schon wenige Wochen nach dem Amtsantritt der rechtspopulistischen polnischen Regierung im November 2015 begann die internationale Berichterstattung, die Demokratie in Polen für tot zu erklären. Bereits im Januar 2016 schrieb Jakob Augstein in seiner Kolumne für Spiegel Online: „Das Polen der neuen Rechtsregierung ähnelt immer mehr Putins Russland.“ mehr lesen / lire plus